Diese Webseite verwendet im Normalbetrieb keine Cookies. Es sei denn, Sie schreiben hier Kommentare. Oder Sie versuchen sich anzumelden.cookies policy.     HABS KAPIERT

Langsam wird es kälter draußen. Der Winter kündigt sich an. Bald kommt wieder die heimelige Zeit, in der wir einen Schmarr’n vor die Haustüre hängen. Dazu eine Kinderbastelschere mit abgerundeten Enden, damit sich ein hungriger Wanderer ein Stückchen von der süßen Köstlichkeit abschnippeln kann. Ein schöner Brauch, nicht wahr? Ach, kennen Sie gar nicht? Tja, so wandeln sich eben die Gepflogenheiten. Früher war es wohl einmal Tradition, in der Vorweihnachtszeit einen großen Lebkuchen vor die Haustüre zu hängen, nebst einem Lebkuchenmesser. Damit sich erwähnter Wandersmann oder die Nachbarn daran laben konnten. Bis zu jenem denkwürdigen Dezembertag, an dem der damalige Passauer Polizeichef Alois Mannichl ein Opfer seiner fleißigen Brauchtumspflege wurde.

Es war der 13. Dezember 2008, draußen schon stockdunkel, da ging der Herr Mannichl in seinem Heimatort Fürstenzell noch einmal nach draußen. Er wollte offenbar schauen, ob genug Lebkuchen an der Türe hing. Vermutlich auch um generell nach dem Rechten zu sehen, in seiner Eigenschaft als Polizeichef. Wobei er seiner Aussage nach tatsächlich auf einen Rechten traf. Letzterer hatte sich des Lebkuchenmessers bemächtigt und dem Polizeichef damit heimtückisch die Brust geritzt. Behauptet Mannichl. Niemand eilte ihm zu Hilfe, niemand in der Nachbarschaft hatte etwas gesehen, niemand hörte den Attentäter höhnisch rufen: »Viele Grüße vom nationalen Widerstand …«. Und niemand sonst kannte dort in Fürstenzell den mysteriösen Lebkuchenbrauch. Doch seit diesem Tag hängen wir in der Vorweihnachtszeit einen Schmarr’n und eine Kinderbastelschere vor die Türe. Damit uns der große, böse, glatzköpfige und vor allem rechtsextremistische Lebkuchenmann nicht mit einem Lebkuchenmesser malträtieren kann.

Es gibt so Nachrichten, bei denen beschleicht einen auf der Stelle ein komisches Gefühl. Fast wie bei der Waschmittel- oder Zahnpastawerbung. So aufgeregt, so künstlich und so penetrant. Ein Riesengewese um ein Ereignis, bei dem sich jeder logisch denkende Mensch an die Stirn tippt.

So auch in den letzten Tagen. Dass mit NSU seit letztem Wochenende nicht mehr die altehrwürdige Automarke gemeint ist, dürfte sich bereits herumgesprochen haben. NSU steht jetzt für »National-Sozialistischer Untergrund«. Dem Vernehmen nach soll es diese Organisation bereits seit Ende der 1990er Jahre geben. Eine Terrorzelle in Zwickau, von der man in 13 Jahren keinen Piep gehört hatte. Mit ganz bösen Rechtsextremisten. Und die standen in Verbindung mit oder unter Aufsicht von bundesdeutschen Verfassungsschützern – so genau will man das anscheinend immer noch nicht abgrenzen.

Mindestens 10 Menschen soll die Bande in den vergangenen Jahren ermordet haben. Wahllos, wie es heißt. Aber freilich mit Fremdenhass, wie sich das »offenkundig« für einen gestandenen Neonazi gehört. Denn neun von den Ermordeten waren Ausländer, beziehungsweise hatten einen Migrationshintergrund. Die zehnte Ermordete war die Polizistin Michéle Kiesewetter, die im Jahre 2007 auf Streife in Heilbronn zusammen mit einem Kollegen unversehens in ein Feuergefecht mit den Bandenmitgliedern geraten ist.

Die übrigen Fälle wurden unter »Dönermorde« zusammengefasst, da es zwei Inhaber von Döner-Läden unter den Opfern gibt. Alternativ hätte man vielleicht »Obst- und Gemüsehändlermorde« wählen können. Was aber nicht so griffig herüber käme. Kenan Kolat, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, regte sich bereits öffentlich über den Begriff »Dönermorde« auf. Er mache ihn wütend, weil er gedankenlos benutzt würde und niemand nach den Opfern fragt. Nunja, ich weiß nicht wie lange der nette Herr Kolat schon in Deutschland lebt. Aber eigentlich sollte er gelernt haben dass in Deutschland alles ein aussagekräftiges Etikett bekommt. Auch eine Serie von Morden. Und wenn er sich schon aufregt, dann sollte er sich auch über die zahlreichen Opfer aufregen die unter dem politisch nicht korrekten Etikett »Deutschenhass« abgeheftet wurden. Nach denen darf nicht öffentlich gefragt werden, und nicht nach den Tätern. Man könnte ja bestimmte Ethnien mit der Frage beleidigen.

Doch lassen wir das und zählen einmal die Opfer auf, nach denen laut Kolat niemand fragt:

Enver Şimşek, Inhaber eines Blumenhandels in Schlüchtern, wurde am 9. September 2000 mit acht gezielten Pistolenschüssen ermordet.

Abdurrahim Özüdoğru, Arbeiter und Aushilfe in einer Änderungsschneiderei, wurde am 13. Juni 2001 in seinem Geschäft in Nürnberg mit zwei Kopfschüssen ermordet.

Süleyman Taşköprü, Obst- und Gemüsehändler, wurde am 27. Juni 2001 in Hamburg-Bahrenfeld im Laden seines Vaters mit drei Schüssen aus zwei verschiedenen Waffen ermordet.

Habil Kılıç, Inhaber eines Obst- und Gemüsehandels, 38 Jahre alt, wurde am 29. August 2001 in München-Ramersdorf in seinem Geschäft erschossen.

Yunus Turgut, wurde am 25. Februar 2004 an einem Döner-Imbiss im Rostocker Ortsteil Toitenwinkel mit drei Kopfschüssen ermordet. Turgut war 25 Jahre alt, kam aus der Türkei und hielt sich illegal in Deutschland auf. Er war zu Besuch bei einen Freund in Rostock, für diesen hatte er übernommen, den Imbiss am Vormittag zu öffnen.

İsmail Yaşar, Inhaber eines Döner-Kebap-Imbiss, wurde am 5. Juni 2005 in seinem Geschäft in Nürnberg mit fünf Schüssen in Kopf und Herz getötet.

Theodoros Boulgarides, Mitinhaber eines Schlüsseldienstes, wurde am 15. Juni 2005 vor seinem Geschäft in München-Westend erschossen.

Mehmet Kubaşık, Besitzer eines Kiosk, wurde am 4. April 2006 in seinem Geschäft in der Dortmunder Nordstadt ermordet.

Halit Yozgat, Betreiber eines Internetcafé, wurde am 6. April 2006 in Kassel durch zwei Kopfschüsse getötet.

Mitglieder des NSU, des National-Sozialistischen-Untergrundes, sollen das aus Fremdenhass gemacht haben. Rechtsterrorismus, wahllos und Fremdenhass waren die Worte, die ich im ARD/ZDF-Morgenmazin am Donnerstagmorgen hörte. Was wären diese Meinungsmacher nur ohne ihre logikfreie Wortwahl? Wahllos ist, wenn jemand mit einem Schnellfeuergewehr Salven in einen Supermarkt schießt. Fremdenhass und wahllos ist, wenn er dabei darauf achtet nur ausländisch anmutende Personen zu treffen. Rechtsterrorismus, Fremdenhass und wahllos ist, wenn mit dem Attentat rechte politische Forderungen verknüpft sind. Das, was uns da unter wahllos, Fremdenhass und Rechtsterrorismus angedreht werden soll, hat mit all dem meines Erachtens nicht das Geringste zu tun.

Terroristen waren das. Alles klärchen. Terrorismus per definitionem: »Unter Terrorismus (lateinisch terror „Furcht“, „Schrecken“ ) sind Gewalt und Gewaltaktionen gegen eine politische Ordnung zu verstehen, um einen politischen Wandel herbeizuführen. Der Terror dient als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten oder Sympathie und Unterstützungsbereitschaft erzeugen. …«.
Quelle: Wikipedia – Terrorismus

Stell dir vor, du bist Terrorist und erzählst niemand von deinen Taten. Nicht einmal von deinen Vorhaben, deinen Zielen. Stellst keine Forderungen. Was bist du dann? Günstigenfalls eine traurige Gestalt. Oder, wenn du tatsächlich Gewaltakte verübst, nichts anderes als ein hundsordinärer Verbrecher. Denn ein richtiger Terrorist verschickt Bekennerbriefe, Drohungen. Stellt politische Forderungen. Sorgt für Publizität.

Haben diese so genannten Terroristen auch nur einen Piep von sich gegeben? Bis November diesen Jahres war noch nicht einmal bekannt, dass es einen National-Sozialistischen Untergrund (NSU) gibt. Obwohl diese Bande mutmaßlich seit über 13 Jahren ihr Unwesen trieb.

Was haben diese neun Opfer in der Aufzählung gemeinsam? Abgesehen davon, dass es alles Männer sind und einen Migrationshintergrund haben. Sie sind entweder alle Geschäftsinhaber, oder konnten in zwei Fällen mit ihnen verwechselt worden sein. Alle wurden an ihren Arbeitsplätzen aufgesucht. Alle wurden aus der Nähe mit Pistolen erschossen. In den Kopf und/oder ins Herz.

Sowas sieht für mich stark nach Hinrichtung aus. Wann werden Geschäftsinhaber für gewöhnlich hingerichtet? Zum Beispiel, wenn sie das Schutzgeld an mafiöse Strukturen nicht bezahlen wollen. Wenn sie bei bestimmten Geschäften nicht mitmachen. Wenn sie zu viel von bestimmten Geschäften wissen und plaudern könnten. Oder wenn sie sich weigern, ihre Schulden bei einem Kredithai zu begleichen. Der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt. Sind Verfassungsschutzleute darin verstrickt, kommen einem noch ganz andere Gedanken. Worauf ein logisch denkender Mensch aber in dem Zusammenhang erst zu allerletzt käme, wäre Fremdenhass und Rechtsterrorismus. Was für einen Unsinn wollen die uns auftischen? Die Täter sind durch das ganze Bundesgebiet gereist und haben ihre Opfer aufgesucht. Bei diesen Morden war etwas ganz Übles im Gange, aber nichts was in direktem Zusammenhang mit Rechts steht. Aus Fremdenhass und Rechtsterrorismus ist nur das Mäntelchen geschneidert, das die veröffentlichte Meinung darüber auszubreiten sucht.

Werfen wir einmal einen Blick auf die beiden mutmaßlichen Mörder, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Beide weilen nicht mehr unter den Lebenden. Sie sind 1998 zusammen mit Beate Zschäpe in den Untergrund abgetaucht, nachdem den Dreien wegen diverser Delikte die Verhaftung drohte. Von dort aus haben sie ihren so genannten »Neonazi-Terror« ausgeübt. Neben den Morden an der Polizistin sowie an den Geschäftsleuten, werden sie zudem noch des Nagelbombenattentates in Köln-Mülheim im Jahre 2004 verdächtigt. Na klar, so ein paar Rechtsextremisten machen keine halben Sachen. Warum nicht auch ein Bombenattentat in einem Zentrum der türkischen Parallelkultur? Passt doch gut und die des Attentats Beschuldigten können das mangels Leben nicht mehr dementieren.

Außerdem haben die beiden Hauptverdächtigen bis November 2011 insgesamt 14 Banküberfälle verübt. Das ist ein tolles Stück. Banküberfälle gelten in Deutschland als die Verbrechen mit der höchsten Aufklärungsquote. Man kann einmal eine Bank überfallen und mit Glück davonkommen. Das schafft man vielleicht auch ein zweites und mit ganz viel Fortune eventuell ein drittes Mal. Aber 14 mal? Respekt! Bonnie and Clyde haben ihre Meister gefunden. Letztere haben mit Müh‘ und Not gerade mal das Dutzend voll gekriegt, zu einer Zeit in der Nachrichten- und Sicherheitstechnik noch in den Kinderschuhen steckte. Andererseits wurden die NSU-Leute dazu noch vom Verfassungsschutz überwacht. Wie kann man unter den Augen des Verfassungsschutzes sage und schreibe 14 Banküberfälle ausführen? Da müssen die Schlapphüte aber wirklich hartnäckig in eine andere Richtung geguckt haben.

Wer weiß? Vielleicht waren sie ja auch mit dabei. So wie am 6. April 2006 bei der Ermordung von Halit Yozgat in Kassel, der in seinem Internetcafé mit zwei Kopfschüssen getötet wurde. Oder hingerichtet, kommt auf die Betrachtungsweise an. Da war ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes im Lokal anwesend. Den Ermittlern – die ihm auf die Schliche kamen – sagte er später, er hätte nichts von den wenige Meter neben ihm abgefeuerten Schüssen gehört. Er sei einfach gegangen und habe zehn Tage lang keine Nachrichten angeschaut. Ergreifend. Blind und taub und arbeitet trotzdem tapfer für den Schutz der Verfassung. So viel Einsatz müsste ihm glatt das Bundesverdienstkreuz am weißen Stock einbringen.

»Ganz Deutschland ist schockiert«, schallte es gerade hinter mir aus dem Fernseher. Ach nee, auf einmal? Die so genannten »Dönermorde« geschahen zwischen 2000 und 2006. Und jetzt plötzlich, im November 2011, hat ganz Deutschland das Bedürfnis schockiert zu sein? Naja, die Dumpfbacken die nie was merken weil falsch informiert, die sind natürlich schockiert. Wer sich den ganzen Tag aus den »Deutschen Qualitätsmedien™« mit der veröffentlichten Meinung berieseln lässt, dem kann man auch die Story von der NSU unterjubeln. Von Nazi-Terroristen die unter den Augen des Verfassungsschutzes in 13 Jahren unentdeckt mordeten, Banken überfielen und eine Bombe detonieren ließen.

Vor etwa 20 Jahren hat mir ein damaliger Bekannter unter dem Siegel der Verschwiegenheit etwas anvertraut. Er bewegte sich in Kreisen, mit denen ich lieber nichts zu tun haben wollte. Vielleicht tut er es heute noch; ich habe ihn aus den Augen verloren. Jedenfalls erzählte der mir, er kenne Polizeibeamte die sich an kriminellen Geschäften bereichern, statt diese auffliegen zu lassen. Damals glaubte ich ihm die Geschichte nicht. Da glaubte ich noch an die ach so gute Bundesrepublik, wie es mir in der Schule jahrelang beigebracht wurde. Heute, 20 Jahre später, wäre ich viel eher geneigt ihm zu glauben.

Denken wir einmal ins Unreine. Denken wir, dass Mitglieder des Verfassungsschutzes und Kriminalbeamte bei mafiösen Vereinigungen mitmachen. Dass Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die nützlichen Idioten für die Drecksarbeit waren. Die Opfer der so genannten »Dönermorde« waren möglicherweise Leute, die unangenehm viel wussten. Oder die ihnen zugedachte Rolle nicht spielen oder aussteigen wollten.

Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt machten ihren Job. Damit sie finanziell flüssig blieben »durfte« das Duo von Zeit zu Zeit eine Bank überfallen und entkommen. Nach ihrem letzten Bankraub am 4. November 2011 fielen die beiden dann einem heimtückischen Selbstmord zum Opfer. Sie sollen sich der veröffentlichten Meinung zufolge nach einem erfolgreichen Bankraub selbst erschossen haben und das Wohnmobil, in dem sie sich zu dem Zeitpunkt aufhielten, in Brand gesteckt haben. So weit ganz logisch. Kommt ja immer wieder vor, sowas.

Eine Polizeistreife, die sich genau zu der Zeit dem Wohnmobil näherte, hörte Knallgeräusche und sah wie das Fahrzeug Feuer fing. Bei der späteren Untersuchung des Wohnmobils fand man die beiden Dienstwaffen der 2007 in Heilbronn ermordeten Polizistin und ihres Kollegen. Ebenfalls logisch. Wenn man eine Polizistin ermordet und einen Polizisten schwer verletzt, dann ist es das Gebot der Stunde deren Dienstwaffen an sich zu nehmen. Und diese dann auch noch 4 Jahre mit sich zu führen. Vielleicht möchte die Polizei sie ja irgendwann zurück haben.

Am selben Tag löste die mutmaßliche Komplizin des Mörder-Duos – Beate Zschäpe – eine Explosion in der Wohnung aus, in der sie zusammen lebten. Offenbar das Hauptquartier des untergetauchten National-Sozialistischen Untergrundes (NSU). Denn dort fand die Spurensicherung der Polizei zwei DVDs mit einem mäßig lustigen Verschnitt aus Paulchen-Panther-Szenen. Zusammengeschnitten mit Botschaften sowie Bildern ihrer Opfer. Aufnahmen oder persönliche Botschaften der Verdächtigen waren indes wohl nicht drauf. Auch nicht mit Kapuze und verzerrter Stimme. Was technisch eigentlich kein Problem wäre, für jemanden der diese Szenen zusammenschneiden und manipulieren konnte.

Rätselhaft ist auch, warum auf einmal – nach so vielen Jahren des Schweigens – zunächst beim Spiegel und später auch bei anderen Zeitungen Kopien dieser Bekenner-DVDs im Briefkasten liegen. Da hat ja wohl jemand lebhaftes Interesse daran, den National-Sozialistischen Untergrund (NSU) ganz groß rauszubringen. Logisch, hatte er doch in der Vergangenheit noch nicht einmal ein Mauerblümchendasein gefristet. Da muss dann schon etwas Werbung gemacht werden.

Beate Zschäpe hat sich am 8. November 2011 in Begleitung eines Familienrechtlers bei der Polizei gestellt. Also mehr oder weniger mit dem nächstbesten Anwalt, den sie auf die Schnelle auftreiben konnte. Zuerst hieß es, sie wolle ein umfassendes Geständnis ablegen und die Kronzeugenregelung in Anspruch nehmen. Was ihr aber dann offenbar ihr zugeteilter Rechtsanwalt für Strafrecht wieder ausgeredet hat. Vielleicht wäre es – meines Erachtens – für Beate Zschäpe aber besser auszupacken. Alles was sie weiß. Denn sie weiß sehr wahrscheinlich zu viel. Und wenn dieses Wissen aktenkundig ist, könnte sich das lebensverlängernd für sie auswirken.

Werden eigentlich schon Wetten abgeschlossen, ob und wann Beate Zschäpe einem heimtückischen Selbstmord zum Opfer fällt? Sorry, das ist jetzt weder zynisch noch herzlos gemeint. Nur eine Frage aufgrund der gegenwärtigen Lage. Es geht nämlich darum, wie lange die veröffentlichte Meinung den Popanz des Neonazi-Terrors noch aufrecht erhalten kann. Danach rollen Köpfe.

Alois Mannichl, der wenige Monate nach seiner unheimlichen Begegnung der unglaublichen Art aus Passau weg befördert wurde, schnupperte indes wieder Morgenluft. Er glaubte anscheinend, quasi als Trittbrettfahrer von der Geschichte über den National-Sozialistischen Untergrund (NSU) rehabilitiert zu werden. Den Gefallen hat man ihm wie es scheint bisher noch nicht getan. Vor gut einem Jahr fragte mich einmal jemand: »Kennst du den Unterschied zwischen Alois Mannichl und Passau?«. Ich verneinte grinsend und er gab mir zur Antwort: »Über Passau lacht die Sonne. Über Mannichl die ganze Welt«.

Gut, zumindest ich werde jetzt ein umfassendes Geständnis ablegen: Die Sache mit dem Schmarr’n an der Haustüre und der Kinderbastelschere war natürlich ein Schmarr’n. Aber wer hat denn überhaupt mit dem Quatsch angefangen?

MfG
Hans

5 Antworten zu “’s mannichelt wieder”

  1. Gilbert sagt:

    Guten Morgen, Hans,

    selbst wenn man von der Verschwörungstheorie absieht (so einen Hype aufzublasen wäre ja für die politischen Schreihälse nicht ganz ungefährlich) und dem Grüppchen die Taten unterstellt, passt immer noch nichts in irgendein Terroristenszenarium, dafür aber so ziemlich alles in ein typischen Soziopathenschema (die Nagelbombenbehauptung eingeschlossen). Anscheinend denken aber geschätzt 75% der Leute nicht nach, sondern glauben den Mist. Die Pläne der Politheinis bei dem Ganzen sind allerdings wesentlich ambitionierter als nur ein NPD-Verbot. Dazu haben sich mal zwei SPD-ler verquatscht, und wenn es nach denen geht, tragen demnächst auch wir gestreifte Kleidung und treffen uns regelmäßig auf dem Appellhof in Dachau.

    Also, wir sehen uns,
    Gilbert

  2. Hans sagt:

    Grüß Gott Gilbert.

    Dachau? Schön, ich bring Bier mit. Hoffentlich haben die was Längsgestreiftes. Querstreifen machen dick. 😀

    Wenn man dem Treiben unserer Volldemokraten in der Sache zuschaut, dann drängt sich förmlich der Verdacht auf: Da gilt es etwas zu verbergen. Diese aufgeregte und penetrante Art von »Berichterstattung« kennen wir doch schon von etlichen anderen Gelegenheiten. Deshalb habe ich oben dieses Mannichl-Märchen noch einmal bemüht. Der braune Lack, der eilig über die gezielten Morde geschmiert wurde, bröckelt bereits ab. Am Ende werden Köpfe rollen. Hoffentlich bald, ich krieg Brechreiz von diesem widerlichen Geseiere in den Medien.

    Man muss schon ein wirklich fanatischer Anhänger der veröffentlichten Meinung sein, diese gequirlte Kacke von Fremdenhass und Rechtsextremismus zu glauben. Sogar Antisemitismus war eine Zeit lang im Gespräch. Natürlich musste auch der Ruf nach einem NPD-Verbot erschallen. Getreu dem sattsam bekannten Ablenkungsmanöver: »Haltet den Dieb!«. Dabei dürfte die NPD sowas von überhaupt nichts mit den Dönermorden zu tun haben. Ein Verbot der Deutschen Blockpartei CDUCSUFDPGrüneSPD, dem Auftraggeber des Verfassungsschutzes, würde da eher Sinn ergeben. Und die Betreiber der BRD haben sich ja für die Dönermorde bereits öffentlich entschuldigt, den Hinterbliebenen der Opfer eine Entschädigung in Aussicht gestellt. Wenn das keine Schuldanerkenntnis erster Klasse ist.

    Ob es nun für die politischen Schreihälse nicht ganz ungefährlich sei, so einen Hype aufzublasen, geht bei meiner Betrachtungsweise am Thema vorbei. Die vergaloppieren sich doch andauernd irgendwie und genau so schnell wächst wieder Gras über die Sache. Selbst dieser feine Herr Dr. von und zu wagt es schon wieder, seinen Kopf aus der Versenkung zu heben.

    Wer auch immer dahintersteckt, man hatte noch die »Altlasten« namens Dönermorde rumliegen. Bis November 2011 unaufgeklärt. Außerdem waren diese beiden nützlichen Idioten für die Schmutzarbeit, Mundlos und Böhnhardt, immer noch da. Die wussten zuviel. Als sich letztere als immer nutzloser erwiesen, wurden sie – nach ihrem 14. erfolgreichen Banküberfall! – erschossen und die Spuren entsprechend präpariert. Dann mussten nur noch erwähnte politische Schreihälse und selbstverständlich die Medien mit den passenden Stichworten versorgt werden, schon entwickelte sich die bekannte Eigendynamik. Die Reaktionen sind ja mittlerweile vorhersagbar, weil oft genug geübt. Und gucke da, die Maschinerie lief ab wie immer.

    Apropos Verschwörungstheorie: Auch Teile der so genannten veröffentlichten Meinung hegen Zweifel – [Klick mich]. Nunja, nach etwas Überzeugungsarbeit werden diese Zweifel sicher bald ausgeräumt sein. 😉

    MfG
    Hans

  3. zdago sagt:

    na ja – mehr ist ja nicht dazu zu sagen. Mehr – was soll mit diesem Hype aus den Medien vertrieben werden? Immerhin hat man schon zwei Killerphrasen zusammengeschmissen – rechtsextrem und Terrorist. Jeder einzelne dieser Vorwürfe ist in der Bananenrepublik schon vernichtend. Obwohl der Terrorroller den Terrorismusvorwurf sehr entwertet hat – hat hat selbst der Durchschnittsdeutsch zum Schluß nur noch gelacht.
    Jetzt fehlt nur noch der Kinderschändervorwurf – dann ist das Optimum erreicht.
    Meine Frage lautet jetzt nur och: wann erleben wir den kinderschändenden Rechtsterroristen ?

    Was waren das noch Zeiten, als die PR-Agenturen noch erfinderisch waren. Wer erinnert sich noch an die babyfressenden Scharfschützen aus Bosnien der pfälzer Schlaftabelette, oder an die Brutkästenleerer der US-PR.
    Das waren noch echte Glanzleistungen – Gladio und Loge P9 waren noch richtigt verdeckt.

    Es geht halt alles bergab !
    mfg zdago

  4. Gilbert sagt:

    Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Leute arbeiten, siehe z.B. hier auf der absoluten Wahrheitsskala. Hier noch ein kleiner Lesetip, wie man das Ganze ideologisch untermauert.

    Mein Tip: nachdem jetzt mit Bundesanwaltschaft und BKA absolut gesetzlose Organisationen das Heft in der Hand haben, werden weitere politische Verhaftungen wie die des ehemaligen NPD-Funktionärs folgen, um im nächsten Jahr die letzte Opposition gegen den Wahnsinn auszuschalten. Die Medien, die weniger Intelligenz als ein gelöschtes Tonband besitzen, operieren ja jetzt bereits kräftig. Trotz linker Morgensterne gegen deutsche Polizisten in Gorleben gibt es nur Horrorberichte über rechte Gewalt, die fast so absurd sind wie Artikel aus dem Stürmer.

    Bevor ich’s vergesse, Hans: ich hätte dann gerne ein paar Flaschen Dunkles und ebensolches Hefeweizen. Und Längsstreifen wären mir auch genehm. zdago? Auch noch Wünsche?

  5. zdago sagt:

    Hallo Gilbert,

    Wünsche – na ja – ich würde mir das gerne von Außen anschauen -so vom Raumschiff Enterprise aus oder so, anstatt aus dem Zentrum der Bananenrepublik. Das wäre weitaus unterhaltsamer.
    mfg zdago