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Ein bisschen spät – voriges Wochenende war ich anderweitig gebunden – aber dennoch nicht vergessen: Papst Benedikt XVI. sprach in seiner Eigenschaft als Staatsoberhaupt des Vatikan vor dem Deutschen Bundestag und Mahmud Ahmadinedschad sprach in seiner Eigenschaft als Regierungschef des Iran vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen.

Wenn der Papst vor dem Deutschen Bundestag eine historische Rede hält, dann lassen sich drei Dinge mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen. Auch ohne jegliche prophetische Begabung. Erstens werden im Vorfeld wieder die alten Kindersexskandale in der Katholischen Kirche aufs Tapet gebracht. Zweitens werden Abgeordnete in hellen Scharen der Rede fernbleiben. Drittens wird der Papst schlau genug sein, mit seiner Rede den »Deutschen Qualitätsmedien™« keine Angriffsfläche zu bieten.

Wenn Mahmud Ahmadinedschad vor den Vereinten Nationen auftritt und eine Rede hält, dann lassen sich drei Dinge mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen. Auch ohne jegliche prophetische Begabung. Erstens wird Ahmadinedschad kluge Fragen stellen. Zweitens werden ganze Delegationen in hellen Scharen den Sitzungssaal verlassen. Drittens steht kurz darauf in den »Deutschen Qualitätsmedien™« zu lesen, welche Ungeheuerlichkeiten Ahmadinedschad mal wieder vom Stapel gelassen hat.

Papst Benedikt XVI. hat gegenüber Mahmud Ahmadinedschad in der deutschen Medienlandschaft einen unschätzbaren Vorteil. Er spricht Deutsch. Weshalb es schwer fallen dürfte den Inhalt seiner Äußerungen nennenswert zu verfälschen. Und wenn über 100 Abgeordnete von LinkInnen, SozialdemokratInnen und GrünInnen dem Plenarsaal fernblieben, stellten sie sich nur selbst ein Armutszeugnis aus. Indem sie die vielen gläubigen Katholiken auf dem Gebiet der BRD missachteten. Also konnte der Papst nur gewinnen.

Anders hingegen Mahmud Ahmadinedschad am 21. September in New York vor der UNO. Während seiner Rede verließen ganze Delegationen von NATO-Staaten den Sitzungssaal wie brave Kindergartenkinder. Der Deutsche Außenminister (Wie heißt der noch gleich?) glänzte von Haus aus durch Abwesenheit. Und offenbar waren die »Deutschen Qualitätsmedien™« auch nicht zugegen. Denn wie ließe sich sonst der Bockmist erklären, der tags darauf in Presse, Funk, Fernsehen und Internet verzapft wurde?

tagesschau.de zum Beispiel schreibt:

Eklat bei UN-Vollversammlung in New York

Ahmadinedschads Rundumschlag gegen den Westen

Mit wüsten Beschimpfungen gegen die USA, die NATO und den Westen allgemein hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad wieder für einen Eklat bei den Vereinten Nationen gesorgt. Dutzende Delegierte aus den USA, Europa und anderen Staaten verließen in New York demonstrativ den Saal, als Ahmadinedschad „die, die sich freiheitliche Demokratien nennen“, als „Wurzel des Bösen“, als „Sklavenmeister und Kolonialherren von damals“ bezeichnete.

„Krude Tiraden“ gegen den Westen

Auch die deutsche Delegation ging hinaus. Ein Sprecher des Außenministeriums begründete dies mit Ahmadinedschads „kruden Tiraden“ gegen die USA, Israel und den Westen insgesamt. Außenminister Guido Westerwelle war zu der Rede gar nicht erst erschienen.

Aus französischen Delegationskreisen hieß es, die Europäer hätten sich vorab auf das Verlassen des Saales verständigt, sobald Ahmadinedschad den Holocaust erwähne.

„Wirkliche Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Glück sind das Recht aller Nationen. Das kann nicht von der Arroganz und den Gewehrläufen der NATO unterdrückt werden“, hatte Ahmadinedschad gesagt. Die Medien seien unter einer „imperialistischen Knechtschaft und schweigen jeden tot, der den Holocaust und die Ereignisse des 11. Septembers 2001 in Frage stellt“.

Entschädigungszahlungen wegen Sklaverei gefordert

Außerdem machte er die USA für Kriege und die Finanzkrise verantwortlich und forderte den Westen zu Entschädigungszahlungen wegen der Sklaverei auf. „Sie unterstützen offiziell Rassismus“, sagte Ahmadinedschad. Er empfahl zugleich eine neue Weltordnung. Erlösung von Tyrannei und Diskriminierung könne nur Allah bringen.

Vor dem UN-Gebäude protestierten derweil Hunderte Menschen gegen die Anwesenheit des iranischen Präsidenten.

Vor einem Jahr hatte Ahmadinedschad für einen ähnlichen Eklat gesorgt, als er behauptete, die Amerikaner hätten die Anschläge vom 11. September, bei denen fast 3000 Menschen starben, selbst inszeniert.

Quelle: tagesschau.de – Ahmadinedschads Rundumschlag gegen den Westen

Dieser Tenor zieht sich durch die ganze Medienlandschaft. Egal ob Spiegel, Focus, Welt – um nur drei zu nennen. Besonders dreist an der Stelle wie üblich die »Bild«. Die setzt auf bewährten Hetzjournalismus, wie weiland Julius Streicher. Zu rein dokumentarischen Zwecken möchte ich hier das Pulitzer-Preis verdächtige Meisterwerk journalistischen Schaffens konservieren.

Irrer Auftritt in New York
Ahmadinedschad: 9/11 war inszeniert!
IRANS PRÄSIDENT VERBREITET NEUE WAHNSINNS-THESEN

Der Irre von Teheran kann es nicht lassen! Jetzt behauptet Präsident Mahmud Ahmadinedschad, die Anschläge vom 11. September seien inszeniert gewesen…

Die UN-Vollversammlung am Donnerstag in New York:

Dutzende Delegierte verließen den Saal bereits, als Ahmadinedschad den Westen und die USA für Weltkriege, Massenmord und Vertreibung verantwortlich machte.

Die US-Delegation wie auch zahlreiche Europäer äußerten auf diese Weise ihren Protest.

HASS-REDE

„Einige europäische Länder nutzen jetzt noch, nach sechs Jahrzehnten, den Holocaust als Ausrede, die Zionisten in Israel mit Geld zu versorgen“, sagte Ahmadinedschad laut UN-Übersetzung vor der UN-Vollversammlung.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Ahmadinedschad seine Auftritte vor der Generalversammlung zum verbalen Rundumschlag gegen den Westen genutzt.

IRRES INTERVIEW

Nach seinem Eklat-Auftritt vor der Uno legte der iranische Despot dann noch mal nach:
Im Interview mit der Nachrichtenagentur AP bezeichnete Ahmadinedschad die Anschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 als inszeniert!

Als Ingenieur sei er sich sicher, dass die beiden Wolkenkratzer nicht allein durch den Aufprall der Flugzeuge zum Einsturz gebracht werden konnten.
Die irre These des Irren von Teheran: Es soll eine geplante Explosion stattgefunden haben!

Rund um die Ereignisse bestünden offene Fragen, mit denen sich die Welt noch beschäftigen müsse, sagte Ahmadinedschad weiter.

Ein Besuch des Ground Zero war dem iranischen Präsidenten im vergangenen Jahr verweigert worden. In diesem Jahr werde er nicht erneut einen Antrag stellen, sagte er.

Stattdessen schockiert er die Welt mit seinen Wahnsinns-Thesen!

In dem AP-Interview schreckte Irans Präsident zwar davor zurück, der amerikanischen Regierung direkt ein Komplott zu unterstellen.

Er sagte aber: Es gebe in der Welt Zweifel – ob damals alles mit rechten Dingen zugegangen sei.

Quelle: Bild – Ahmadinedschad: 9/11 war inszeniert!

»Die ›Bild‹ ist sicher nicht die filigranste Geige«, lässt man so oder ähnlich einen bezahlten C-Promi in der Fernsehwerbung sagen. Zum Verfasser des vorher gehenden Machwerkes fällt mir nur die Geige ein, die mit A anfängt. Nun muss man niemand groß erklären, was die »Bild« ist. Irgendwo habe ich mal den Satz aufgeschnappt: »Wer die Bild für eine Zeitung hält, der betrachtet auch eine Kosmetikerin als Gehirnchirurgin«. Doch selbst einer Rolle Klopapier ließe sich das Etikett »Zeitung« ankleben. Vermutlich fänden sich sogar zahlungswillige »Leser« dafür. Wen würde das überraschen in einer Welt, in der weiße Leinwände zum Kunstwerk und Zahlenreihen aus einem Zufallsgenerator zur musikalischen Komposition verklärt werden?

Auch wenn die Länge des Textes den Rahmen hier eindeutig sprengt möchte ich an dieser Stelle den viel gescholtenen Mahmud Ahmadinedschad selbst zu Wort kommen lassen:


Vollständige Rede von Präsident Ahmadinedschad

vor dem UN-Plenum in New York

Mahmud AhmadinedschadSehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren! Ich danke Gott, der mir die Gelegenheit gegeben hat, mich in dieser Versammlung vorzufinden. Ich bedanke mich bei dem vorigen Vorsitzenden und gratuliere dem neuen Vorsitzenden. Ich ehre und gedenke der Opfer der Katastrophen im vergangenen Jahr, u. a. die der Erdbeben und Atomkatastrophe in Japan, der Hungerkrise in Somalia und der Sturmflut in Pakistan. Ich rufe alle dazu auf, die Unterstützung und die Hilfen für die Überlebenden zu intensivieren.

In den vergangenen sechs Jahren haben wir über unterschiedliche globale Themen und über die Notwendigkeit von Änderungen und Reformen bei den Beziehungen gesprochen. Angesichts der zunehmenden Entwicklungen widmen wir uns heute aus einer weiteren Perspektive diesem Thema.

Ihr wisst, dass der Mensch auf Grund seiner menschlichen Natur, eine göttliche Gabe und ein Ausdruck göttlichen Geistes, den anderen Wesen überlegen ist. Hierzu zählen der Glauben an den ewigen Gott, der Schöpfer und Machthaber über alles ist und alle Geschicke leitet, die Nächstenliebe, Großzügigkeit und Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit in Wort und Tat, Würde und Streben nach materieller und spiritueller Erhabenheit, Freiheit und Freiheitsliebe, Forderung nach Freiheit, Verneinung der Unterdrückung, Diskriminierung und Unterstützung der Unterdrückten, Forderung von Wohlstand, Glück, Frieden und stabiler Sicherheit für alle. Das sind einige Attribute, die durch die göttliche Natur im Menschen in Erscheinung treten. Sie zeigen sich sehr deutlich in den historischen Wünschen über das literarische Erbe, in Kunst und in Forschungsarbeiten. Auch kulturelle, soziale und politische Entwicklungen und Bewegungen spiegeln diesen Geist wider.

Alle göttlichen Propheten und Reformer haben zu diesen Tugenden aufgerufen. Gott hat den Menschen mit all diesen Tugenden ausgestattet und ihm dabei die Ehre erwiesen, bis zu seinem Nachfolger auf Erden aufsteigen zu können.

Freunde, es steht fest, dass trotz aller großen historischen Fortschritte wie die UN-Vollversammlung, die das Ergebnis von Kämpfen und Einsatz freiheitsliebender und gerechter Menschen und internationaler Kooperationen ist. Die menschliche Gesellschaft heute weit entfernt ist von ihren Wünschen und ihrem angeborenen Idealsinn. Die Mehrheit der Völker ist über die gegenwärtige Situation unzufrieden. Den Menschen dürstet es nach Frieden, Fortschritt und Brüderlichkeit, dennoch sind wir Zeuge, dass Kriege, Massaker, weit verbreitete Armut, wirtschaftliche, soziale und politische Krisen, Diskriminierungen, Erniedrigungen und Unsicherheit die Rechte und die Würde und Ehre der Völker verletzen und ihnen Verluste und Schäden aufzwingen, die nicht wieder gut zu machen sind.

Auf der Welt fristen etwa 3 Mrd. Menschen ihr Leben mit weniger als 2.5 Dollar pro Tag, über eine Mrd. Menschen haben nicht einmal eine ordentliche Mahlzeit am Tag. 40% der ärmsten Menschen auf der Welt verfügen über nur 5% der Einkommen, 20% der reichsten Menschen auf der Welt aber besitzen 75% der gesamten Einkommen auf der Welt. Täglich erleiden 22.000 Kinder einen tragischen Hungertod. 80% der Finanzmöglichkeiten in den USA stehen nur 10% der Bevölkerung zur Verfügung; die weiteren 20% der Möglichkeiten werden von 90% der Bevölkerung genutzt. Welchen Grund kann man dafür finden und wo liegen Lösungen?

Die Herrscher, die die Welt dirigieren, vertiefen die Kluft zwischen Moral und Spiritualität und dem gesellschaftlichen Leben und behaupten auch noch, dass der Grund der Probleme darin liegt, dass die Menschen die Wegweisungen der Propheten befolgt haben und dass die Völker selbst schwach aufgetreten sind und dass die Misere das Werk von einigen Gruppen und Personen sei. Sie glauben, dass einzig ihr eigener Weg und ihre Ideen und Richtlinien der menschlichen Gesellschaft die Rettung bringen können.

Doch Freunde, sollte man den wahren Grund für die Missstände nicht doch bei dem herrschenden System auf internationaler Ebene und bei dem globalen Management suchen? Achtet bitte auf diese Fragen: Welche Leute waren es, die durch Jahrhunderte hindurch und in der Ära der Sklaverei mehrere Dutzend Millionen Menschen gewaltsam von Afrika und anderen Orten entführten und in Amerika und Europa zu Opfern ihrer Gelüste und Gier gemacht haben?

Wer hat vier Jahrhunderte Kolonialismus, Besatzung, Plünderung und Ausbeutung von anderen Ländern, die Vernichtung von Talenten, Sprache, Kultur und Identität anderer Völker zu verantworten? Wer hat den ersten und den zweiten Weltkrieg mit etwa 70 Mio. Todesopfern und hunderten Mio. Verletzten, Obdachlosen und Flüchtlingen und die Kriege in Korea und in Vietnam zu verantworten? Wer hat mit Tücke und List die Zionisten und damit mehr als 60 Jahre Krieg, Flucht, Terror und Massaker dem palästinensischen Volk und den Völkern der Region aufgezwungen und die Verbrechen unterstützt? Wer hat Jahrzehnte lang Diktaturen und Putsch-Regierungen den Völkern in Lateinamerika, Afrika und Asien aufgezwungen und mit denen gute Beziehungen unterhalten? Wer hat gegen wehrlose Menschen Atombomben eingesetzt und wer hat heute noch tausende Atomsprengköpfe gebunkert? Wessen Wirtschaft basiert heute auf Waffenverkauf und Kriegstreiberei, um diese Waffen auch zu verbrauchen?

Wer hat Saddam Hussein für seinen Angriff auf Iran mit chemischen Waffen ausgerüstet und ihn motiviert, iranische Städte anzugreifen? Wer hat unter dem suspekten Vorwand des 11. September und im Grunde eigentlich für Beherrschung der Ölquellen und des Nahen Osten den Irak und Afghanistan angegriffen und dort Millionen Tote, Verletzte und Flüchtlinge hinterlassen? Wer hat das Devisenreservengesetz ausgesetzt und damit dutzende tausend Milliarden Dollar ohne hinterlegte Goldreserven freigesetzt, was natürlich Inflation auf den Weltmärkten zu Folge hatte? Wer hat jährliche Militärkosten in Höhe von 1000 Mrd. Dollar d. h. mehr als alle Länder der Welt zusammen? Wer droht anderen Völkern und unabhängigen Staaten immer wieder mit Krieg und Militärangriff? Welche Staaten haben auf der Welt die höchsten Schulden? Wer sind die eigentlichen Bosse bei Entscheidungsstellen für die Weltwirtschaft? Wer hat die Wirtschaftskrise verursacht, dessen Folgen nun Amerika, Europa und die ganze Welt zu spüren bekommen hat? Wer ist immer spontan bereit, tausende Tonnen Bomben auf andere Völker abzuwerfen, aber wenn es um Hilfeleistung an Hunger leidenden Menschen in Somalia oder anderen Orten der Welt, lange Monate braucht? Wer beherrscht den Sicherheitsrat, der für die Weltsicherheit verantwortlich ist? Dutzende weitere und ähnliche Fragen warten auf eine Antwort, die natürlich deutlich ist. Die meisten Regierungen und Völker haben keinen Einfluss auf diese Geschehnisse gehabt, weder jetzt noch in der Vergangenheit, sie sind eher die Opfer gewesen und beschädigt. Es liegt klar auf der Hand, dass die Drahtzieher der zwei Weltkriege und der chaotischen Zustände seit dieser Zeit bis heute eine neue Maske aufgelegt haben und so den Weltsicherheitsrat und die Zentren der politischen und wirtschaftlichen Macht auf der ganzen Welt kontrollieren.

Liebe Kollegen! Ist es akzeptabel, dass diese, die sich als einzige Verfechter der Demokratie und Freiheit und Menschenrechte und dergleichen sehen, und die unter diesem Vorwand andere Länder angreifen und besetzen, weiterhin ihre Führungsrolle behalten? Werden Freiheit und Demokratie aus den Raketen und Bomben der Nato blühen?

Sehr geehrte Damen und Herren! Manche Länder zahlen nun, sechs Jahrzehnte später, im Namen vom Holocaust den Zionisten weiterhin Schmerzensgeld und Schadenersatz. Ist es da nicht logisch, dass die Verursacher der Sklaverei und Imperialismus den geschädigten Völkern ebenfalls Schadenersatz zahlen? Sollte für die Sklaverei und für die Zeit des Kolonialismus Schadenersatz gezahlt werden, wie würden dann die Kapitalisten in den USA und Europa, die hinter den Kulissen sitzen, aussehen? Wird es dann noch eine Kluft zwischen Nord und Süd geben? Wenn nur die Hälfte der Militärkosten von Amerika und seinen Verbündeten in der Nato für die wirtschaftlichen Nöte der Völker verwendet werden, würde es dann noch eine Wirtschaftskrise geben? Wenn eine solche Summe den armen Ländern zur Verfügung gestellt wird, wie würde dann das Ergebnis aussehen? Amerika unterhält 268 Militär- und Informationsstützpunkte in Deutschland, 12 in Japan, 87 in Südkorea, 83 in Italien, 45 in England, 21 in Portugal und hunderte weitere in anderen Teilen der Welt. Haben diese Stützpunkte eine andere Bedeutung als Besatzung? Gefährden etwa die Atombomben, die in diesen Stützpunkten stationiert sind, nicht die Sicherheit der Völker?

Geehrte Damen und Herren! Die Frage ist doch, wo die Ursachen für dieses falsche Verhalten sind? Die müssen in den Überzeugungen und Ansichten der Herrscher gesucht werden. Eine Gruppe von Menschen, die sich zusammengeschlossen und organisiert haben, die nicht an Gott und den Weg der Propheten glauben, haben ihre Triebe, Gelüste und Ambitionen zu ihren Gott erhoben.

Für sie sind nur Macht und Reichtum das Ziel. Alles dreht sich nur darum, dass Macht und Geld erworben wird. Schwache Völker haben ihnen keine Hoffnung auf die Durchsetzung ihrer Rechte.

Fortschritt, Wohlstand und Würde sind bei dieser Gruppe mit der Vernichtung, Armut und Erniedrigung von anderen verbunden.

Sie sehen sich über andere und mit besonderen Konzessionen bevorzugt. Anderen räumen sie keinen Wert und kein Recht ein. Sie erlauben sich, die Rechte aller Völker und Regierungen mit Füßen zu treten. Mit Waffengewalt und Missbrauch internationaler Strukturen sehen sie sich als die Allmacht der Welt und Vormund aller Staaten und Völker. Internationale Gesetze werden einfach verletzt. Sie beharren darauf, ihre Lebens- und Sichtweise anderen aufzuzwingen. Der Rassismus wird offiziell unterstützt. Die Infrastruktur der Länder wird durch Kriege geschwächt und von anderen abhängig gemacht. Diese Situation wird dann missbraucht und die Reichtümer der Länder geplündert. Sie säen Zwietracht und Feindseligkeit unter den Völkern und Menschen, daraus entstehen Misstrauen und Unsicherheit und dadurch gehen die Möglichkeiten zum Fortschritt und Entwicklung verloren. Der Gier und Herrschaftssucht dieser Gruppe fallen Kultur, Identität, Leben und Hab und Gut der Völker, die menschlichen und moralischen Werte, Frauen, Kinder und Familien zum Opfer. Die Ressourcen der Länder werden ausgebeutet und geplündert. Um die eigenen Ziele zu erreichen und Interessen zu wahren, werden Tücke und List, Heuchelei, Verbreitung von Drogen und sogar Mord und Tötung von Menschen zugelassen und erlaubt. Nach der Besatzung von Afghanistan durch die Nato ist die Drogenproduktion in diesem Land um das Vielfache gestiegen. Sie dulden nicht die geringste Kritik oder Fragen. Statt auf Fragen zu antworten, sehen sie sich immer im Recht. Mit Hilfe ihres imperialistischen medialen Netzwerkes drohen sie und schüchtern jeden ein, der Fragen stellt. Gegenüber Fragen über den 11. September stoßen sie Drohungen zu Sanktionen und Militärangriffe aus. Im letzten Jahr als der Einsatz eines unabhängigen Untersuchungskomitees über den 11. September angefordert wurde, was der Wunsch der Völker und unabhängigen Staaten und sogar der des amerikanischen Volkes ist, wurden mein Volk und ich von der US-Regierung unter Druck gesetzt, uns wurde mit Krieg gedroht, anstatt eine klare Antwort zu geben.

Anstatt ein Komitee einzuberufen, das die Wahrheit herausfinden soll, wurde der Hauptverdächtige, der seit Jahren von ihnen beobachtet wurde, getötet und ins Meer geworfen. Wäre es nicht richtig gewesen, den Hauptverdächtigen vor Gericht zu stellen, damit die Hintermänner der Angriffe auf die Türme und der Unsicherheit herausgefunden werden? Warum sollte kein öffentlicher Prozess stattfinden, bei dem terroristische Gruppen und jene, die den Völkern der Region Krieg und Massaker aufgezwungen haben, vorgestellt werden könnten? Gibt es Informationen, die geheim bleiben müssen? Sie sehen die zionistische Idee als heilig und eine Hinterfragung des Zionismus und seiner Geschichte wird grundsätzlich als unentschuldbare Sünde abgelehnt, aber die Beleidigung und Schändung aller menschlichen und göttlichen Heiligtümer lassen sie zu.

Liebe Freunde und Kollegen! Wahre Freiheit, Gerechtigkeit, Recht auf Entscheidung, Würde, Wohlstand und stabile Sicherheit sind Rechte, auf die alle Völker Anspruch haben. Diese Werte können nicht mit der gegenwärtigen nicht anständigen Weltführung oder durch eine Einmischung von Imperialisten oder durch das Waffenrohr der Nato erreicht werden; dazu bedarf es der Unabhängigkeit und der Akzeptanz gegenseitiger Rechte, Geschlossen und Zusammenarbeit. Bietet die gegenwärtige Weltführung die Möglichkeit und Kompetenz, die Probleme der menschlichen Gesellschaften zu lösen und das historische Verlangen nach Frieden, Sicherheit und Gleichheit zu erfüllen? All jene, die ihre Überzeugungen bewahren und dennoch Reformen erreichen wollten, sind gescheitert. Die wertvollen Bemühungen der Blockfreien Bewegung, der Gruppen 77 und 15 und mancher Persönlichkeiten haben Wirkung gezeigt, konnten aber die Situation nicht ändern. Die Weltführung braucht Reformen vom Grund auf.

Was ist aber zu tun? Mit einem kollektiven Willen, Zusammenarbeit und allgemeiner Beteiligung müssen neue Pläne und Ideen her. Diese basieren auf die menschliche Natur und Gewissen und auf allgemein gültige menschliche Werte wie Monotheismus, Gerechtigkeit, Freiheit, Freundlichkeit und Glück und Wohl für alle. Die Idee zur Gründung der UNO ist eine große historische Errungenschaft für die Menschheit. Man muss sie wahren und die Kapazitäten ausschöpfen. Wir dürfen nicht erlauben, dass die UNO mehr als ohnehin schon ihren eigentlichen Stellenwert, d. h. als einen Ort wo gemeinsame Entscheidungen getroffen werden, verliert und zum Spielball der Großmächte wird. Für einen beständigen Frieden und Sicherheit muss eine allgemeine Beteiligung aller Mitglieder auf gerechtem Wege gewährleistet werden. Wir müssen im wahrsten Sinne des Wortes eine gemeinsame Weltführung durchsetzen. Dafür müssen die Regeln des internationalen Rechts und Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit die Basis bilden. Jeder von uns muss eingestehen, dass es keinen anderen Weg gibt außer einer allgemeinen Beteiligung an der globalen Weltführung, um so die Missstände zu beseitigen und die Unterdrückung und Diskriminierung zu unterbinden. Darin liegt der einzige Weg zum Glück der menschlichen Gesellschaft und der unbestreitbaren und wirklichen Wahrheit. Wir sind uns alle dieser Tatsache bewusst, das reicht aber nicht aus, denn wir müssen daran glauben und uns dafür einsetzen.

Liebe Freunde und Kollegen! So gesehen ist es das Recht aller Völker, sich an einer gemeinsamen Führung zu beteiligen. Wir, die Vertreter unserer Völker, müssen dieses Recht verteidigen. Manche Mächte wollen der Weltgemeinschaft die Hoffnung auf Verständnis und Zusammenarbeit nehmen, doch wir müssen daran glauben, dass wir eine wahre gemeinsame Führung aufstellen können. Die Vereinten Nationen wurden ins Leben gerufen, damit alle Völker sich aktiv an globalen Entscheidungen beteiligen können. Wir wissen alle sehr gut, dass dieses Vorhaben bisher nicht realisiert wurde; Grund dafür ist die fehlende Gerechtigkeit in der Struktur und in der Führung der UNO. Die Zusammensetzung des Weltsicherheitsrates ist ungerecht. Die UNO braucht grundlegende und wahre Reformen, die vom Plenum beschlossen werden müssen. Bei der Sitzung im vergangenen Jahr schlug ich vor, diese Dekade als „Dekade der gemeinsamen Weltführung“ zu benennen und dafür alle Kapazitäten auszuschöpfen. Heute wiederhole ich meinen Vorschlag und bin sicher, dass mit internationaler Zusammenarbeit und dem Einsatz von Ländern und Staaten, mit dem Rückhalt der Völker und mit dem Beharren auf Gerechtigkeit sehr schnell eine Zukunft angestrebt werden kann, die allen gehört. Das ist der Weg, den die reine Schöpfung in Richtung einer klaren Zukunft für die Menschheit eingeschlagen hat. Diese Zukunft wird dann Wirklichkeit, wenn die Menschen den Weg der Propheten und der Männer Gottes und der Nachfolger des erhabenen Propheten des Islam und den Weg von Imam Mahdi beschreiten. Die ideale und glückliche Gesellschaft wird dann erreicht werden, wenn ein vollkommener Mensch, der die Menschen wirklich und aufrichtig liebt, erscheint und das sind die endgültige und absolute Verheißung Gottes. Er wird mit Jesus Christus und vor allen Gottesfürchtigen, Freiheitsliebenden und Gerechten auf der Welt voran die Diskriminierung und Unterdrückung auf der Welt entwurzeln und den Menschen Wissen und Verständnis schenken und ihnen Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und Liebe bringen. Er wird allen Menschen die Schönheiten und Tugenden vorführen und jedem einzelnen ein glückliches Leben schenken.

Das Gewissen der Menschen ist erwacht und mit dem zunehmenden Allgemeinwissen dulden sie keine Erniedrigung, Unterdrückung, Diskriminierung und Verdummung mehr. Das große und zivilisierte Volk Irans ist bereit auf der ganzen Welt diesen reinen und stolzen Pfad mit anderen Nationen zu beschreiten und all seine Macht für ein globales Engagement einzusetzen.

Sei gegrüßt Liebe und Freiheit, Gerechtigkeit und Wissen und sei gegrüßt, du helle und strahlende menschliche Zukunft.

Quelle: IRIB – Vollständige Rede von Präsident Ahmadinedschad vor dem UN-Plenum in New York
(Formatierung und Korrektur von kleinen Tippfehlern durch den Verfasser dieses Artikels.)

Original abgelegt bei den UN unter: http://gadebate.un.org/sites/default/files/gastatements/66/IR_en.pdf Download, Engl., PDF

Dieser Text lässt einen staunen über soviel »Deutschen Qualitätsjournalismus™«. Wo sind da die »wüsten Beschimpfungen gegen die USA, die NATO und den Westen allgemein«? Oder seine »kruden Tiraden« gegen den Westen? Ahmadinedschad hat kluge Fragen gestellt, Vorschläge für eine bessere Welt unterbreitet. Einem fundamentalistischen Atheisten wie mir muten die häufigen religiösen Bezüge in Ahmadinedschads Rede vielleicht etwas antiquiert an. Aber wo er recht hat, hat er recht. Viele seiner Fragen würde ich auch stellen, wenn ich Gelegenheit dazu hätte. Und da stünde ich sicher nicht allein. Ehrliche Antworten auf Ahmadinedschads Fragen hat die veröffentlichte Meinung hierzulande nicht. Genau genommen sind ihr keine gestattet. Deshalb bleibt nichts anderes übrig als den Fragesteller zu verunglimpfen.

Heute ist Feiertag. Tag der Deutschen Einheit. Sicherlich werden in diversen Festtagsreden wieder Schmähungen über das so genannte »Dritte Reich« abgelassen. Das gehört zum guten Ton, ist mutig und zugleich völlig gefahrlos. Vielleicht kommt der eine oder andere Redner auch auf die Gleichschaltung der Presse im »Dritten Reich« zu sprechen. Ich wage zu prophezeien, dass nicht einer von denen auch nur im Entferntesten eine Ahnung hat wie perfide die westlichen Medien mittlerweile gleichgeschaltet sind. Und wenn es doch jemand weiß, dann traut er sich nicht es zu sagen.

MfG
Hans

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