Diese Webseite verwendet im Normalbetrieb keine Cookies. Es sei denn, Sie schreiben hier Kommentare. Oder Sie versuchen sich anzumelden.cookies policy.     HABS KAPIERT

Langsam wird es höchste Zeit für die »Internationale Hochfinanz«. Das gute alte Geldsystem, das nur durch kontinuierliches Wachstum existieren kann, stößt an seine Grenzen. Eigentlich wäre das noch kein wirkliches Problem. Wie wir in der Vergangenheit gelernt haben, wird das – was wir als Geld betrachten – einfach weniger wert. Was also nach Wachstum aussieht ist in Wahrheit nichts anderes als eine schleichende Enteignung. Auch Inflation genannt. Aber trotzdem ging es bisher immer irgendwie weiter. Nur hat die »Internationale Hochfinanz« in den vergangenen 10 oder 20 Jahren den Bogen etwas überspannt. Irgendwann rächt es sich von selbst, wenn man aus dem Arbeitsprozess der Völker immer mehr Geld abzweigt und noch dazu ein künstliches Finanzvolumen aufbauscht, das aller Realität Hohn spricht. Das Geldsystem, wie wir es heute kennen, droht in Kürze zusammenzubrechen. Das behaupte nicht ich, sondern anerkannte Wirtschaftswissenschaftler.

Doch für solche Endzeitszenarien hat die »Internationale Hochfinanz« bekanntlich ein probates Mittel: Krieg. Und wer ist für einen Krieg besser geeignet als die USA? Das Land ist über 20 Jahre nach dem Ende des »Kalten Krieges« noch immer bewaffnet, als stünden morgen Stalins Rote Armee, Maos Volksbefreiungsarmee und Pol Pots Rote Khmer vor der Tür. Wie bereits im Jahre 1898 verstehen es die USA noch heute, einen Krieg oder eine Kriegsbeteiligung herbei zu lügen wenn die Finanzen im Lande zur Krise mutieren. Plump, wie üblich. Aber wer traut sich schon offiziell Kritik zu üben, wenn es um die machtpolitischen und finanziellen Interessen der am höchsten gerüsteten Nation der Erde geht. Mahmud Ahmadinedschad, ja. Aber der hat dafür auch eine ganz schlechte Presse im Westen.

Nach Afghanistan und dem Irak ist augenscheinlich der Iran das erklärte Ziel US-amerikanischem Expansionsgeistes in jüngerer Zeit. Nicht dass sie eines dieser Länder annektieren wollten. Darum geht es nicht, sondern um deren Bodenschätze und bestimmte »landwirtschaftliche Erzeugnisse« (siehe: Moskau befremdet: USA wollen Anbauflächen mit Opiummohn in Afghanistan nicht vernichten). Hinzu kommen frische Umsätze für den militärisch-industriellen Komplex der USA. Ein nicht ganz unerheblicher Wirtschaftsfaktor. Jede Bombe die eine Hochzeitsgesellschaft auseinandersprengt, jeder Bunker-Buster der einen Luftschutzbunker samt Insassen pulverisiert und schlicht jede einzelne verschossene Patrone müssen schließlich nachbeschafft werden. Dafür lohnt es sich doch, Millionen toter Zivilisten in Kauf zu nehmen. Es trifft ja keine US-Wähler.

Für den Überfall auf Afghanistan 2001 war noch ein aufwändiges 9/11 nötig. Letzteres fand selbstverständlich ganz ehrlich nicht mit Wissen oder Zutun der US-Regierung statt. Sagen sie jedenfalls dauernd. Für den Einmarsch im Irak 2003 genügte schon die bloße Behauptung einer Mittäterschaft Saddam Husseins an 9/11 und Colin Powells phantasievolle Powerpoint-Präsentation vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Zwar war schon vor Powells Auftritt allen bekannt, dass sich die US-Regierung den ganzen Mist nur aus den Fingern gesogen hatte. Was die USA letztlich nicht daran hinderte, den millionenfachen Raubmord im Irak zu vollziehen. Getreu dem Motto »weniger ist mehr« wurde vielleicht dieser Tage der schon lange prophezeite Krieg gegen den Iran mit einem Plot in der Art FBI-Kindergarten eingeläutet.
Siehe: FBI-Kindergarten
Und: Neues aus dem FBI-Kindergarten

Das ging wie üblich ab. Man sucht sich einen nützlichen Idioten. Sagen wir, einen ebenso unterbelichteten wie glücklosen Gebrauchtwagenverkäufer aus Texas mit iranischer Abstammung. Nennen wir ihn der Einfachheit halber Manssor Arbabsiar. Dessen Cousin ist angeblich ein hohes Tier bei der Al-Quds-Einheit. Eine Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarden für exterritoriale Einsätze. Also so etwas wie die berüchtigten United States Navy SEALs oder andere Einheiten westlicher Provenienz. Dieser Cousin hatte angeblich die Idee, den saudischen Botschafter in den USA von der mexikanischen Drogenmafia entführen und ermorden zu lassen. Außerdem wollte Arbabsiar noch eine israelische Botschaft in die Luft jagen. Das gestand Arbabsiar nach mehrtägigem Verhör. Wer an den Verhören alles beteiligt war, ist nicht genau bekannt. Wie sich jedoch zwischenzeitlich herumgesprochen haben dürfte, kommt bei einem mehrtägigen US-Terror-Verhör jedes Wunschgeständnis zustande. Diese Verhörspezialisten sind Tiere.

»Die Idee, dass sie ein mexikanisches Drogenkartell anheuern, um den Botschafter umzubringen – das kann niemand erfinden, oder?«, meinte US-Außenministerin Hillary Clinton. Meine Güte, ist die wirklich so blöd? Ob Manssor Arbabsiar wirklich seinen Cousin im Iran getroffen hat, ob sie miteinander gesprochen haben oder ob er sich das alles nur einbildete; auf jeden Fall nahm er – vermittelt durch einen Verwandten seiner Ex-Ehefrau – Kontakt zur mexikanischen Drogenmafia auf. Meinte er jedenfalls. Der Verwandte seiner Ex war V-Mann bei der Drogenfahndung und hatte nichts eiligeres zu tun, als seine Vorgesetzten zu informieren. Die besorgten Arbabsiar in Mexiko einen Aussteiger aus der Drogendealerszene, der nun mit den US-Behörden zusammenarbeitet.

Die US-Behörden beschafften Arbabsiar auch das Geld, um die Attentäter zu bezahlen. Passend zu seinem Beruf nannte man die Operation »Chevrolet«. Als ihm aber die zweite Einreise nach Mexiko verweigert wurde, flog er mit dem nächstbesten Flugzeug nach New York, wo das FBI ihn schließlich verhaftete.
Siehe: Codename „Chevrolet“

Wer sich schon immer gefragt hat, wo die USA nur diese vielen »Terroristen« her bekommen: Sie basteln sie selbst. Selbst wenn dieser glücklose Gebrauchtwagenverkäufer vorgehabt hat, den saudischen Botschafter in Washington mithilfe der mexikanischen Drogenmafia zu töten, er hätte es niemals umsetzen können. Nicht ohne Hilfe des FBI. Manssor Arbabsiar hatte keinen müden Dollar mehr auf der Naht. Sein Haus wurde gepfändet, der Strom in seiner Wohnung abgestellt. Und, wie sein früherer Geschäftspartner berichtete, war Arbabsiar auch nicht besonders intelligent. Warum sollte die Al-Quds-Einheit ausgerechnet mithilfe eines solchen Trottels ein so komplexes Attentat planen?
Siehe: “Sie wollten 007 und bekamen Mr. Bean“

Und warum sollte die Al-Quds-Einheit überhaupt den saudischen Botschafter ermorden wollen? Das würde dem Iran absolut nichts nutzen. Erstens gibt es Botschafter auf dem Nachschubweg (Durchschlagformular ausfüllen). Zweitens würden sie damit den USA einen Kriegsgrund frei Haus liefern. Bekanntlich sind die USA schon lange nicht mehr wählerisch mit ihren Kriegsgründen. Vor allem in Zeiten, in denen das Geldsystem seinen Zenit längst überschritten hat.

»Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln«, schrieb Carl von Clausewitz im Zeitalter der Romantik in seiner Reihe »Vom Kriege«. Heute könnten wir aus leidvoller Erfahrung hinzufügen: »Der Krieg ist auch die Fortsetzung des Geldgeschäftes mit anderen Mitteln«. Das wissen wir nicht erst seit Afghanistan.

MfG
Hans

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