Denn man könnte etwas zu sehen bekommen, was einem nicht gefällt. Oder man selbst könnte der sein, der nicht gefällt. Es gibt sie in vielen Zukunftsmärchen. Fliegende technologische Plagegeister, die beobachten oder auch bestrafen. In den 1970er und 80er Jahren schien uns das alles noch in weiter Ferne. Doch blieb die Entwicklung entgegen aller Unkenrufe nicht stehen. Wie es aussieht, leben wir bereits in jener bedrückenden Zukunft. Zumindest ist die Technologie schon da und wird schamlos eingesetzt. Aber keine Angst, nicht hier bei uns in westlichen Gefilden.
Vor ein paar Tagen kam im Fernsehen – welcher Sender weiß ich nicht mehr – ein US-Krimi. Eine der üblichen Fließbandproduktionen. Der Fernseher läuft bei mir meist nur nebenbei. Aber an speziell diesen Krimi kann ich mich erinnern, weil ein schwarzer Cop zu einem weißen Cop sagte dass die USA jetzt einen schwarzen Präsidenten hätten und die Dinge nun gründlich anders laufen würden. Was unwillkürlich ein Grinsen in mein ansonsten mürrisches Gesicht zauberte. Barack Hussein Obama ist der lebende Beweis dafür, dass Demokratie nicht funktioniert. Jedenfalls die nicht, die man uns tagtäglich vor Augen führt. Obamas Wahlkampf wurde dem Volk als »Graswurzel-Revolution« verkauft. Menschen spendeten Geld dafür, obwohl der Mann von der Hochfinanz gesponsort wurde. Selbst hier in Deutschland hatte Obama eine große Anhängerschar. Wohlgemerkt, hatte. Sein deutscher Fanclub ist nach etwas über einem Jahr Amtszeit ebenso geschrumpft wie die Zustimmung des US-Wahlvolkes.
Die »We are change« und »Yes, we can!« Parolen haben sich als genau das entpuppt, was viele Menschen bereits vorher wussten. Aus »Yes, we can!« wurde ein entschiedenes »Yes, we could« und Obamas »change« gerierte zu einem »We are continuing Bush«. Der Möchtegernheiland führt die menschenverachtende Politik fort, die unter den Neokons der Republikaner quasi salonfähig wurde. Zu dem Thema habe ich einen sehr lesenswerten Artikel von Gerhard Wisnewski gefunden, der genau das zum Ausdruck bringt.
Von Gerhard Wisnewski
Tja, unser Barack Obama. Hat man doch gleich geahnt, dass »Yes, we can« irgendwie unvollständig ist. Der gute Barack wollte uns einfach nicht sagen, was wir nun eigentlich können. Nun wissen wir es: »Yes, we can kill« …
Irgendwie sind seine Fans ziemlich still geworden. Kein Wunder: Da killt er in Pakistan fröhlich vor sich hin und knipst »Terroristen«, aber auch Zivilisten von der Luft aus ab. Mit ferngelenkten Drohnen. Ist ungefähr so wie ein Videospiel. Jemand sitzt an einem Bildschirm und betätigt einen Stick – und »paff«: Weg ist der Terrorist. Oder wer auch immer. Denn natürlich kann man Terroristen von Zivilisten gar nicht unterscheiden. Es ist ja das Wesen des Terroristen, dass er in zivil unterwegs ist. Uniformiert ist nur eine reguläre Truppe. Befindet sich der Terrorist in Wirklichkeit also gar nicht am Boden, sondern quasi am anderen Ende des Sticks? Oder gar im Weißen Haus? Das zu beweisen, erfordert nur ein wenig simple Logik.
»Darf ein demokratischer Rechtsstaat per Mausklick töten?«, grämt sich das Zentralorgan »Spiegel Online« angesichts des US-Drohnenkrieges gegen »Al-Qaida« in Pakistan. Eine gute Frage, die aber zu kurz greift. Denn entscheidend ist ja nicht die bloße Technik, sondern die Frage, ob ein demokratischer Rechtsstaat überhaupt relativ wahllos Menschen massakrieren darf – ohne Gerichtsverfahren, ohne Urteil. Und selbstverständlich auch ohne Beweise. Denn wen die USA nun warum zum »Terroristen« ernennen – womöglich h.c. –, bleibt im Wesentlichen ihr Geheimnis. Die wirkliche Frage muss daher lauten: »Kann ein Staat, der relativ wahllos Menschen tötet, ein demokratischer Rechtsstaat sein?« Und die Antwort lautet natürlich nein. So etwas kann nur ein menschenverachtendes Regime tun.
»Moderne Zeiten« war vorgestern. »Mörderische Zeiten« ist heute. Nie wurde mehr Geld dafür ausgegeben, andere Menschen ins Jenseits zu befördern. Forschungsmittel fließen nahezu uneingeschränkt, wenn es darum geht noch effektivere Kontroll- und Tötungswerkzeuge zu entwickeln.
Vielleicht werden wir eines Tages, wenn wir aus dem Haus gehen, nicht mehr nach oben blicken um unseren weißblauen Himmel zu grüßen. Sondern um nach fliegenden Spionagerobotern und Kampfdrohnen Ausschau zu halten. Die Technik ist bereits da und wie wir gelernt haben, wird sie früher oder später auch eingesetzt. Selbst Laserkanonen, die aus der Luft abgefeuert werden können, sind keine Science-Fiction mehr (siehe Boeing YAL-1 Airborne Laser). Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es effektive Laserkanonen gegen Menschen und Objekte auch in kleinen handlichen Drohnen gibt. Die Halbleitertechnologie hat rasante Fortschritte gemacht und der Bau leistungsfähiger Laserdioden ist keine wirkliche Herausforderung für die heutige Technik. Auch dürften geeignete Ortungs- und Zielsysteme bereits serienreif sein.
Für die Bekämpfung von Moskitos reicht es offenbar schon, wie die Hochgeschwindigkeitsaufnahmen des US-Unternehmens Intellectual Ventures zeigen.
Moskitos sind sicherlich nicht jedermanns Sache. Vor allem wenn sie Malaria übertragen. Doch gab es bereits viele Menschen die in ähnlicher Situation starben. Nichtsahnend von einem ferngesteuerten – oder autonomen – technischen Gerät anvisiert und getötet. Keine Angst. Natürlich nicht hier bei uns in westlichen Gefilden. Weit weg in Afghanistan, in Pakistan, im Jemen und anderswo werden Todesurteile auf Knopfdruck vollstreckt, die in den USA selbstherrlich gefällt wurden. Barack Hussein Obama, seines Zeichens Träger des Friedensnobelpreises, entsandte bereits kurz nach Amtsantritt Predator-Kampfdrohnen nach Pakistan. Freilich mit dem hehren Ziel, den Taliban im »Kampf gegen den internationalen Terrorismus™« den Garaus zu machen. Gut, wer von den so Ermordeten nun Taliban und wer Zivilist ist, das lässt sich nachträglich schwer eroieren. Die Aussagen der beteiligten Parteien widersprechen sich ja dauernd. Deshalb müssen wir unseren Qualitätsmedien einfach Glauben schenken, wenn es wieder heißt: »Führende Mitglieder« von was auch immer.
Aber nochmal: Keine Angst. Hier in unserem »Freiheitlich-Demokratischen Rechtsstaat™« müssen wir uns keine Sorgen machen. Denn erstens fehlt es an der gesetzgeberischen Handhabe, solcherlei Gerät hierzulande einzusetzen. Und wer nichts zu verbergen oder nichts angestellt hat, der muss sich auch keine Sorgen machen. Oder?
Da fällt mir ein, Michael Winkler erwähnt in seinen Tageskommentaren vom 13. und 14. März 2010 seltsame Leserzuschriften, in denen es um Baumfällarbeiten an gesundem Baumbestand in Straßennähe geht. Die Beobachtung kann ich zwar nicht teilen. Doch sind Baumkronen natürlich ein hervorragender Sichtschutz gegen Ausspähungen aus der Luft.
MfG
Hans
15. März 2010 um 19:59
Grüß Gott Hans,
haben wir nicht ? Haben wir doch, bleistiftweise diese netten Gerätchen hier. Sind von einer deutschen Hochschule (ja, die gibt es noch, aber nicht mehr lange) mit GPS und Sensorik-Plattformen ausgerüstet worden, um z.B. vollautomatisch Schadstoffwolken in Großbränden zu vermessen. Gewisse Bundesbehörden, die mit Bränden nichts zu tun haben, sind schon ganz scharf drauf, weil eben auch anders bestückbar. Dann können vollautomatisch noch ganz andere Sachen verfolgt und ausgeknipst werden, und zwar wesentlich individueller als die US-Bronchialtechnik mit ihren hochpräzisen 800 kg-Bomben.
Und was die Terroristen angeht, ist das doch ganz klar: wenn die Amerikaner einen abschießen, ist das ein Terrorist, und wenn das keiner war, hat hat ein deutscher Offizier den Befehl gegeben. Die Deutschen zahlen ja sogar noch Schadensersatz …
Vergleichsweise sind die US-Boys aber noch sehr harmlos mit dem wilden Morden. Sehr viel rigoroser gehen da die Israelis vor. Unsere “Freunde”, für die wir “besondere Verantwortung” haben, beschränken sich nicht nur auf putative Terroristen. Die haben auch ganz offen westeuropäische Geschäftsleute kurzerhand irgendwo umgebracht, wenn die mit den falschen Staaten Geschäfte gemacht haben. Die beschränken sich nicht nur auf die Negativauslese unter ihren Feinden, sondern betreiben auch die Positivauslese unter ihren Freunden.
Und gesetzgeberische Handhabe. Wer interessiert sich denn noch für solchen Blödsinn ? Du hast die Prinzipien des Rechtsstaats nicht verstanden, obwohl es nur zwei sind:
1) Alles, was nicht ausdrücklich und wortwörtlich verboten ist, ist erlaubt.
2) Sollte tatsächlich etwas verboten sein, existiert irgendwo ein zweites Gesetz, das das Verbot aufhebt.
So, mehr gibt’s heute nicht. Die Nachbarinnen sind zum Schwätzchen mit meiner Chefin eingetroffen, und da hilft selbst Oropax nicht mehr.
Führt di
Gilbert