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Ein anderer Junge zu klein Mäxchen: »Was soll das heißen, dein Opa ist tot? Er saß doch vorhin auf eurem Balkon«. Meint klein Mäxchen: »Ja, wir setzen ihn ab und zu raus damit man ihn sieht. Dann können wir wenigstens noch einmal seine Rente kassieren«.

Montag früh um sechs Uhr weckte mich das Meisterwerk Taiwanesischer Uhrmacherkunst auf meinem Nachttischchen mit der Nachricht: »Osama bin Laden ist tot«. Ach was, dachte ich schlaftrunken, das ist doch ein alter Hut. Wenig später, mit einer Tasse Kaffee in der einen und einer Zigarette in der anderen Hand, musste ich im Internet lesen dass die United States Navy SEALs Osama bin Laden in Pakistan aufgestöbert und bei der Gelegenheit gleich erschossen hätten. Ja, so kennen und lieben wir die Seals. Erst schießen dann fragen.

Ersten Meldungen zufolge waren die Seals in der Nacht zum 2. Mai mit drei Hubschraubern in Abbottabad (Pakistan) gelandet und hatten mit bin Ladens Al-Kaida-Leuten ein heftiges Feuergefecht. Am Ende soll ein schwer bewaffneter bin Laden noch eine seiner Frauen als menschlichen Schutzschild missbraucht haben. Was ihm aber nicht mehr viel nutzte. Nach zwei Schüssen ins Auge und in die Brust brach er tot zusammen. Im Anschluss identifizierten die Seals bin Laden mit einer ausgeklügelten Gesichtserkennungstechnik, sowie einem DNA-Test und transportierten ihn etwa 1.200 Kilometer zu einem Kriegsschiff im Arabischen Meer. Von wo er dann eilig auf hoher See bestattet wurde. Denn man wollte einerseits die Gefühle der Muslime nicht verletzen, nach deren Regeln ein Toter Moslem innerhalb 24 Stunden beigesetzt sein muss. Andererseits ging es darum, an Land keine Pilgerstätte für Terror-Fans zu schaffen. US-Präsident Barack Hussein Obama, der die Geschehnisse zusammen mit US-Außenministerin Hillary Clinton per Videoübertragung mitverfolgte, trat danach stolz vor die Fernsehkameras und verkündete den Sieg über Amerikas Staatsfeind Nummer Eins.

So jedenfalls die erste Propagandaversion. Steffen Seibert, Sprecher des regierenden Hosenanzugs in Berlin, brachte am Montag auf Twitter eine halbamtliche Verlautbarung mit den Worten: »#Kanzlerin: Obama verantwortlich für Tod tausender Unschuldiger, hat Grundwerte des Islam und aller Religionen verhöhnt«. Für sich alleingestellt wäre der Satz sicher nicht grundfalsch. Aber dann käme er wohl kaum von einem bundesdeutschen Regierungssprecher. Das würde er nicht im Traum wagen. Deshalb, lieber Herr Seibert, hier eine kleine Hilfestellung: Obama, das ist der mit der getürkten Geburtsurkunde. Osama, das ist der mit dem getürkten Sterbedatum.

Verschwörungstheorie? Falsch! Bin Laden ist bereits seit Jahren tot. Je nach Quelle starb er am 13. oder 16. Dezember 2001. Er litt am Marfan-Syndrom und an einer schweren Nierenerkrankung, war von regelmäßiger Dialyse abhängig. Eine denkbar schlechte Ausgangslage wenn man sich im Höhlensystem von Tora-Bora versteckt halten muss. Die USA suchten ihn wegen der angeblichen Planung der Anschläge vom 11. September 2001. Abgeschnitten von moderner medizinischer Versorgung konnte bin Laden nicht lange überleben. Letztendlich wurde sein Tod von Lungenkomplikationen verursacht.
Siehe: Report: Bin Laden Already Dead (engl.) vom 26. Dezember 2001

Zu Lebzeiten hat bin Laden öffentlich bestritten, er wäre in die Ereignisse vom 11. September 2001 verstrickt. Nach den Anschlägen sagte bin Laden in einem Interview mit dem Arabischen Nachrichtensender Al Jazeera: »Ich möchte der Welt versichern dass ich die kürzlich erfolgten Anschläge, welche anscheinend von Leuten aus persönlichen Gründen geplant wurden, nicht geplant habe«. Und weiter: »Ich lebe im Islamischen Emirat von Afghanistan und befolge die Regeln der Regierung. Der gegenwärtige Führer würde es nicht gestatten, eine solche Operation auszuführen«.
Siehe: Bin Laden says he wasn’t behind attacks (engl.) vom 17. September 2001

Vor seinem Tod im Dezember 2001 soll bin Laden wie auf diesen Fotos ausgesehen haben.

Das vierfache Ladchen

Nach Dezember 2001 tauchten von Zeit zu Zeit mysteriöse Tonaufnahmen von bin Laden auf, deren Echtheit immer erst von der CIA bestätigt werden musste. Ein Schelm, wer arges dabei denkt. Mit Bildern und Videos von bin Laden bewies die CIA zweifellos Phantasie. Aber kein glückliches Händchen.

Na, wie geht's der Nase Alter? Danke Kumpel, läuft bestens!

Diese beiden Nasenkönige waren ebenso ein Flopp wie der folgende Vertreter einer offensichtlich völlig anderen Abstammung.

bin falsch bin auch falsch

Letzterer wurde im Jahre 2002 der staunenden Weltöffentlichkeit auf einem Video vorgestellt. Das war das unbestreitbare Geständnis von Osama bin Laden, wie es hieß. Angeblich wollen US-Ermittler in Afghanistan eine bereits gelöschte oder überschriebene Videokassette in einem Wohnhaus gefunden haben. Sie konnten aber die urspünglichen Bild- und Toninformationen wiederherstellen. Schon erstaunlich, was die Leute von der CIA alles können.

»Es kam im Fernsehen, also ist es wahr«, heißt es so oder ähnlich in dem gleichermaßen unterhaltsamen wie interessanten Film »Wag the dog« mit Dustin Hoffman und Robert De Niro. »Wag the dog« ist Realsatire pur. Das obige Video hingegen wurde schon auf dem ersten Blick als Fälschung entlarvt. Doch im Jahre 2002 konnte bin Laden diesen hanebüchenen Humbug schon nicht mehr durch einen persönlichen Auftritt entkräften. Zugleich vertraute die CIA auf die Gutgläubigkeit der Durchschnittsbürger. Aber das war dann doch etwas zuviel. Weshalb man das Video dann auch nicht mehr weiter publizierte. Doch auf Youtube lässt es sich immer noch bewundern.

Wer erinnert sich noch an den Irak-Krieg von 2003? Damals war die große Mehrheit der US-Amerikaner fest davon überzeugt, dass Saddam Hussein mit den Vorfällen des 11. September 2001 zu tun hatte. Sie wussten alle, Saddam Hussein besäße Massenvernichtungswaffen und mobile Labore auf Lastwagen zur Produktion von Chemiewaffen. Er wollte auch so genanntes Yellow-Cake – eine Vorstufe von angereichertem Uran – zum Bau von Atombomben kaufen. Und selbstverständlich hatte Saddam Hussein Kontakte zur Al Kaida. Der damalige US-Außenminister Colin Powell präsentierte vor dem UN-Sicherheitsrat Powerpoint-Bilder von der bösen Irakischen Bedrohung als Beweis.

Der Irak ist bis heute nicht zur Ruhe gekommen. Über eine Million Menschen sind bereits in dem von der Bush-Regierung angezettelten Krieg gestorben. Zwischenzeitlich ist die US-Bevölkerung besser informiert und weiß, dass buchstäblich alle vorher genannten Kriegsgründe erstunken und erlogen waren. Colin Powell musste den UN-Sicherheitsrat öffentlich für seine Lügengeschichten um Verzeihung bitten.

Kommen wir zurück in die Gegenwart. Als die offizielle Nachricht von Osama bin Ladens Tod die Runde machte, gingen überall in den USA die Menschen mitten in der Nacht auf die Straße und jubelten. Feierten Partys. Offenbar haben die Leute in den letzten Jahren nicht das Geringste hinzugelernt. Sie werden von vorn bis hinten belogen und freuen sich auch noch. Am Tag zuvor waren die Umfragewerte von Barack Hussein Obama noch im Keller. Und nun lassen ihn alle hochleben.

Obama brauchte unbedingt einen Erfolg. Die US-Wirtschaft geht am Stock. Der US-Dollar verlor im Vergleich zum Euro immer mehr an Wert – wobei der Euro selbst auch schon lange nicht mehr das Gelbe vom Ei ist. Obamas großmäulige Wahlversprechen hatten sich als Wahlversprechen entpuppt. Er bringt nichts auf die Reihe. In anderthalb Jahren sind wieder Präsidentenwahlen in den USA. Da mussten sich seine Hintermänner etwas einfallen lassen. Ein Sieg über Osama bin Laden lässt sich immer gut verkaufen, so das wahrscheinliche Kalkül. Denn bis vorige Woche glaubten die meisten US-Amerikaner – und vermutlich größte Teil der übrigen westlichen Welt – dass bin Laden noch lebt und eine üble Bedrohung ist.

Also suchten sich Obamas Strategen offenbar jemanden aus, mit dem die USA noch ein Hühnchen zu rupfen hatten. Wer es war wird sich in Zukunft rausstellen. Jedenfalls fand man ihn in Pakistan, wo das US-Militär schon seit Jahren ein und aus geht. Sei es in Form von Soldaten oder mit Drohnen. Ist nicht weiter schlimm. Pakistan ist ja ein Verbündeter der USA. Die Navy-SEALs stürmten wie oben beschrieben das Haus in Abbottabad … ja, und dann lief es wohl irgendwie anders als die US-Propaganda es zuerst darstellte.

Ob es wirklich so einen besonders großen Schusswechsel gegeben hat, wird inzwischen stark bezweifelt. Möglicherweise waren die Seals die einzigen die schossen. Aber das ist noch Spekulation. Sicher ist, dass sie einer Frau des Hausherrn ins Bein schossen. Der Hausherr selbst war unbewaffnet. Was die Soldaten nicht davon abhielt, in mit zwei Schüssen niederzustrecken. Nicht weil sie sich – wie dargestellt – im Feuergefecht in Sekundenbruchteilen entscheiden mussten. Sie hatten den Auftrag das Ziel zu töten. Capture and kill – eine Anordnung die auf George W. Bush zurückgeht.

Die Videostunde, in der Obama und Clinton angeblich über das Geschehen zeitsynchron informiert wurden, war nach wenigen Minuten zu Ende. Entweder war die Übertragung gestört, die Helmkameras wurden ausgeschaltet oder man hat mit Rücksicht auf Hillary Clinton ganz einfach die Leitung unterbrochen. Sie sah schon nach kurzer Zeit ziemlich angegriffen aus.

Situation Room

Das Märchen von einer minutiösen Verfolgung der Militäroperation im »Situation Room« war eine der ersten entlarvten Lügengeschichten. Die Story vom schwer bewaffneten Angriffsziel die nächste. Der Mann war völlig unbewaffnet. Aber er musste sterben. Hätten die Soldaten in nur gefangen genommen, dann wäre das nächste Obama-Märchen entzaubert worden. Nämlich die Behauptung, es sei Osama bin Laden. Weshalb man es auch so eilig hatte, die Leiche im Arabischen Meer zu entsorgen. Nicht wegen der Gefühle der Muslime, die sind den US-Machthabern so egal wie nur irgendwas. Das haben sie in der Vergangenheit oft genug bewiesen.

Ja, natürlich gibt es Bilder von dem Ermordeten und auch Videoaufnahmen der ganzen Aktion. Aber ein Bild von dem Opfer will man nicht veröffentlichen. Weil es angeblich grauslig aussieht. Sein Kopf soll bei dem Schuss ins Auge explodiert sein. Wobei sich dann aber die Frage stellt, was das für eine tolle Erkennungssoftware sein soll, mit der die Seals Osama bin Laden noch vor Ort identifiziert haben wollen. Die Fotos und die Videoaufnahmen werden ganz einfach nicht veröffentlicht, weil Obama sonst eine ganze Menge zu erklären hätte.

George W. Bush und die anderen Republikaner sind übrigens stinkig. So wie klein Mäxchens Opa haben sie Osama bin Laden all die Jahre für die Öffentlichkeit am Leben gehalten. Und jetzt kommt Obama und verwendet ihr Wahlkampfmittel für eigene Zwecke. Die Welt ist einfach ungerecht.

a la Karl Moik: Ich frrreu michDer regierende Hosenanzug in Berlin freut sich indes. »Ich freue mich, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten«, sagte sie auf einer Pressekonferenz. Angela Dorothea heißt sie. Die Namen stammen aus dem Altgriechischen und bedeuten soviel wie Engel und Gottesgeschenk. In jüngerer Zeit stehen sie aber vielmehr synonym für den Begriff Vollpfosten. Nicht alleine weil es sich für einen anständigen Menschen nicht geziemt, Freude über den Tod eines anderen Menschen zu empfinden. Sondern weil sie wieder einmal der Opposition eine Waffe gegen die CDU in die Hand gedrückt hat. Und sie haben bekanntlich nicht gezögert sie zu verwenden.

Trotz aller Fälschungen um den angeblichen bin Laden hat die Al Kaida bittere Rache für seinen Tod geschworen. Wie funktioniert das? Ganz einfach. Man schickt ein Kamera-Team auf einen Dorfplatz in Pakistan, Afghanistan oder sonstwo. Dann braucht es nur noch ein paar Einheimische und ein paar Dinar. Für etwas Geld quatschen die alles was man wünscht in die Mikrofone. Und grinsen dabei noch bösartig in die Kamera.

MfG
Hans

Eine Antwort zu “Jubel, Trubel, Heiterkeit”

  1. zdago sagt:

    @Die USA suchten ihn wegen der angeblichen Planung der Anschläge vom 11. September 2001.

    Das sollte man etwas genauer definieren – das FBI suchte ihn bsp. nicht wegen den Twin-Towers – siehe Steckbrief – falls noch gespeichert.

    mfg zdago