Diese Webseite verwendet im Normalbetrieb keine Cookies. Es sei denn, Sie schreiben hier Kommentare. Oder Sie versuchen sich anzumelden.cookies policy.     HABS KAPIERT

Bei lauter Edathy, Krim, Ukraine, Klimaquatsch und was sonst noch durch das mediale Dorf getrieben wird, freut man sich geradezu über eine Ablenkung ganz anderer Natur. Frage: Wer ist die berühmteste Person Deutschlands? Nein, nicht Johann Sebastian Bach. Hätte ich zwar gerne, aber nein. Adolf Hitler ist es. Offiziell am 30. April 1945 verstorben gibt es in den »Deutschen Qualitätsmedien™« keinen Menschen, dem seither mehr Aufmerksamkeit zuteil wurde. Doch auch seine fröhlichen Spießgesellen – wir kennen die Namen – kommen in Presse, Funk und Fernsehen nicht zu kurz. Mahatma Gandhi würde tobsüchtig, müsste er das noch mit ansehen. Denn der rangiert eher auf den hinteren Plätzen. Oder wann haben Sie in den letzten Monaten etwas über Gandhi im Fernsehen gesehen?

Ganz beliebt in den Medien sind auch Sprüche aus alten Zeiten. Wir erinnern uns an das lustige »Arbeit macht frei« vor wenigen Jahren aus einem Radiosender hier in München. Und an die Diskussion ob »Jedem das Seine« als Werbebotschaft eines schwedischen Möbelhauses politisch korrekt sei. Gleiches gilt für »Jedem den Seinen« eines bekannten Kaffeerösters. In England ist unter Studenten offenbar ein Trinkspiel in Mode gekommen, das sie dem klassischen »Ring of Fire« entlehnten. Dabei werden Spielkarten nicht im Kreis, wie im Original, sondern in Form der Swastika (vulgo: Hakenkreuz) auf dem Tisch ausgebreitet. Wenn jemand eine 7 zieht springen alle auf, rufen »Blitzkrieg« und trinken einen Schnaps auf ex. Zieht hingegen ein Mitspieler den Joker, muss er aufstehen, den Deutschen Gruß zeigen, laut »Mein Führer« brüllen und wiederum einen Schnaps trinken. Wäre interessant zu wissen, wie viele Joker in den englischen Karten stecken. Nur um abschätzen zu können, wann sich diese »Elite« ihre letzten Gehirnwindungen weggesoffen hat.

Eine Renaissance erlebt neuerdings das aus der Zeit des sogenannten »Dritten Reiches« stammende »Sieg Heil!«. Ein Gruß der damals einfach zum guten Ton gehörte. Nur stößt man heutzutage mit derlei Höflichkeiten auf taube Ohren. Wenn nicht gar auf Unverständnis. Denn nicht alles was aus der »guten alten Zeit« stammt wird in unseren Tagen mit dem gleichen Wohlwollen goutiert. Diese Erfahrung musste erst vor etwa einer Woche ein Anhänger von Borussia Dortmund machen. Der ließ es sich unter Einfluss von 1,7 Promille Alkohol im Blut nicht nehmen, während einer Gedenkminute für einen verstorbenen Fußballer vor 57.000 Zuschauern »Sieg Heil!« zu brüllen. Was dann indes nicht so gut ankam und dem Schluckspecht eine Strafanzeige nebst jahrelangem Stadionverbot einbrachte. Unnötig zu erwähnen, dass sich der BVB bereits öffentlich von dem ganzen Floskelpaket – bestehend unter anderem aus Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, vorzeitigem Samenerguss und sonstigen Untugenden – entschieden distanziert hat.

1,7 Promille, das kann einen üblen Kater nach sich ziehen. Kater ist übrigens in dem Zusammenhang eine scherzhafte Verballhornung des Wortes Katarrh, wobei letzteres Symptom aber nicht notwendigerweise auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückgehen muss. Was die Rektorin einer Realschule im fränkischen Weißenburg zu sich genommen hatte wird wohl Gegenstand von Spekulationen bleiben. In besagter Schule hatten sich Schüler der siebten und achten Jahrgangsstufe zusammengefunden, um ein Autorennen zu veranstalten. Als Antrieb besaßen die kleinen Modellautos lediglich den Mechanismus einer Mausefalle. Da tun einem schon die Finger weh, wenn man nur drüber nachdenkt. Als Kinder hatten wir damals nämlich erforscht, ob und wann so eine Mausefalle auslöst. Persönliche Erfahrung: Sie löst aus. Es steht nur nie so genau fest, wann.

Nun gut; oben erwähnte Rektorin – deren damaliger chemischer Zustand zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt ist – konnte es sich nicht verkneifen, die Schüler nach kurzer Ansprache mit einem fröhlichen »Sieg Heil!« ins Rennen zu schicken. So etwas kann man den Schülern natürlich zurufen, man muss es aber nicht. Das bayerische Kultusministerium findet sogar, dass Anfeuerung solcher Art überhaupt nicht nötig ist. Weshalb die Rektorin nun wohl disziplinarischen Folgen entgegen sieht. Da wird es ihr auch nichts nützen, wenn sie beteuert: »Ich bin politisch eher grün«. Eine verkappte Grünin also. Die offensichtlich das einmal mehr mit Leben füllt, was man den Grüninnen im Volke nachsagt: Sie sind wie Melonen. Außen grün, innen rot, braune Kerne.

Die Schüler in Weißenburg werden wohl viele Nächte nicht mehr in den Schlaf kommen. Vor Lachen. Auch ich konnte mir bei der Nachricht ein Grinsen nicht verkneifen. Ein Grinsen, das sich in letzter Zeit immer öfter einstellt, wenn sich angebliche Besitzer einer höheren Moral selbst enttarnen. Morgen ist Aschermittwoch. Um 0:00 Uhr fallen die Masken. Warten wir ab, was noch so alles zum Vorschein kommt. Aber jetzt verabschiede ich mich erst mal. Mit einem zeitgenössischen: »Heil- … äh … Kräuter!« 😉

MfG
Hans

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