Dass man uns mit allen möglichen »Marketingmaßnahmen« beglückt, wissen wir nicht erst seit Schweine- und Vogelgrippe oder dem Klimaschwindel. Die Tradition ist älter. Wer erinnert sich noch an das schlechte Lenor-Gewissen der 1970er Jahre? Die Unsicherheit beim falschen Waschmittel, der falschen Gebisshaftcreme, dem falschen Deo? Manches davon ist bis heute ein Renner. Diese Art Werbung basiert auf durchschaubaren Marketingstrategien. Es geht darum, ein Produkt an den Mann oder die Frau zu bringen. Verständlich, denn Klappern gehört zum Handwerk. Wer im Geschäftsleben kein Marketing betreibt, geht irgendwann unter. Da kann das Produkt noch so gut sein.

ErdölMarketing wird bekanntlich auch verdeckt betrieben, zum Teil unter dem Mäntelchen der Wissenschaft. Ebenfalls in den 1970er Jahren verbreitete man die Nachricht, dass in 35 bis 40 Jahren das Erdöl zu Ende gehen wird. Das wurde in den 1930er Jahren zwar auch schon behauptet, aber warum sollte das alte Märchen in den 70ern nicht eine Neuauflage finden? Nun ist es also wieder 35 bis 40 Jahre später. Und was ist? Die Ölquellen sprudeln munter weiter, als wüssten sie nichts von ihrer Endlichkeit. Damit nicht genug entdeckten Prospektoren in Uganda, dass dieses Land über noch reichere Ölvorkommen verfügt als der bisherige Spitzenreiter Saudi Arabien. Überall auf der Erde tauchen plötzlich Erdöllagerstätten auf, wo man sie nie erwartet hätte. Und vermeintlich ausgebeutete Ölfelder füllen sich wie von Geisterhand wieder auf.

Kommt einem das nicht merkwürdig vor? Ist es möglich, dass mit der behaupteten Herkunft des Erdöls etwas nicht stimmt? Es existiert eine alte Lehrmeinung, die in der damaligen Sowjetunion verbreitet war und von der ich vor ein paar Jahren einmal gelesen hatte. Ein relativ kurzer Artikel, der jedoch die Vertreter der fossilen Entstehungsgeschichte des Erdöls als schamlose Lügner dastehen ließ. Demnach hatte sich das Erdöl nicht in Jahrmillionen aus dem Nachlass der Biomasse vergangener Zeiten gebildet, sondern entstand und entsteht weiterhin aus Elementen im Erdinnern ohne Unterlass. Mit dem Wissen von einer – nach menschlichem Ermessen – nahezu unendlichen Verfügbarkeit einer Ressource lässt sich freilich nur schwer großes Kapital schlagen. Eine bessere Position erreicht derjenige der das Produkt rar und endlich macht, sowie die Herkunft verschleiert. So geschehen mit Erdöl und Erdgas. Heute sagt einem, vom Schulkind bis zum Greis, wie aus der Pistole geschossen so gut wie jeder dass das Erdöl vor Jahrmillionen aus biologischen Überresten entstand. Wie die Steinkohle auch. Das Marketing funktioniert ganz offensichtlich, doch dürfte damit bald Schluss sein.

Verdeckte »Marketingmaßnahmen« werden früher oder später als solche aufgedeckt. Manche noch bevor sie richtig auf Touren kommen. Die Sache mit der fossilen Herkunft des Erdöls stammt hingegen noch aus der Frühzeit des verdeckten Marketings. Vor ein paar Monaten wiesen Wissenschaftler an der »Königlich Technischen Hochschule« (KTH) in Stockholm nach, dass Erdöl für seine Entstehung gar keine fossilen Überreste braucht. »There is no doubt that our research has shown that raw oil and natural gas occur without the inclusion of fossils«, sagt Professor Vladimir Kutcherov. Auf Deutsch: »Es gibt keinen Zweifel, dass unsere Forschung gezeigt hat dass Rohöl und natürliches Gas ohne Einbeziehung von Fossilien entstehen«. Vladimir Kutcherov hatte mit seiner Forschungsgruppe an der KTH in Experimenten die Bildung von einfachen und komplexeren Kohlenwasserstoffmolekülen in einer abiotischen Umgebung nachgewiesen. Also trennen wir uns besser von dem Ammenmärchen, das Erdöl wäre fossiler Herkunft. Was bei der Steinkohle zweifellos stimmt, ließ sich im Falle des Erdöls nie durch irgendwelche fossilen Spuren belegen.

Insbesondere Wasserstoff aber auch Kohlenstoff gehören in unserem Sonnensystem zu den häufigsten Elementen, egal ob in freier oder gebundener Form. Gebunden zum Beispiel in Methan (CH4). Die Gasriesen Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun besitzen nachweisbare Mengen an Methan. Auf dem Saturnmond Titan wurden Seen aus flüssigem Methan entdeckt. Auf Pluto, dem Himmelskörper der seit 2006 nicht mehr 9. Planet des Sonnensystems sein darf, gibt es Methaneis. Biologische Aktivitäten und fossile Überreste dürften da draußen eher nicht in nennenswertem Maße anzutreffen sein. Kohlenstoff, Wasserstoff und deren Verbindungen finden sich allüberall, auch im Inneren der Erde. Material für Kohlenwasserstoffmoleküle ist tatsächlich in rauen Mengen vorhanden. Die extreme Umgebung, in der diese entstehen können, ebenso. Vladimir Kutcherov hat mit seiner Gruppe nichts anderes getan, als diese Umgebung zu simulieren. Und war damit erfolgreich. Er konnte aus einfachem Methan ein Erdgas-Gemisch erzeugen. Allein dieser grundlegende Schritt wurde mit Methoden der Fossilientheorie noch nie nachvollzogen. In Vladimir Kutcherovs Versuch bildeten sich bei Temperaturen von 1.000 bis 2.000 K sowie einem Druck zwischen 20 und 70 kbar neue Molekülverbindungen, bis das Gemisch der Zusammensetzung von Erdgas entsprach. In einem anderen Experiment entstand ein Gaskondensat in der Art von Benzin, sowie zwischenzeitlich weitere komplexe Kohlenwasserstoffmoleküle. Klassisches Erdöl kam bei den Versuchen bisher noch nicht heraus. Jedenfalls noch nicht, wie der Professor meint.

Stellt sich die Frage, ob das überhaupt notwendig sein wird. Schon jetzt gilt als bewiesen: Das Erdöl entstand und entsteht, analog zur alten sowjetischen Lehrmeinung, vollkommen abiotisch im Äußeren Erdmantel und wird an Bruchstellen in der Erdkruste nach oben gedrückt. Glaubhafte Gegenbeweise gibt es nicht. Nur eine unbewiesene Theorie, gestützt von Leuten, die mit der Verknappung von Erdöl Geld verdienen wollen. Was uns im Jahre 2008 eindrucksvoll vorgeführt wurde.

Professor Vladimir KutcherovFreeman, der Betreiber von Alles Schall und Rauch, hat ein Interview mit Vladimir Kutcherov geführt. Wer bis jetzt noch Zweifel hatte, sollte den Artikel lesen.
Siehe: Interview mit Professor Vladimir Kutcherov

Laut Vladimir Kutcherov haben wir Öl und insbesondere Gas für mindestens eine Million Jahre. Was nicht heißen soll, dass wir jetzt damit nach Herzenslust in der Umwelt herumferkeln dürfen. Auch wenn CO2 nicht die Ursache für eine globale Erwärmung und der Mensch nicht die Hauptursache für den CO2-Anstieg der letzten 150 oder 160 Jahre ist, müssen wir es nicht unbedingt darauf anlegen. Etwas mehr CO2 freut nachweislich die Pflanzenwelt. Doch zuviel davon kann buchstäblich Kopfschmerzen bereiten.

Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet mutet es indes etwas steinzeitlich an, für die Nutzung von Energie immer etwas aus der Natur verbrennen zu müssen. Haben wir das noch nötig? Wir gehen für den Schweinebraten ja auch nicht mehr mit dem Speer bewaffnet in den Wald. Gibt es denn nichts Anderes? Nun ja, Alternativen gibt es natürlich. Nur sind die auch nicht frei von Nebenwirkungen. Sie hinterlassen Müll, der noch in Jahrtausenden problematisch sein wird. Oder sie verschandeln die Landschaft, oder sie sind so unwirtschaftlich dass sie nur durch Subventionen und gesetzlichen Zwang existieren können. Andere wiederum bringen den natürlichen Wasserhaushalt in großen Gebieten durcheinander.

Dabei gäbe es eine Möglichkeit, Heizwärme direkt zu fördern und zudem noch elektrischen Strom daraus zu gewinnen. Nämlich mittels Geothermie, also Erdwärme. Die ist umweltneutral und für den Menschen in nahezu unendlicher Fülle verfügbar. Mithilfe des Stromes aus Erdwärme könnte nebenbei auf elektrolytischem Wege Wasserstoff für den Fahrzeugbetrieb gewonnen werden. Womit das aufkommende und fragwürdige Akku-Gehampel wegfiele. Denn der massenhafte Verbau von Akkus für den Fahrzeugbetrieb verbraucht enorme Mengen an zum Teil seltenen Ressourcen. Vom Energieaufwand bei der Produktion ganz zu schweigen. Brennstoffzellen sind weit umweltfreundlicher. Mit Wasserstoff würde sogar der oft verfemte Ottomotor ein wahrer Umweltfreund. Selbst für Luft- und Schifffahrt wäre Wasserstoff eine Treibstoffalternative. In der Raumfahrt ist Wasserstoff längst das Mittel der Wahl. Alles was bei der Nutzung entstünde, wäre Wasserdampf. Den zu kondensieren und wo nötig aufzufangen stellt keine große Herausforderung mehr dar.

Sie ist also schon verfügbar, die wirklich saubere Energie. Vorreiter in der Nutzung der Erdwärme dürfte Island sein. Den Isländern wird sie durch geologische Besonderheiten quasi vor die Haustür geliefert. Weltweit gibt es viele erfolgreiche Projekte, in der Nutzung der Geothermie. Aber noch besteht erheblicher politischer Widerstand durch Lobbygruppen, die lieber weiterhin an Erdölprodukten verdienen wollen. Auch wird die Geothermie noch immer gerne unrentabel oder undurchführbar gerechnet. Dabei müsste man nur tiefer bohren, innovative Technologien einsetzen. Hierzulande geht man die Nutzung der Erdwärme noch viel zu zaghaft an, obwohl gerade Deutschland in dieser Technologie zu den führenden Know-How-Trägern zählt. Paradox.

Kleine Ironie des Schicksals: Als die Stadtwerke Speyer im Jahre 2003 von einer Spezialfirma geothermische Probebohrungen auf ihrem Gelände machen ließen, stieß man unversehens auf Erdöl. Woraufhin das Geothermie-Projekt eingestellt werden musste.

Das Zeugs ist offenbar überall.

MfG
Hans

5 Antworten zu “Jetzt ist es amtlich”

  1. Gilbert sagt:

    Hallo Hans,

    eigentlich sollte das niemanden wundern, denn bereits im WK wurden von Deutschland größere Mengen Benzin nach dem Fischer-Tropfsch-Verfahren produziert, das in manchen Teilen der Welt mit großen Kohlevorkommen immer noch genutzt wird. Die Bedingungen entsprechen dem am äußeren Erdmantel.

    Zu Thema 2 hatte ich vor Jahren schon mal einen Brief an die Bundesregierung geschickt, doch die aufgegebenen Kohleschächte dazu zu nutzen. Die Temperatur liegt unten bei ca. 50 °C und höher. Wenn man Rohre verlegt und Sohle einleitet, sollte das sogar ohne Förderkosten gehen, weil die kalte Sohle dichter ist als die warme und der Kreislauf so zum Teil selbsterhaltend funktionieren sollte. Das Ruhrgebiet ist komplett bis fast Münster und in weiten Teilen des linken Niederrheins unterkellert, so dass vermutlich die komplette Wärmeversorgung des Ruhrgebiets abgedeckt werden könnte. “Ja, ja, vielen Dank, wüsste man schon!” und dann habe ich nie wieder was davon gehört.

  2. Hans sagt:

    Hallo Gilbert,

    warum Sole einleiten? Kann die mehr Wärme aufnehmen? Oder damit das Wasser nicht gammelt?

    Mit der Bundesregierung ging Dein Brief vermutlich an den falschen Adressaten. Die bei der Bundesregierung haben für sowas nur Interesse, wenn eine Weisung aus Brüssel, Washington oder von der Wall-Street erfolgt. Du müsstest für Deine Idee jemand mit viel Geld gewinnen, der sich seinerseits ein gutes Geschäft davon verspricht.

    Ja, und dann stellt sich die Frage, ob der Energiegehalt in den Stollen wirklich auf Dauer konstant bleibt. Solange die Wärme nicht abgeführt wird, ist es da unten 50 °C warm oder noch wärmer. Aber auf wieviel Grad sinkt die Temperatur, wenn mal ein paar Wochen lang kaltes Wasser durch die Rohre gelaufen ist? Wie schnell regeneriert sich die Temperatur in den Stollen wieder?

    MfG
    Hans

  3. Gilbert sagt:

    Upps .. Sohle statt Sole, allmählich verblöde ich auch. Vielleicht sollte ich mich mal lieber informieren, welche durchgefickte Teneebraut wieder schwanger geworden ist und ob die Kaulitz-Brüder schon Band II ihrer Biografie “Das war unser Leben im Hotel” rausgebracht haben, statt schöngeistig-intellektuelles Geschwafel von mir zu geben.

    Sole nimmt man aber in solchen Fällen trotzdem lieber, weil dichter und einen größeren Temperaturbereich aushaltend, wenn auch etwas ätzend. Und was die Wärme angeht: du würdest dich wundern, welche Mengen die Bergleute über die Wetterführung da rauspumpen, ohne dass das auffällt. Man müsste natürlich schon ein ausgedehntes Röhrensystem vorsehen und nicht nur eine dicke Leitung. Ein Geologe müsste eigentlich in der Lage sein, das durchzurechnen.

  4. Hans sagt:

    Moin Gilbert,

    gehe nicht so hart mit Dir ins Gericht. Schreipfähler passieren.

    Nie hat man einen Geologen bei der Hand, wenn man mal einen braucht. Aber dafür habe ich etwas Interessantes gefunden, mit dem sich sie Wärme des Gesteins aufnehmen und abtransportieren ließe. Das Ganze nennt sich auf neudeutsch Heatpipe, oder schlicht Wärmerohr. Das Rohr ermöglicht einen passiven Wärmetransport ohne Pumpen. Allerdings wäre das ideale Füllmedium für diesen Temperaturbereich dann Sauerstoff statt Sole.

    MfG
    Hans

  5. Anarchie2011 sagt:

    Nun, mir fällt bei Temperaturunterschied immer gleich -”Stirling” ein….

    http://de.wikipedia.org/wiki/Stirlingmotor (Für Motor kann man natürlich auch “Generator” einsetzen)

    Gruß

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