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… rus us die Kartoffeln. Am Sonntag gab ich im Kreise der Verwandtschaft noch stolz mein »Insider-Wissen« zum Besten, als ich sagte dass sich die Sache mit dem Biokraftstoff E10 wohl bald erledigt haben dürfte. Das hatte ich mir natürlich nicht aus den Fingern gesogen. Denn einerseits schrieb die Süddeutsche am 11. September unter: »EU plant Biosprit-Reform«, die EU würde über kurz oder lang die Subventionierung von Biosprit einstellen. Den Grund lieferten wissenschaftliche Studien, nach denen die Biokraftstoffe die Umwelt doch höher belasteten als erwartet. Was im Übrigen schon längst die Spatzen von allen Dächern pfiffen und viele Umweltschutzverbände auf ihren Netzwerkseiten beklagten. Außerdem titelte der österreichische Standard am 18. September: E10-Stopp begeistert Umweltschützer und verärgert Bauern«. Demnach wird die geplante Einführung von E10 in Österreich erstmal auf die lange Bank geschoben.

Und jetzt kommt auf einmal die Frankfurter Rundschau daher, die behauptet am Montag: »EU setzt auf Ethanol statt Biodiesel«. Angeblich will Brüssel das Biodiesel europaweit ganz abschaffen und dafür die Nutzung von Bioethanol massiv vorantreiben. Neben E10-Kraftstoff seinen in Zukunft E15, E25 und sogar E85 geplant. Wie aufs Stichwort springt DIE WELT der Frankfurter Rundschau zur Seite und bringt am gleichen Tag ein Gespräch mit dem neuen Bauernverbandspräsidenten Walter Heidl mit der Überschrift: »Die ganze E10-Debatte ist doch scheinheilig«. Darin preist Heidl die schöne Zukunft der erneuerbaren Energien aus heimischem Anbau. Und außerdem stimme das ja alles gar nicht, mit der Verknappung und Verteuerung des Nahrungmittelangebotes durch die Energieerzeugung von landwirtschaftlichen Flächen.

Nachtigall, ick hör dir trapsen. Welche Kampagne läuft denn da an? Nicht dass ich den Deutschen Landwirten das Geschäft nicht gönnen würde. Doch was Herr Heidl sorgsam verschweigt ist der Umstand, dass alleine für den E10-Kraftstoff in Deutschland weit mehr Biomasse benötigt wird, als hierzulande auf freier Ackerfläche angebaut werden kann. In Folge müssen Bioethanol und – weit mehr als bisher – Nahrungsmittel aus dem Ausland importiert werden. Schon sind wir wieder bei dem alten Problem mit der Verknappung und Verteuerung des Nahrungmittelangebotes, vor allem in ärmeren Ländern.

Brasilien wird immer gerne als Beispiel für eine funktionierende Bioethanolwirtschaft angeführt. Dort verwendet man seit jeher Bioethanol aus Zuckerrohr. Neuerdings auch aus Soja. Es soll sogar Fahrzeuge geben, die mit reinem Bioalkohol auf Brasiliens Straßen fahren. Das erste mit Alkohol betriebene Flugzeug der Welt stammt ebenfalls aus Brasilien. Alles schön und gut. Doch Brasiliens Fläche ist fast 24 mal so groß wie die der BRD. Während die Bevölkerungszahl nur das 2 ½-fache beträgt. Da kann man leicht gigantische Zuckerrohr- und Sojaplantagen für die Ethanolerzeugung anlegen. Auf Kosten des Regenwaldes freilich, der immer weiter zurückweichen muss.

Länder wie Brasilien würden in die Bresche springen, die unsere eigene Landwirtschaft nicht auszufüllen vermag. Und wenn die EU tatsächlich in Zukunft Biodiesel verbieten will, dann könnte Indonesien statt Palmöl-Monokulturen künftig ebenfalls Soja-Monokulturen anbauen. Sollte dort Soja nicht wachsen wollen, Monsanto hätte sicher schnell eine Genvariante die das kann. Oder irgendein anderer Agrarkonzern. Ja, die Nachtigall trapst ziemlich laut.

MfG
Hans

3 Antworten zu “Rin in die Kartoffeln, …”

  1. Gilbert sagt:

    Hallo Hans,

    wenn man sich den Schwachsinn lange genug durch den Kopf gehen lässt, besteht die Gefahr, dass man sich selbst ähnlich den brasilianischen Autos auch nur noch mit E100 ernährt.

    Prost! Gilbert

  2. zdago sagt:

    @Welche Kampagne läuft denn da an?

    Du must dir nur überlegen, wie den Finanzueliten – nachzulesen auf den Georgia Guidestones – am besten gedient ist – dann wird das auich verständlich.
    Mit den richtigen Voraussetzungen kommt man auch auf das richtige Ergebnis.

    Lustig wird es erst dann, wennChina wirklich – wie ich heute gelesen habe – anfängt, Öl gegen China-Währungf anstatt Dollar zu verkaufen – angeblich als Zwischenhändler für Russland und ohne EInbeziehung von den US-Bankstern und Dollar.
    Gegen solches Handeln führen die USA 1898 Krieg – das wird es noch gute Unterhaltung geben – vor allem auch, wenn Merkel dann unverbrüchliche Treue für USA und Israel einbringt.
    Da geht selbst der Atom-Anschlag mit Asse unter !
    mfg zdago

  3. Hans sagt:

    Moin Zusammen.

    Allohol hat einen recht hohen Nährwert. Aber E100? Man weiß ja schon dass E4,5 (aka Bier), in zu großen Mengen genossen, nicht besonders gesundheitsfördernd ist. Deswegen werden beim Oktoberfest die Maßkrüge auch immer so schlecht eingeschenkt. Wegen der Volksgesundheit. 😉

    Was die Finanzeliten betrifft; die geben ihr bestes um alles unter Kontrolle zu bekommen. Wenn es sein muss, gerne auch militärisch. Nur bei China und Russland werden sie sich auf dem Weg die Zähne ausbeißen.

    MfG
    Hans