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Julian Assange ist halbwegs frei. Gegen eine dicke Kaution, mit einer elektronischen Fußfessel und der Auflage, einen Landsitz in der Englischen Grafschaft Suffolk nicht zu verlassen. Doch gibt es schlimmere Schicksale. Abgesehen freilich von der Englischen Küche. Langeweile wird ihn wohl zumindest nicht plagen, denn er hat wieder zu tun. Wie erst jetzt bekannt wurde, deckte die Finnische Keskusrikospoliisi (Zentrale Kriminalpolizei, KRP) Anfang Dezember einen neuen Datenskandal auf, der alle diesjährigen Enthüllungen in den Schatten stellen dürfte.

Verlässlichen Quellen zufolge soll die Finnische Polizei in Lappland einen offensichtlich geistig verwirrten älteren Mann – der keinerlei Ausweis oder Reisepass mit sich führte – aufgegriffen haben. Er trug in der eisigen Kälte einen roten Frotteebademantel mit weißem Pelzbesatz, dazu eine ebenso rote Bommelmütze in der gleichen Machart. Sein seltsames Fahrzeug, ein von Rentieren gezogener Schlitten, hatte kein amtliches Kennzeichen, keine modernen Sicherheitseinrichtungen und war unvorschriftsmäßig beleuchtet. Außerdem sei der Schlitten mit Schachteln voller Spielzeug und Süßigkeiten völlig überladen gewesen.

Phantomzeichnung der Keskusrikospoliisi von dem alten MannAnfängliche Vermutungen, bei dem Manne handele es sich um einen geflüchteten Heimbewohner, bestätigten sich nicht. Auch hatte er offenbar kein Diebesgut oder Drogen bei sich. Dafür fiel der Polizei bei der Durchsuchung des Fahrzeugs ein dickes Buch in die Hände. Nach kurzer Lektüre zog man die KRP hinzu und überstellte den Festgenommenen an das Hauptquartier im südfinnischen Vantaa nahe Helsinki. Grund: Das Buch enthält Namen, Anschriften, Alter, Vorlieben und akribisch geführte Listen mit Verfehlungen von Millionen Kindern weltweit.

Zwischenzeitlich wurden seitens der KRP die Interpol sowie alle Kriminalbehörden informiert. Darunter auch das Bundeskriminalamt (BKA) in Berlin. Ein Mitarbeiter bestätigte gestern die Existenz des betreffenden Buches. Bei einer Sichtung des Probematerials seien dem Vernehmen nach auch Namen Deutscher Kinder aufgetaucht. Weitere Auskünfte wollte er aus ermittelungstaktischen Gründen nicht geben. Das Bundesfamilienministerium ließ bereits wissen, es sei einem Ankauf der Daten nicht abgeneigt. Datenschützer meldeten Protest an und drohen nun mit einem Gang nach Karlsruhe.

Offen bleibt indes noch die Frage, wie der alte Mann an die umfangreiche Datensammlung gekommen ist. Und was er mit dem dicken Buch, dem vielen Spielzeug und den Süßigkeiten vorhatte. Es wurden Vermutungen laut, es handele sich um einen Sittenstrolch, der Kinder mit ihren Sünden erpressen oder mit Spielsachen und Naschwerk gefügig machen wollte. Bei seiner Festnahme soll der Alte immer wieder etwas von einer »Mary Christmas« in seinen Bart gestammelt haben. Ob es sich dabei um eine Komplizin handelt oder dem Namen einer kriminellen Organisation wird zurzeit noch untersucht.

Völlig unklar ist zurzeit auch, ob und vor allem wie Julian Assange an eine Kopie der Aufzeichnungen in besagtem Buch gekommen sein könnte. Insider sprechen hinter vorgehaltener Hand von einem Sicherheitsleck bei der Keskusrikospoliisi. Offiziell wurde dies bis dato aber weder bestätigt noch dementiert. Assange soll aus den USA bereits erste Warnungen von Kinderbanden und Morddrohungen für den Fall erhalten haben, dass er den Inhalt des Buches auf WikiLeaks veröffentlicht. Volle Rückendeckung bekommt er hingegen vom Bund Deutscher KindergärtnerInnen. »Wir wollen wissen, was diese kleinen Fratzen schon wieder hinter unserem Rücken ausgeheckt haben!«, hieß es von dort.

SchlittenrentiereDer geheimnisvolle alte Mann sitzt bis auf weiteres in Vantaa in Polizeigewahrsam. Er wird trotz des hinderlichen Sprachproblems psychologisch betreut so gut es geht. Ein Polizeisprecher meinte, man hätte schon alles mögliche versucht. Aber außer einem gutturalen: »Hoh, hoh, hoh«, konnten die Beamten bisher nichts aus ihm herausbekommen. Zur weiteren Aufklärung des Falles hat die KRP nun einen Gebärdendolmetscher angefordert. Der sichergestellte Schlitten und die Rentiere des Mannes verblieben derweil in Utsjoki, im Norden des Finnischen Lapplands, wo Tierschützer die Tiere so bald als möglich wieder auswildern wollen. Bis auf eines, dessen krankhaft rotgeschwollene Nase dem örtlichen Veterinär Sorgen bereitet.

MfG
Hans

Eine Antwort zu “Der »Mary Christmas«-Datenskandal”

  1. Gilbert sagt:

    Assanges Quelle enttarnt. Zu den Klängen eines bekannten Musikstücks bekannte Assange seiner Begleiterin: „I don’t love you, Anni More.“ Anni More, geborene Christmas, ist die Schwester der oben erwähnten Mary. Nach Ermittlungen der Bildzeitung hat sie versucht, sich die Liebe von Julian durch Übergabe des Buches zu erzwingen – offenbar vergeblich.