Diese Webseite verwendet im Normalbetrieb keine Cookies. Es sei denn, Sie schreiben hier Kommentare. Oder Sie versuchen sich anzumelden.cookies policy.     HABS KAPIERT

WTC-Puzzle für FortgeschritteneHoppla! Das hatte ich ja ganz vergessen. Heute ist wieder elfter September. Der elfte Jahrestag des warmen Rückbaus im World Trade Center. Jenem asbestverseuchten Relikt aus den 1970ern, das man nicht sanieren wollte weil es viel zu teuer gekommen wäre. Selbst der Abriss hätte mehr gekostet als der Bau. Ein an sich unlösbares Problem – außer man nimmt richtig viel Geld in die Hand und tut entweder das Eine oder das Andere. Gut, unsereins sieht das vielleicht ein bisschen eng. Weil einem normalen Menschen einfach die Skrupellosigkeit fehlt, eine Warmsanierung mit Menschen drin ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Als Larry Silverstein am 24. Juli 2001 den Zuschlag für den 99-jährigen Pachtvertrag auf die beiden Zwillingstürme des World Trade Centers erhielt, war die Asbestverseuchung der Gebäude längst bekannt. Es war deswegen bereits eine Sammelklage anhängig und nur noch eine Frage der Zeit, wann die Gebäude evakuiert und geschlossen werden müssen. Bei einer Autoversicherung hätte man von einem wirtschaftlichen Totalschaden gesprochen. Trotzdem ließ es sich der Baulöwe Silverstein nicht nehmen, den Vertrag abzuschließen. Der mit allen Wassern gewaschene Mann rannte also sehenden Auges in ein 99 Jahre dauerndes Verlustgeschäft?

Doch wie es der Zufall so will, saß da in den Bergen von Afghanistan ein böser islamistischer Waldschrat mit Rauschebart, wirrem Blick und gleichfalls wirr im Geiste. Versteckt in einer Höhle heckte er den finsteren Plan aus, Larrys Türme in Schutt und Asche zu legen. Er weckte 19 seiner schlafenden Kämpfer, die bis dahin als harmlose Studenten – auch in Deutschland – ein beschauliches Dasein fristeten. Bezahlte ihnen Flugunterricht in den USA und befahl, sie sollen sich danach mit entführten Verkehrsflugzeugen in Larrys versifftes World Trade Center stürzen. Selbstverständlich hatten die nunmehr erweckten Kämpfer nichts Eiligeres zu tun als dem Befehl nachzukommen. Und hauchten heute vor genau elf Jahren – nach einem letzten Blick in den Koran – ihr junges Leben beim Landeanflug in die Zwillingstürme aus. Zusammen mit über 3.000 anderen Opfern.

Soweit plausibel? Natürlich nicht. Wer die offizielle Geschichte glaubt, der kalkuliert bei der Familienplanung wohl noch den Klapperstorch mit ein. Aber sei’s drum. Larry Silverstein war nach dem »islamistischen Terroranschlag™« nicht nur die beiden Problemtürme los, sondern auch das Gebäude – WTC 7 genannt – das ihm bereits vorher gehörte. Faszinosum: Niemals in der Geschichte zuvor stürzte ein Stahlskelettbau aufgrund eines Brandes ein. An diesem denkwürdigen Tag vor genau elf Jahren waren es derer gleich drei. Noch dazu in freier Fallgeschwindigkeit. Das Asbest, das bis dahin in der feuerfesten Isolation in den Gebäuden gefangen war, verteilte sich – fein pulverisiert – in der näheren und weiteren Umgebung.

Silversteins Larry war indes fein raus. Mit einer vor Gericht erstrittenen Versicherungssumme von 4,6 Milliarden US-Dollar ging er alsbald frisch ans Werk, neue Türme zu bauen. Einer von ihnen – 7 World Trade Center genannt – steht bereits. Genau an der Stelle, wo einst WTC 7 nach allen Regeln sprengmeisterlicher Kunst in seinen eigenen Grundriss zusammenstürzte. Ein anderer mit Namen One World Trade Center ist gerade in der Fertigstellung.

Von drei weiteren geplanten Türmen gucken bisher nur die Sockel aus dem Boden. Larry ist offenbar knapp bei Kasse. Denn es fehlt an Mietern und Investoren. Trotz eines Schnäppchenpreises von 750 US-Dollar für den Quadratmeter will kaum jemand in das neu errichtete World Trade Center einziehen. Man bleibt lieber in der Stadtmitte von New York. Wo der Quadratmeter zwar 1.250 US-Dollar Miete kostet, aber die Wahrscheinlichkeit einer Warmsanierung vielleicht nicht ganz so groß ist. Doch es gibt schon einen Silberstreif am Horizont. Ein Gericht hat jetzt eine Klage über 2,8 Milliarden US-Dollar freigegeben. Kläger sind die Eigentümer des World Trade Center Komplexes – einschließlich Larry Silverstein versteht sich. Beklagte sind die Fluggesellschaften, die die »islamistischen Terroristen™« fahrlässiger Weise an Bord ließen.
Siehe: WORLD TRADE CENTER – Richter lassen auf Schadenersatz hoffen
Und: Ground Zero – Niemand will ins neue World Trade Center ziehen

Wenn Silverstein und Konsorten den Prozess gewinnen, dann können sie die mieterfreie Zeit wenigstens ein bisschen angenehm gestalten. Tja, diese New Yorker sind auch einfach zu nachtragend. Nur weil ihnen mal ein paar kleine Hochhäuser unter dem Hintern weggesprengt wurden, trauen sie sich in die neuen nicht mehr rein. Dabei sollten die das nicht so persönlich nehmen. Ist doch nur Geschäft.

MfG
Hans

Eine Antwort zu “Warmsanierung an 9/11”

  1. zdago sagt:

    @warmen Rückbaus im World Trade Center

    hihi – und nicht nur das.
    Damals wurden vorher alle Akten und Unterlagen für Wirtschaftskriminalität der Oberen Zehntausend in einem der Gebäude eingesammelt und abgefackelt.
    Damit wurden etliche Konzerne und jede Menge Milliarden gespart – interessant daran ist, daß die Juristen – die sonst so prozessgeil sind, zu diesen Verlusten ihrer Gattung schweigen.
    Schließlich hätten sie an diesen Prozessen Milliarden verdienen können!

    mfg zdago