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Heute fühlte ich mich an ein Zitat aus einem Rambo-Movie erinnert: »Gott muss die Verrückten lieben. Er macht so viele davon«. An jedem neuen Tag werden Millionen von unschuldigen Flugreisenden mit lästigen Sicherheitsüberprüfungen drangsaliert. Anlass waren die Ereignisse von 9/11 und als abschreckendes Beispiel der durchgeknallte Attentäter, der damals im Flugzeug Sprengstoff in seinem Schuh zünden wollte. Seitdem die vermeintlichen Flüssigsprengstoff-Bomber in London verhaftet wurden, sind auch Getränke, Cremes, Shampoos und so weiter an Bord von Flugzeugen streng reglementiert. Und so mancher musste sicher schon die Erfahrung machen, dass ihm sein harmloses Taschenmesser abgenommen wurde. Ich selbst habe am Flughafen Washington Dulles beim Umsteigen ein Dupont-Feuerzeug eingebüßt, das ich in München ohne Beanstandung mit an Bord nehmen durfte. In den USA ist die Paranoia besonders groß. Warum? Weil sie selbst Schuld daran sind.
Siehe: Vereiteltes Flugzeugattentat: Brüssel überprüft Sicherheitsregeln in Europa

Doch wird sich bei aller Paranoia immer wieder ein Depp finden, der eine gefährliche Substanz an Bord schmuggelt. Und wenn es nur eine entzündliche Flatulenz ist. Schien mit dem Schuhbomber von damals schon der Gipfel der Idiotie erreicht, setzte der heutige Hosenbomber einen neuen Meilenstein der Dämlichkeit. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn einer seine Hose anzündet während er sie noch an hat? Bei allem was sich die Sicherheitsexperten auch ausdenken, sie werden nicht verhindern können dass jemand der verrückt genug ist sich selbst nebst allen anderen Flugpassagieren in die Luft zu jagen an Bord kommt. Nach dem heutigen Anschlagsversuch wird man sich neue Schikanen für die Millionen Fluggäste ausdenken. Wir dürfen gespannt sein. Vermutlich werden künftig auch Tic Tac und saure Drops auf der Verbotsliste stehen. Und natürlich Mentos. Schließlich weiß jeder, welch explosive Kraft Mentos in Verbindung mit Cola entwickeln können.

Was mich betrifft: Ich vermeide Flugreisen schon seit langer Zeit wo es nur geht. Nicht weil ich Angst vor einem Schuh- oder Hosenbomber hätte. Die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden ist vermutlich höher als die mit einem solchen Zeitgenossen in einem Flugzeug zu reisen. Aber mir gehen diese lästigen und erwiesenermaßen nutzlosen Sicherheitskontrollen tierisch auf den Zeiger.

Nachtrag 27. Dezember 2009
Geht schon los. Die Bundespolizei rät, wegen pingeliger Kontrollen früher am Flughafen einzutreffen. Denn man nehme den Attentatsversuch zum Anlass, den »hohen Sicherheitsstandard zielgerichtet durch zusätzliche Kontrollmaßnahmen zu ergänzen«. In den Nachrichten heißt es, dass Flugreisende in die USA eine Stunde vor der Landung keine persönlichen Gegenstände mehr auf dem Schoß haben und nicht mehr an ihr Handgepäck dürfen. Pech nur, wenn die Nase läuft und die Tempotücher sind in der Laptoptasche. Blöder geht’s immer.
Siehe: Anschlag auf Jet: USA-Reisende müssen mit längeren Wartezeiten rechnen

Ich finde sowieso, dass die Sache viel zu lasch gehandhabt wird. Meiner Ansicht nach müsste jeder einzelne Flugpassagier nackt ausgezogen, mit verplombten Stöpseln in allen größeren Körperöffnungen, in künstlichem Koma und in einem bombensicheren Container transportiert werden. Dann könnten nur noch Geheimdienste richtige Terroristen das Flugzeug sprengen. So wie im Lockerbie-Fall.

Nachtrag 30. Dezember 2009
Jetzt muss ich mich erstmal selbst korrigieren. Das war gar kein Hosenbomber, sondern ein Unterhosenbomber. Umar Faruk Abdulmutallab hatte die Grundsubstanz für den Sprengstoff Nitropenta (PETN) dort in die Unterhose eingenäht, wo sich der Pimmel befindet. Ist ja genital. Hoffentlich ist ihm sein Schnippel weggebrutzelt, damit sich dieser Vollidiot für alle Zeit aus dem Genpool verabschiedet.

Laut CNN-Angaben soll sein Vater – ein reicher Bänker und ehemaliger nigerianischer Wirtschaftsminister – bereits vor geraumer Zeit die CIA über die schrägen Ansichten seines Sohnes informiert haben. Die CIA hatte die Kenntnis nur nicht weitergeleitet, sonst wäre der Spinner gar nicht erst an Bord eines Flugzeuges in die USA gelangt. Stellt sich, wie üblich in solchen Fällen, die Frage nach dem cui bono. Wer hat einen Nutzen? Die Al Kaida? Lächerlich. Nein, es sind die üblichen Verdächtigen. Leute, die gerne einen Polizeistaat mit jeglicher Unterdrückung von Freiheit haben wollen. Leute, die an Sicherheitsmaßnahmen und -einrichtungen verdienen wollen. Leute, die den Krieg auch in andere Länder tragen und daran verdienen wollen.

Mit solchen Gedanken im Hinterkopf wird verstehbar, warum man es bei der CIA offensichtlich »vergessen« hatte, die Warnung weiterzuleiten. Das mit den Nacktscannern wird sicher ein Riesengeschäft. So wie der Deal mit der Schweinegrippe™.
Siehe: Fall Abdulmutallab: Obama räumt Fehler vor vereiteltem Flugzeug-Anschlag ein

MfG
Hans

5 Antworten zu “Die Idioten sterben nicht aus”

  1. zdago sagt:

    @In den USA ist die Paranoia besonders groß.
    klar – die wissen am besten, was ihre PR-Agenturen sich ausdenken – und das unterstellen sie natürlich auch anderen.

    @immer wieder ein Depp finden
    die CIA hat genug davon – und wenn die PR-Agentur meint, daß mal wieder ein paar Terror-Schlagzeilen notwendig sind, dann kriegt so einAffe halt etwas Zucker!
    Und wenn sie es für notwendig halten, gibt es sogar einen Erfolg!
    mfg zdago

  2. Hans sagt:

    Hallo Zdago,

    erstmal nachträglich frohe Festtage.

    @immer wieder ein Depp finden
    Mit derlei Dingen ist es wie mit dem Drogenschmuggel. Wenn es richtig gemacht werden soll, dann machen es die Geheimdienste selbst. Dann kommt auch niemand dahinter. Denn den Ermittlungsbehörden sind bei solchen Vorgängen die Hände gebunden und die Medien werden mit Kacke gefüttert.

    MfG
    Hans

  3. Wilhelm Entenmann sagt:

    Die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden ist vermutlich höher als die mit einem solchen Zeitgenossen in einem Flugzeug zu reisen.

    „Jo, stimmt!“, weshalb Muselbomber jetzt zu natürlich vorkommenden Naturereignissen bzw- -katastrophen erklärt und, in Folge, auf die Tagesordnung der nächsten Klimaschutzkonferenz gesetzt werden müssen. 😉

  4. Hans sagt:

    Hallo Wilhelm,

    auch Dir erstmal nachträglich frohe Festtage.

    Das mit den Naturereignissen hätte darüber hinaus den Vorteil, dass es versicherungstechnisch anders abgewickelt werden könnte. Wer keine Zusatzversicherung gegen derlei Unwetter abschließt, dessen Angehörige kriegen halt dann nichts. :)

    MfG
    Hans

  5. Wilhelm Entenmann sagt:

    Wer keine Zusatzversicherung gegen derlei Unwetter abschließt,…

    Womit wir jetzt einen verschwörungstechnischen Hinweis darauf haben dürften, wer hinter diesen „Ereignissen“ stecken könnte.
    Auch Dir nachträglich frohe Festtage und „Nein Danke, kein Plätzchen mehr!“