Diese Webseite verwendet im Normalbetrieb keine Cookies. Es sei denn, Sie schreiben hier Kommentare. Oder Sie versuchen sich anzumelden.cookies policy.     HABS KAPIERT

Mann, Mann, Mann! Ein Schwuler, ein Behinderter, einer mit Migrationshintergrund, eine Schwangere und ein Plagiator sitzen in der Regierung, der Chef ist eine Frau, der Frühstücksdirektor schleimt bei den Moslems – das nennt sich heute konservativ! Was müsste die Opposition auffahren, um das noch zu toppen?

Was gemerkt? Richtig, den Gag da oben habe ich geklaut. Von Dieter Nuhr aus seinem aktuellen Programm. Habe den Text nuhr ein wenig ausgebaut. Unter anderem um einen »Plagiator«. Und schon ist es mein Gag. So macht man das heute. »Entschuldigung das hab‘ ich mir erlaubt …«, würden »Die Prinzen« dazu wohl singen. Letzteren habe ich wiederum den Titel für diesen Artikel geklaut. Ja, die Welt ist schlimm. Richtig schlimm.

Wir sind eben keine Chinesen. Bei den Chinesen – so sagt man – gilt die Nachahmung als höchste Form der Anerkennung. Weshalb sie die westliche Welt auch fleißig mit nachgeahmten Gucci-Handtaschen, mit Software- und Filmkopien, mit Rolex-Uhren, schlicht billigen teuren Luxusartikeln aller Art, selbst mit abgekupferten Maschinenteilen von Siemens und Bosch beglücken. Man sieht das dort einfach etwas entspannter. Freilich ungeachtet dessen, dass sie mit ihrem unechten Krempel einen nicht unerheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Aber kann man den freundlichen Menschen aus dem Land des Lächelns wirklich böse sein?

Auch hier bei uns war es lange Zeit Usus, bei anderen zu klauen. Zum Beispiel die Komponisten des Barock, des Rokoko oder der Klassik fanden nichts dabei ihre Kollegen ohne Namensnennung über lange Strecken zu zitieren und das Werk als auf dem eigenen Mist gewachsen auszugeben. Nur Johann Sebastian Bach war sich offenbar zu fein, dafür klaute er gerne bei sich selbst. Gustav Mahler hingegen schämte sich nicht, seinem Lebenswerk eine abgekupferte Symphonie von dem verblichenen ehemaligen Studienkollegen Hans Rott beizufügen.

Was den Chinesen und unseren alten Meistern recht war und ist, das könnte dem Strahlemann von der CSU doch eigentlich nur billig sein. Dr. Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg, so heißt er mit vollem Namen. Ob der eine Ausklappseite in seinem Reisepass hat? Wie auch immer; seit man ihm den Posten des Verteidigungsministers aufs Auge gedrückt hat, hagelt es Probleme. Zum einen die, die ihm Franz-Josef Jung (CDU) und seine Vorgänger aus der unsäglichen rot-grünen Ära hinterlassen haben. Zum anderen die, die sich der Freiherr selbst einbrockte. Bisher konnte er das alles jedoch immer irgendwie abschütteln. Geradezu schon bewundernswert, als ob er mit Teflon beschichtet wäre.

Doch jetzt holt ihn wohl seine Vergangenheit ein. Wer meint, Guttenbergs Gegner hätten nicht fieberhaft nach einer Delle in seiner blankpolierten Rüstung gesucht, sei ein Naivling gescholten. Vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt. Und vor den Doktortitel, so ist das Regelwerk, die Doktorarbeit. So viele Doktoren wir im Lande haben, so viele einzigartige Doktorarbeiten sollte es eigentlich geben. Meint klein Mäxchen. Aber da muss man erstmal natürlich die Doktoren abziehen, die ihren Titel h.c. (honoris causa, lat. für ehrenhalber) bekamen. Oder ihn sich irgendwo auf einer karibischen Insel gekauft haben. Trotzdem müsste dann noch immer ein gerüttelt Maß an Dissertationen existieren, die auf Einsatz von richtigem Hirnschmalz beruhen. Wollen wir es gerechterweise einmal annehmen. Es gibt ja nicht nur schwarze Schafe auf der Welt.

Aber, wie schon erwähnt, die Welt ist schlimm. Böse Zungen behaupten jetzt, der Herr von und zu Guttenberg hätte in seiner Doktorarbeit auf 475 Seiten über lange Strecken Texte stehen, die er erstens nicht selbst verfasst und zweitens nicht als Zitat kenntlich gemacht hat. Nachzulesen in der »GuttenPlag Wiki«. Wenn ich richtig gezählt habe, dann sind bisher 54 Plagiate in Guttenbergs Dissertation aufgetaucht. Reife Leistung. Schon die Einleitung der Doktorarbeit ist teilweise geklaut. Fragt sich, ob er wirklich so dämlich ist. Das nährt schon eher den Verdacht, der feine Herr von und zu hätte jemanden dafür bezahlt diese Arbeit zu schreiben. Und dieser Jemand hat sich wenig Gedanken darüber gemacht, wo die Texte herkommen. Hauptsache viel. Bei 475 Seiten wird sich wohl kaum Guttenbergs Doktorvater – so einen braucht man um ein gestandener Doktor zu werden – und seine Professoren – die braucht es dafür auch – durch alle Blätter gewühlt haben.

Diese Wühlarbeit machen jetzt Guttenbergs Gegner aus der Opposition und andere. Warum? Weil es sich politisch lohnt, den Mann abzusägen. Wäre der Herr von und zu ein einfacher Angestellter oder Unternehmer würde sich kein Schwein dafür interessieren, wie der zu seinem Doktortitel kam. Aber wer im Glashaus sitzt, der sollte nachts auf die Leute mit den Taschenlampen achten. Soll heißen, je exponierter die Stellung desto eher wird man bloßgestellt. Wie es aussieht, prallt diese Bloßstellung nun nicht mehr so einfach an Guttenbergs glänzender Rüstung ab. Gestern sagte er kurzfristig seine Teilnahme an einer Wahlkampfveranstaltung ab.
Siehe: Guttenberg sagt Termin in Barleben ab

So kanns gehen. Anfangs als Kennedy NT gehandelt, nun als Plagiator entlarvt. Aber was wäre, wenn er seinen Doktortitel aberkannt bekommen würde? Er hieße dann Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg. Ist doch immer noch eindrucksvoll.

Bei der Gelegenheit: Ist eigentlich die Doktorarbeit einer gewissen Angela Dorothea geb. Kasner gesch. Merkel verh. Sauer wieder aufgetaucht? Die soll doch mal weg gewesen sein. Nicht die Angela Dorothea, die Doktorarbeit.

MfG
Hans

(Verfasst und niedergeschrieben von meinen Ghostwriter, eventuelle Plagiatsvorwürfe bitte an selbigen richten)

2 Antworten zu “Alles nur geklaut”

  1. Gilbert sagt:

    Hallo Hans,

    anläßlich seines Dipl.-Chem. wurde mein Studienkumpel von seinem Cousin gönnerhaft umärmelt, da er „ja nun auch sein Staatsexamen habe.“, worauf der nur ziemlich grob konterte, „nein, ich habe kein Staatsexamen, ich bin Vollakademiker.“ In dem Sinne sollten wir als Naturwissenschaftler/Ingenieure auf die Niederungen der geistlosen Disziplinen schauen, in denen der Verfasser – richtiges Zitieren hin oder her – ohnehin nur für korrekte Zeichensetzung und Gänsefüßchen verantwortlich zeichnet.

    Allerdings könnte der nette Herr, dessen Taufe zwar im korrekten Alter begonnen, aber wegen diverser Längen erst nach dem dritten Lebensjahr beendet war, trotzdem historische Relevanz gewinnen, ist es doch der schreibenden Journaille, die in der Regel noch nicht mal das korrekte Abschreiben beherrscht, möglicherweise in Zukunft im Zusammenhang mit Kriegsministern nicht mehr möglich, korrekt zwischen Gladiatoren und Plagiatoren zu differenzieren.

    Und die Angela Dorothea ist doch, um mal Volker Pispers zu zitieren, vor der Kamera immer genauso gespannt, was sie gleich sagen wird, die wir. Es gibt keine bessere Möglichkeit, diese Frau zu beleidigen, als sie wörtlich zu zitieren (Pispers, ebenda S. 123). Ich bin je eher der Meinung, dass sie, in Einklang mit ihrem Körperbau, in DDR-Zeiten eine Docktorarbeit am Mittellandkanal ausgeführt hat. Zwar nicht physikalische, aber immerhin physische Arbeit.

    Mundus vult decipi, ergo decipiatur
    Gilbert

  2. Hans sagt:

    Grüß Gott Gilbert!

    Mundus vult decipi, ergo decipiatur. Et ergo e pluribus unum. Suum cuique. Oder jeder wie er kann. Getreu dem Motto aller Karrieristen: »Ein bisschen Sein, ein bisschen Schein und ganz viel Schwein«. Wobei sich »ganz viel Schwein« so oder so interpretieren ließe.

    Seit Tagen ist die Presse voll mit Guttenbergs Dissertation. Dass der feine Herr von und zu eine Mogelpackung ist, das wissen wir doch schon seit man ihm eine falsche Vita auf den Leib geschrieben hat. In 2009 hatte die »Von Guttenberg GmbH« bereits öffentlich klargestellt, der Freiherr hatte nie eine Funktion in dem Betrieb inne.

    Aber als ob es keine wichtigeren Dinge gäbe. Wenn von und zu Guttenberg unbedingt einen Doktortitel braucht, dann soll er halt den Israelis ein paar kleine Gefallen tun. Und schon bekommt er druckfrisch einen Dr. h.c. von der Uni in Haifa oder Tel Aviv. Angela Dorothea hat doch auch so’n paar Dinger rumhängen. Vielleicht tritt sie ihm ja einen ab. Selbst Joschka Fischer – Studienabbrecher, Berufsversager und linker Schläger – hat sowas.
    Siehe: Dr. Dr. h. c. Dr. h. c. Dr. h. c. Dr. h. c. Merkel
    Und: Dr. h.c. Joschka Fischer

    Ave affabilis
    Hans