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Jimi Hendrix ist tot, Janis Joplin ist tot, Michael Jackson ist tot und mir ist auch schon ganz komisch. Elvis Presley habe ich hier bewusst ausgespart. Bezüglich seines Ablebens gibt es bekanntermaßen noch immer diverse Gegenstimmen.

Eigentlich soll es hier gar nicht um verblichene Sängerinnen und Sänger gehen, sondern mehr um technische Aspekte. Doch hatte der überraschende Tod von Michael Jackson einen – zumindest für mich – lehrreichen Nebeneffekt. Freitag früh wollte ich wie jeden Morgen nach dem Aufstehen im Internet die Schlagzeilen und ein paar interessante Berichte oder Kommentare lesen. Eine meiner Anlaufstellen ist dabei auch MMnews, die Internetseite des bekannten Wirtschaftsjournalisten Michael Mross. Doch statt der gewohnten Webseite meldete sich dieses Mal mein eigener Apache-Server, den ich zu Entwicklungszwecken auf meinem Rechner laufen lasse. Ich habe schon viel gesehen, aber sowas noch nicht. Ein kurzer ping-Aufruf ergab, dass der DNS-Server meines Dienstanbieters für »www.mmnews.de« die IP-Adresse 127.0.0.1 lieferte. Was natürlich Quatsch ist. Denn 127.0.0.1 gibt es im globalen Netz normalerweise nicht. Das ist eine Adresse des IP-Kerns im lokalen Rechner. Deshalb fühlte sich bei der Eingabe von »http://www.mmnews.de« in die Firefox-Adressleiste mein Apache angesprochen.

ZensursulaMein erster Gedanke war: »Jetzt haben sie MMnews gesperrt«. Was ich weniger an Herrn Mross‘ Artikeln festmachte, sondern eher an den teils deftigen Leserkommentaren in seinem Blog. Man hört und liest ja immer häufiger von gewissen Empfindlichkeiten und Zensurbestrebungen unserer »Geliebten Bundesregierung™«. Zensursula – alias Ursula von der Leyen – lässt grüßen. Gut, dachte ich mir, dann greife ich eben zum Notfallplan. Wenn mein Dienstanbieter auf seinem DNS-Server jetzt neuerdings IP-Adressen verbiegt, dann gehe ich halt einfach über einen anderen DNS-Dienst. Der Chaos Computer Club (CCC) betreibt zu dem Zweck selbst einen unabhängigen DNS-Server und stellt auch eine Liste weiterer freier DNS-Dienste zur Verfügung. Nebst einer Anleitung zur Konfiguration der DNS-Einstellungen und weiteren wissenswerten Dingen über DNS. Doch egal welchen DNS-Dienst ich ausprobierte, immer wieder kam für »www.mmnews.de« die interne localhost-Adresse zurück. Auch das Löschen des DNS-Puffers und sogar der Routing-Tabelle brachte keine brauchbare Änderung.

Lehrreiche Erkenntnis: Der Notfallplan mit dem DNS-Server des CCC – den ich bisher für eine recht gute Idee hielt – könnte im Ernstfall unter Umständen nicht funktionieren. Sobald eine weltweite Aktualisierung der DNS-Dienste verschickt wird, sind erst einmal Alle betroffen. Auch Diejenigen, die sich noch frei und unabhängig wähnen.

In so einer Situation halte ich es mit Otto Waalkes, der da sagt: »Mit einem Messer im Rücken gehe ich noch lange nicht nach Hause«. Es gibt ja immer auch den berühmten Plan B. Wenn DNS nicht mehr geht, dann verwende ich halt die nackte IP-Adresse. Aber erstens hatte ich sie nicht, außerdem musste ich in die Firma. Später fand ich in einer ruhigen Minute die IP-Adresse von MMnews per Google auf der Seite von HARTGELD.com. Bewaffnet mit der Adresse versuchte ich es erneut und gab »http://195.5.168.84/« in die Adressleiste meines Firefox ein. Doch im Ergebnis bekam ich Kraut und Rüben auf den Bildschirm. Man konnte zwar an diversen Begrifflichkeiten erkennen, dass dies irgendwie MMnews sein muss. Aber vollkommen durcheinander und weit jenseits von komplett. Der Grund war schnell gefunden. Viele Internetseiten – diese hier ebenfalls – verwenden auch für interne Referenzen (Stylesheets, JavaScript, Bilder, Verweise usw.) absolute Pfade, so genannte URI (Uniform Resource Identifier). Zum Beispiel »http://www.eigensinnig.org/wp-content/themes/nymphenburg/style.css«. Diese Pfad-Angabe erfordert jedoch wiederum DNS-Auflösung. Das heißt, die Umsetzung der Basis des Pfades – zum Beispiel www.eigensinnig.org – in eine IP-Adresse. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz wenn der DNS-Dienst ein falsches Spiel spielt. Besser wären für diesen Zweck sicherlich relative Pfade. Solche die hinter dem Host-Namen ansetzen. In unserem kleinen Beispiel etwa »../themes/nymphenburg/style.css«. Ein anderer Ansatz wäre die Verwendung des Host-Namens des Aufrufs. Doch dafür müsste man heute wohl den Großteil aller Webseiten umschreiben. Völlig undenkbar.

Eine weitere lehrreiche Erkenntnis also: Plan B funktioniert im Ernstfall auch nicht. Die Verwendung der IP-Adresse bringt zwar im ersten Ansatz den Erfolg, dass man wenigstens die Webseite erreicht. Aber das nutzt wenig, wenn die seiteninternen Abhängigkeiten wiederum DNS-Auflösung verlangen.

Doch ist es ja nicht so, als wären die Möglichkeiten damit schon ausgeschöpft. Wenn alle externen DNS-Dienste Nonsens abliefern und die Verwendung der puren IP-Adresse keine wirkliche Lösung ist, dann verwendet man eben seine eigene Namensauflösung. Keinen lokalen DNS-Dienst. Den könnte man zwar nötigenfalls mit relativ wenig Aufwand auf die Beine stellen, doch geht es auch viel simpler. Jedes Betriebssystem mit einem IP-Kern besitzt seit den Kindertagen des Internetprotokolls die so genannte hosts-Datei. In diese Datei lassen sich die Namen der lokalen und externen Rechner zusammen mit der dazu gehörigen IP-Adresse schreiben. Im Grunde aufgebaut wie eine einfache Telefonliste, nur dass die »Telefonnummer« auf der linken Seite steht und anders aussieht. Die hosts-Datei besitzt Priorität vor dem DNS-Protokoll und wird als Erstes herangezogen, wenn der IP-Kern die numerische IP-Adresse von zum Beispiel www.mmnews.de wissen will. Die steht normalerweise da nicht drin, deshalb wendet sich der IP-Kern als Nächstes an einen DNS-Dienst.

Die hosts-Datei befindet sich unter Microsoft-Windows ab Windows NT aufwärts in »%SystemRoot%\system32\drivers\etc«. Also zum Beispiel in »C:\Windows\system32\drivers\etc«. In Windows 95, 98 oder Me liegt sie direkt im Windows-Hauptverzeichnis. Zum Beispiel in »C:\Windows«. Die Datei hosts kann mit notepad.exe editiert werden.

Auf Unix- oder Linux-Systemen ist die hosts-Datei im Verzeichnis »/etc«. Dort lässt sich die Datei mit pico, kwrite, kate oder anderen Programmen bearbeiten. Besonders Hartgesottene verwenden selbstverständlich vi.

Unter Mac OS X, im iPhone und auf BSD-basierenden Systemen lautet das Verzeichnis »/private/etc«.

Falls die hosts-Datei in den angegebenen Verzeichnissen noch nicht existiert, legt man einfach eine an. Wichtig ist, dass die Datei im Einsatzfall nur »hosts« heißt. Nicht etwa »hosts.txt« oder »hosts.doc«, das wäre unbrauchbar. Ebenso darf die Datei kein spezielles Textformat (RTF, ODF oder DOC) besitzen. Der IP-Kern kann nur mit unformatiertem »flachen« Text umgehen.

Der Aufbau der hosts-Datei ist identisch für alle Betriebssysteme. Jeder Eintrag hat seine eigene Zeile. Darin kommt zuerst die eigentliche IP-Adresse, gefolgt von einem symbolischen Host-Namen. Dieser optional gefolgt von einem weiteren Alias-Namen. Also wie folgt:

xxx.xxx.xxx.xxx hostname [alias]

In der Praxis sähe das dann in etwa so aus:

127.0.0.1 localhost
81.169.145.86 www.eigensinnig.org eigensinnig.org
195.5.168.84 www.mmnews.de mmnews.de
213.145.232.18 www.hartgeld.com hartgeld.com
217.147.211.194 www.michaelwinkler.de michaelwinkler.de

Siehe auch: hosts.

Die IP-Adressen lassen sich mithilfe von »ping« leicht ermitteln. In der Kommandozeile eines Konsole-Programmes einfach zum Beispiel »ping www.eigensinnig.org« befehlen und dann die IP-Adresse notieren. Kann sein, dass der angesprochene Server vielleicht nicht auf »ping« antwortet, weil der Administrator den icmp-Dienst ausgeschaltet hat. Aber wir wollen ja nur die Adresse wissen. Und zumindest die sollte die Anfrage hergeben. Jedenfalls solange die DNS-Dienste nichts verdrehen. Das könnte sich ändern, sobald die bereits beschlossene Zensur-Infrastruktur einmal etabliert ist. Dann werden ping-Aufrufe mit einem symbolischen Host-Namen im Einzelfall die IP-Adresse des bereits bekannten Stoppschildes zurückliefern.

Mit unserer hosts-Datei hätten wir unseren eigenen kleinen DNS-Dienst, der nicht zensierbar ist. Vorerst funktioniert dieser … nennen wir es Plan C. Ergo kann es nicht schaden, die IP-Adressen von systemkritischen oder nicht so ganz politisch korrekten Seiten in einer separaten Textdatei zu sammeln. Im Idealfall werden wir diese Textdatei niemals zur hosts-Datei machen müssen. Aber wer weiß das schon vorher?

Was hat jetzt Michael Jackson mit dem Ganzen zu tun? Nun, MMnews hatte am Donnerstag Abend um circa 23:45 Uhr als weltweit erste Internetseite die Nachricht von seinem Tod verkündet. Viele Internetseiten – so auch Eigensinnig.org – geben neue Artikel und Änderungen automatisch bei diversen Suchmaschinen wie zum Beispiel Google bekannt. Im Falle von MMnews war das mal keine so gute Idee. Denn nach kurzer Zeit stürzten sich Millionen von Internetnutzern auf die Seite von MMnews, sodass der Server Freitag früh kurz nach 1:40 Uhr zusammenbrach (soweit ich das zurückverfolgen konnte). Das Verhalten in einer solchen Situation ist wohl von Host-Betreiber zu Host-Betreiber unterschiedlich. Manche machen nichts und warten bis der Ansturm vorbei ist. Manche beantworten weitere HTTP-Anfragen mit Statuscode 503 (Dienst nicht verfügbar). Im Falle von MMnews ließ der Host-Betreiber eine Broadcast-Meldung an alle DNS-Dienste weltweit verschicken, dass sie die Anfrage nach www.mmnews.de mit 127.0.0.1 beantworten sollen. Dieser Zustand wurde erst Freitag nach circa 13:00 Uhr wieder aufgehoben. Doch während dieser Auszeit lieferte das Internet Gelegenheit, eine passende Antwort für die Situation zu finden, dass DNS-Dienste lügen. Mithilfe der IP-Adresse – die HARTGELD.com bereitstellte – war Plan C sofort umsetzbar (siehe Kommentar bei MMnews).

Was lernen wir daraus? IP-Adressen sammeln wird vermutlich bald erste Bürgerpflicht. Zumindest, solange man sich auch in Zukunft unzensiert informieren will. Gut, der Super-GAU bei MMnews löste sich zum Glück in Wohlgefallen auf. Der einzig wahre Kinderpornofilter Trotzdem lieferte der Ausfall ein willkommenes Experimentierfeld für den Ernstfall, wenn Zensurfilter einmal etabliert werden. Und heilsam. Denn leider muss ich gestehen, dass ich mir über die möglichen Auswirkungen bisher die falschen Gedanken gemacht habe. Bei genauerer Betrachtung haben die Behörden noch ganz andere Möglichkeiten. Es ist schon traurig, wenn ich mir als Deutscher im angeblich »Freiesten System auf Deutschem Boden™« überhaupt Gedanken darüber machen muss, dass meine Lektüre im Internet vielleicht bald zensiert sein könnte. Die Implementierung der Zensur-Infrastruktur im Internet ist bereits beschlossene Sache im Bundestag. Ungeachtet einer Online-Petition gegen ein entsprechendes Gesetz mit weit über 130.000 Mitzeichnern. Als Begründung schiebt die Regierung einen angeblichen Kampf gegen Kinderpornographie vor. Lächerlich. Der Kinderpornoring, der kürzlich in Russland ausgehoben wurde, hatte sich von Servern in Deutschland bedient. Na sowas aber auch. Wenn die Regierung wirklich etwas gegen Kinderpornographie unternehmen wollte, dann hätte sie das geeignete Mittel bereits an der Hand. Nämlich die Verantwortlichen wegsperren und den Schlüssel verlieren. Das wäre der einzig wahre Kinderpornofilter. Tatsächlich geht es um die Kontrolle über die Inhalte im Internet. Es wurden bereits Forderungen von Politikern laut, Online-Ballerspiele mit auf den etablierten Index zu setzen. Nicht dass ich ein Freund von Ballerspielen wäre, aber was kommt als Nächstes? Schätze mal, dass wir langsam aber sicher ernsthaft aufrüsten müssen. Denn wer seine Informationsfreiheit nicht verteidigt, der hat sie vielleicht nicht verdient.

MfG
Hans

PS.: Wer an Systemeinstellungen wie zum Beispiel in der hosts-Datei Änderungen macht sollte wissen was er/sie tut. Ich übernehme keine Verantwortung dafür, falls jemand durch eine unsachgemäße Änderung seinen Computer dauerhaft aus dem IP-Adressen-Pool entfernt.

20 Antworten zu “Eine Zensur findet (noch) nicht statt”

  1. Gilbert sagt:

    Ich glaube, du irrst, und zwar ganz gewaltig, bei dem Wort „Zensurinfrastruktur“. Dieser kleine Vorfall beweist, dass die Infrastruktur bereits da ist. Trotzdem behaupten Telekom und andere Konzerne, sie bräuchten 6 Monate Entwicklungszeit für die notwendige Software, und selbst Informatikstudenten im 6. Semester nicken treu und brav und meinen, das müsse schon seine Richtigkeit haben, und sind tief erstaunt, wenn man ihnen was anderes erzählt. Nun gut, sei es ihnen in ihrer Naivität verziehen.

    Hier geht es nicht um Informationskontrolle, sondern meiner Meinung nach um die Absolutkontrolle eines jeden Einzelnen, und zwar ganz individuell. Und wer aus der Spur läuft, wir zielsicher Besuch von türkischen, links-autonomen, rechtsradikalen oder BKA-Schlägertrupps bekommen, je nachdem, wer gerade am Hebel sitzt. Was hier unter der Flagge einer „freiheitlichen Demokratie“ aufgebaut wird, wird den NS-Staat und die DDR geradezu als Freiheitsoasen erscheinen lassen.

  2. Freiheit ? sagt:

    […] Hitler-Mielke-Programm der Bundesregierung, abgenickt gegen jede Bürgermeinung durch die gewählten Verräter im […]

  3. zdago sagt:

    @Eine Zensur findet nicht statt
    Sicher ??? Ein Beispiel:
    Vor einer Schröder-Wahl gabes ein Projekt: Soldaten wählen SPD .
    Dort haben Offiziere der Bundeswehr offen für die SPD Partei ergriffen und bei den Soldaten Werbung für die SPD gemacht. Ich habe vor einigen Jahren versucht, die Namen zu erfahren, weil ich den Verdacht habe, daß man diese Offiziere die Bundeswehr inzwischen dominieren – daß also die BW inzwischen von politischen Offizieren statt von militärischen Fachoffizieren kommandiert wird.
    Die Liste war nicht mehr aufzufinden – den einzigen Hinweis auf dieses Projekt habe ich noch auf der SPD-Homepage gefunden.
    Versuch einmal, ob du mehr finden kannst.
    mfg zdago

  4. Hans sagt:

    Hallo Gilbert,

    ein paar Server und ein Netzwerk machen zwar vielleicht eine Infrastruktur. Aber noch lange keine Zensurinfrastruktur. Das Internet ist ein wenig komplexer, als man es aus einer allein deutschen Perspektive betrachtet. Der am Freitag beobachtete Vorfall war global. Aus der Not eines Server-Betreibers heraus, der mit den vielen TCP-Verbindungsaufbauversuchen nicht mehr zurecht kam, wurden die Einträge in allen DNS-Diensten weltweit für eine bestimmte Domain vorübergehend auf den localhost umgeleitet. Diese Vorgehensweise ist machbar seit es das DNS-Protokoll gibt. Also schon seit Jahrzehnten. Doch ist das eine technische Notfallmaßnahme und kein geeignetes Mittel der Zensur. Würde eine einzelne Regierung so einen Rundumschlag anordnen, dann müsste sie sich zu Recht der Kritik aller anderen Regierungen stellen, die dies als eine Einmischung in ihre hoheitlichen Rechte betrachten würden.

    Der Begriff »Zensurinfrastruktur« ist weiter gefasst als nur die technische Möglichkeit, etwas zu tun. Sie muss auch rechtlich abgesichert durch gesetzliche Maßnahmen flankiert werden. Woran unsere »Geliebte Bundesregierung™« ja eifrig arbeitet.

    Auch muss natürlich softwaretechnisch gewährleistet sein, dass sich die Zensur nur im eigenen Lande auswirkt und nicht etwa auf den Philippinen. Eine weitere Herausforderung ist die Zensurliste des BKA, die einheitlich von den Systemen der Anbieter verarbeitet werden muss. Und da glaube ich – wie Deine Studenten im 6. Semester – den Providern. Ich denke nicht, dass die Alle auf diese Anforderung vorbereitet waren.

    Was den zweiten Absatz betrifft, gehe ich allerdings konform. Die Schlapphüte vom MfS hätten damals Augen gemacht, wenn sie gewusst hätten, was heute möglich ist.

    MfG
    Hans

  5. Hans sagt:

    Hallo Zdago,

    dunkel, sehr dunkel, kann ich mich an so eine Aktion erinnern. Aber da gibt es so viele Meinungsmachereien.

    Gefunden habe ich tatsächlich was. Siehe Deutschland-Debatte. Da hat ein gewisser Zdago einen Kommentar zu dem Thema hinterlassen. 😉

    MfG
    Hans

  6. Hans sagt:

    Zdago, da sieht es offenbar finster aus. Ich kann keine Spur von so einer Liste finden. Was aber noch nicht Zensur bedeutet. Wenn die SPD diese Liste von ihren eigenen Seiten entfernt haben sollte, dann ist es bestenfalls Feigheit. Zensur wird es erst, wenn auch Dritte dazu gezwungen werden. Bzw. daran gehindert werden, diese zu veröffentlichen.

    MfG
    Hans

  7. zdago sagt:

    Hallo Hans,
    ja – damals gabe es doch recht verbreitete Nachrichten darüber. Aus der SPD wurde noch gespottet, die CDU könnte ja auch Offiziere dazu bringen, für sie Werbung zu machen, aber scheinbar gäbe es keine Offiziere, die die CDU unterstützen wollten.
    Insofern war es also nichts im geheimen oder im kleinen Rahmen – es müßten auch dazu Nachrichten und Unterlagen vorliegen.
    Wenn es diese Unterlagen nicht gibt, wurden sie entfernt. Daß ist sicherlich eine andere Form der Zensur als die , die dir wie mir vorschwebt, wenn man den Begriff hört, aber das bewußte entfernen bestimmter Informationen ist nichts anderes.
    Denn die Überlegung dahinter lautet doch: diese Information könnte sich negativ auswirken, deshalb lassen wir sie lieber verschwinden.
    Hättest du etwas kein schlechtes Gefühl, wenn du feststellst, daß die führenden Offiziere der BW alle offen als Unterstützer einer politischen Partei aufgetreten sind und danach mit einem großen Karrieresprung auf führende Positionen vorgerückt sind – zumal dann bei dem Gedanken, daß der Terrorroller die BW – geführt von genau diesen Offizieren – im Inneren gegen die Bevölkerung einsetzen will.
    Übrigens – bei DD, das war ich. Du siehst also, daß das Thema schon sehr weitgehend verschwunden ist – nur die politischen Offiziere sind geblieben und ihre Loyalität zu einer Partei anstatt zu dem Staat und Gesetz.
    Allerdings – vor Jahren gab es auf der SPD-Seite noch einen kurzen Artikel darüber.
    mfg zdago

  8. Gilbert sagt:

    Hallo Hans, DNS-Dienst bieten i.d.R. die Möglichkeit, zwischen lokalen und globalen Namen zu unterscheiden. Da was umzubiegen, dürfte selbst bei deutschen Informatikern nicht 6 Monate benötigen. Außerdem gibt es da noch die Aussage des BKA-Präsidenten, die da wörtlich lautet „wer auf der Sperrseite auf ‚Fortsetzen‘ klickt, wird die volle Härte des Gesetzes spüren.“, was im Klartext nichts anderes bedeutet (und im Nachtrag auch so gesagt wurde), als dass am nächsten Tag ein Rollkommando des BKAs vor der Türe steht und das Mobiliar nachhaltig zerschlägt.

    Da das BKA die Sperrliste selbst festlegt und einen Automatismus bei Überschreiten der Sperrseite ausdrücklich ankündigt, geht es offenbar nicht nur um eine Zensur, es geht um eine massive und sehr persönliche Unterdrückungsmöglichkeiten mit Befugnissen, die denen der Gestapo kaum zurückstehen. Der Aufbau eines solchen Systems einschließlich der einheitlichen Schnittstellen zum BKA dürfte mit 6 Monaten durchaus realistisch veranschlagt sein.

    Außerdem: unser Begriff vom „Rechtsstaat“ entwickelt sich ohnehin in die Richtung, dass derjenige mit mehr Geld oder politischen Bekanntschaften immer Recht bekommt. „Recht“ für den Normalbürger/Normalverdiener gibt es meiner Meinung nach nicht mehr, wenn man mal von Streitigkeiten wegen eines herüberhängenden Astes von Nachbars Garten absieht. Alles natürlich streng EU-normiert. Eine „rechtliche Absicherung“ besteht doch in vielen Fällen nur aus Beliebigkeitsgeschwafel, so dass jede Behörde (und insbesondere so eine wie das moderne Reichssicherheitshauptamt in Wiesbaden) machen kann, was sie will.

  9. Hans sagt:

    Hallo Gilbert,

    wenn ich jeden einzelnen DNS-Dienst manuell bediene, dann lässt sich so eine Lösung in wenigen Tagen organisieren. Da stimme ich Dir zu. Aber das wäre immens teuer und es geht ja um die zentrale Kontrolle durch das BKA.

    Der technische Mechanismus aus Sicht des Browsers wird wohl so gestaltet werden, dass der Aufruf eines indizierten Seitennamens vom DNS-Dienst zunächst mit der IP-Adresse einer Stoppschild-Seite beantwortet wird. Dieses Stoppschild enthält den verpackten Link zur ursprünglichen URI. Wenn der Anwender draufklickt, liefert der DNS-Dienst dann die richtige IP-Adresse aus einem Ersatzeintrag und der Anwender kommt durch. Bekommt aber zugleich einen Eintrag in der BKA-Datenbank. Zum Zwecke eines späteren Ringelpietz mit Anfassen.

    Gehen wir aber davon aus, dass zum Beispiel der DNS-Server des Chaos Computer Club (CCC) nichts von der Zensurliste weiß und sich auch von entsprechenden DNS-Aktualisierungen nicht beeindrucken lässt, dann wäre die BKA-Methodik bereits ausgehebelt. Vorausgesetzt natürlich, dass ich bei mir den CCC-DNS ( 213.73.91.35 ) als primären DNS-Dienst eintrage. Oder einen russischen, chinesischen, oder wasweißichwoher DNS. Sollten alle Stricke reißen, kann ich meine Lektüre immer noch mit dem oben beschriebenen »Plan C« unzensiert erreichen.

    Und wenn ich nicht will, dass mir BKA oder BND beim Lesen über die Schulter schauen, verwende ich das Tor-Netzwerk in Verbindung mit Privoxy. Damit werde ich dann zu John Smith aus Langley, Virginia. Zumindest glauben Internet, BKA und BND das. Die einzige Schwachstelle wäre nur noch der Browser selbst. Cookies, History, FlashPlayer, Java und Konsorten sind die reinsten Plaudertaschen. Die müsste man irgendwie so kapseln, dass sie selbst nicht wissen wo sie sind.

    Apropos Gestapo: 1937 hatte der Verein gerade mal 7.000 Mitarbeiter. In den Kriegsjahren wurden es dann verstehbarerweise um Einiges mehr. Aber selbst bei Kriegsende waren es »nur« 31.000 Mitarbeiter. Wieviele Mitarbeiter haben BKA, BND, Bundes- und Länderverfassungsschutz nebst V-Leuten zusammen? Ich glaube, verglichen mit den »Sicherheitsorganen« unseres »Freiheitlich-Demokratischen Rechtstaates™« waren die Gestapo und selbst die Stasi gerade mal bessere Gesangsvereine. Personell wie materiell.

    MfG
    Hans

  10. Martin sagt:

    Naja, wenn sehr viele Menschen auf Fortsetzen klicken, können gar nicht so viele Rollkommandos aktiviert werden. Es ist wie bei der KFZ-Steuer: Alle meckern, alle zahlen trotzdem. Würden wir uns einig sein und ALLE nicht zahlen- ja was will man dann machen? Alle PKW stillegen ? Ich zahle jedenfalls immer sehr spät, denn meinen einzelnen Wagen kann man gut stillegen. Dies aber nur nebenbei.

  11. Hans sagt:

    Hallo Martin,

    wie es aussieht ist es wirklich höchste Zeit für zivilen Ungehorsam. Unsere so genannten Volksverr … äh … treter beweisen ein ums andere Mal, dass sie von Volkes Meinung und Stimme Lichtjahre entfernt sind. Umso mehr wundert es mich, dass diese Kleiderständer immer noch gewählt werden.

    MfG
    Hans

  12. Gilbert sagt:

    Genauso sieht es aus, weshalb das ganze Zensurzeugs technisch gesehen auch absoluter Unfug ist. Selbst Staaten mit mehr Erfahrung im Zensieren haben da Probleme: ein chinesischer Student hat mit mal mitgeteilt, dass er aus China nicht auf meine Webseite gekommen ist (ist gehostet, und vermutlich ist unter der IP-Serie woanders mal was gelaufen, was den Geheimdienst gestört hat). Irgendein harmloser Proxy in Australien hat das Problem behoben.

    Der Staat hofft vermutlich wieder auf die Blödheit der Leute: wer nach 10 Jahren WLAN immer noch nicht in der Lage ist, die Verschlüsselung am Router zu aktivieren, ist mit Sicherheit auch zu blöd, vom Telekom auf einen anderen DNS-Server umzustellen (vielleicht sind sie aber auch schlauer, und die Provider sperren das DNS-Protokoll an der eigenen Netzwerkgrenze, sozusagen als umgekehrte Firewall).

    Bei TOR mitzumachen ist nicht ganz ungefährlich. Diversen Leuten wurden bereits die Router konfisziert; außerdem weiß man nicht, wieviele Router vom BND selbst betrieben werden. Wir haben das schon mal ein wenig untersucht (hier ein Link).

  13. Gilbert sagt:

    OFF: ist die unzulässig niedrige Mannschaftsstärke der Gestapo nun verantwortlich dafür, dass eine so große Anzahl ehemals aktiver Widerstandskämpfer, die schon 33 alles (besser) gewusst haben, ihr (angebliches) Heroentum so lautstark in der BRD herausposaunen kann ? Schließlich wäre ihre Überlebenschance, wenn sie wirklich so heroisch gewesen sind, bei Stalin kleiner als 1% gewesen. Oder ist die Widerstandsmitgliedschaft nur eine nachträgliche Anbiederung an ganz andere Kräfte ?

    Immerhin wurde Deutschland nach 33 mit weniger Finanzmitteln aus einer tieferen Wirtschaftskrise gerissen, als heute allein für Quelle aufgewendet werden, war dann aber auch etwas isoliert/autark. Wer hat wohl was zu verlieren, wenn sich so etwas wiederholen würde ?

  14. zdago sagt:

    @aktiver Widerstandskämpfer
    na ja – es muß in der Führung schon ein Netzwerk von Verrätern/Widerständlern gegeben haben, die den Allierten den Sieg gesichert haben. Insofern war die Gestapo für ihre Aufgabe wirklich unzureichend – und hier zeigt sich auch, daß aus der Geschichte gelernt wird. Schäuble und Co werden diesen Fehler nciht machen – Widerständler in ihren Reihen zu belassen.
    mfg zdago

  15. Hans sagt:

    Hallo Gilbert und Zdago,

    Bezüglich Tor: Natürlich habe ich nicht vor, einen Tor-Router zu betreiben. Geschweige denn einen Exit-Rechner. Das sollte auf dem Boden der BRD besser niemand machen. Nach deutschem Recht muss der Betreiber eines Tor-Routers damit rechnen, dass er – auf Verdacht hin – einen Besuch von dem erwähnten Rollkommando bekommt und seine Rechner beschlagnahmt werden. So bereits mehrfach geschehen. Auch wenn dem Betreiber im Nachhinein nichts nachgewiesen werden kann, ist der Schaden für den Einzelnen enorm. Besonders perfide: Wer seine Rechner nach Monaten zurückbekommt, sollte besser nicht darauf hoffen auf seinen Festplatten noch etwas Brauchbares vorzufinden. Mehrfach berichtet in 2006.

    Wer einen Exit-Rechner für Tor betreibt muss auf dem Boden der BRD zudem damit rechnen, dass er für Straftaten – die von dem Knoten aus auch ohne sein Wissen begangen werden – mit zur Verantwortung gezogen wird. Im Vergleich ungefähr so, wie wenn jemand der Allgemeinheit einen privaten Weg über sein Grundstück zur Verfügung stellt. Und wenn darauf ein Mord geschieht, würde er ebenfalls belangt. Was im richtigen Leben so nicht geht, ist im Internet gang und gäbe. Das BRD-Regime ist sehr trickreich mit seinen Kriminalisierungsstrategien.

    Also keine Sorge. Ich habe keins von beidem vor. Ich will nur am Tor-Netzwerk (oder äquivalent) teilnehmen. Und falls der BND tatsächlich auch in dem Netzwerk mitspielt, dann muss er schon verdammt viele Router betreiben um effektiv zu spionieren. Solange die mich als John Smith aus Langley sehen kann mir das auch wurscht sein. So geheim ist das nicht, was ich im Netz lese. Nur rankommen will ich. Ohne dass ich daran gehindert werde und ohne dass man mir dabei über die Schulter guckt.

    Dem Link bin ich gefolgt. Und ja, E-Post-Sicherheit ist auch ein Thema. PGP-Algorithmus ist standardmäßig in meinem Thunderbird eingebaut. Habe ich bloß noch nicht in Betrieb genommen. Muss ich mir erst näher anschauen.

    Bezüglich 33-45: Es ist typisch für die Geschichtsschreibung à la Guido Knopp, bestimmte Fakten zu übertreiben und andere unter den Teppich zu kehren, bzw. abwertend zu behandeln. Aber dafür werden diese Propagandisten ja bezahlt. So gesehen machen sie auf ihre Weise einen »guten Job«. Was den Widerstand betrifft, waren die Sicherheitskräfte im Reich tatsächlich deutlich unterbesetzt. Es war wohl doch nicht alles so, wie knoppsche Geschichtsrabulistik uns das weismachen will.

    Schäuble – und auch schon seine Vorgänger – haben in den vergangenen Jahren aufgerüstet. Wohl auch weil sie wissen, dass sie auf Dauer nur mit Repressionsmaßnahmen weitermachen können. Einen Testfall haben wir jetzt.

    Apropos isoliert/autark: Deutschland war im Dritten Reich keineswegs so isoliert, wie man mir das in der Schule beibrachte. Ganz im Gegenteil, es wurde heftig exportiert. In aller Herren Länder. Nur eben an der internationalen Hochfinanz vorbei, dank Bartergeschäften. Umgekehrt wurde aber der deutsche Import häufig boykottiert. Was wiederum die Wissenschaft und die technische Entwicklung beflügelte. Das deutsche Volk war in jener Zeit deutlich besser versorgt als in der Weimarer Republik. Trotzdem es angeblich so isoliert war.

    MfG
    Hans

  16. zdago sagt:

    qes wurde heftig exportiert – muahahah – stimmt.
    Nach Schweden Pornofilme gegen Treibstoff o.ä. Es soll da ganz tolle Geschäfte gegeben haben.
    Da fällt mir etwas anderes ein – wie war das noch: Freisler war Jurist – Dr Jur, der Reichskanzler war Politiker, wie viele andere auch. Sind diese Berufe nicht auch Autobahn?
    Die Gestapo war auch Polizei -sogar geheime Polizei – ob es da doch Parallelen gibt?
    Manchmal ist die ganze Bande doch zu lächerlich!
    mfg zdago

  17. Hans sagt:

    Hi Zdago,

    einen Komiker zum Abendessen gehabt? Bartergeschäfte funktionieren eben so. Etwas professioneller natürlich auf Verrechnungsbasis. Von Pornofilmen für Treibstoff habe ich zwar bisher noch nichts gehört oder gelesen. Wohl aber von Lokomotiven für argentinisches Rindfleisch. Oder Werkzeugmaschinen für Südfrüchte. Ein Win-Win-Geschäft, ohne dass sich die internationale Hochfinanz daran ihre blutigen Fingerchen abwischen konnte. China, Russland und noch ein paar andere Länder üben sich zurzeit in dieser Art Handel, wie ich kürzlich irgendwo gelesen habe. Was der internationalen Hochfinanz ganz sicher nicht gefällt.

    MfG
    Hans

  18. zdago sagt:

    @Von Pornofilmen für Treibstoff
    gehört auch nicht zum Vorlesungsstoff von Hr. Dr von und zu History Knoob.
    Es gab vor einiger Zeit einmal eine kurze Diskussion über Pornofilme im 3. Reich – die berühmten Schwarzwaldfilme oder so ähnlich – die staatlich ganz offiziell gedreht wurden. Und da wurde dann auch einmal erwähnt, daß der Zweck dieser undeutschen Aktivitäten eben der genannte Tausch gegen Treibstoff über nordische Länder war.
    Wurde dann aber nicht weiter verfolgt, denn das fehlte noch, daß die Neonazis gegen das liebste Spiel der angelsächsichen Hochfinanz zu Felde ziehen.
    Übrigens – seit kurzem sollen die Amis in Afghanistan mit Viagra gegen die Taliban kämpfen – indem sie das Zeug den amtierenden Warlords und Clanchefs offerieren – muahahahaha – lach.
    Wenn Knarre und Bombe nicht mehr helfen -gehts mit dem Hörnchen !!!
    Ach ja – die bilateralen Tauschgeschäfte waren einer der wirklichen Gründe für den Krieg – denn die gingen auch ohne Kontrolle und Gewinne der FED-Eigner – und das darf natürlich nicht sein. Das ist – wie geht das noch – das ist nicht die Freiheit, die ich meine ! lalalala
    mfg zdago

  19. Sabrina Meier sagt:

    Wenn das so weitergeht, wird dieses System irgendwann zusammenbrechen, da nutzt auch alles zensieren und besteuern nichts mehr. Es gibt immer mehr Arbeitslose, immer mehr Unzufriedene und der Staat verschuldet sich immer mehr. Die Reserven werden in bunten Papierscheinchen gehalten, die die Leute „Dollar“ nennen und die systematisch immer weniger wert werden. Kein Wunder, daß weltweit immer Leute Gold und Silber kaufen.

  20. Hans sagt:

    Sorry für die späte Freischaltung, Sabrina. Leider konnte ich mich eine Zeit lang nicht um diesen Blog kümmern.

    MfG
    Hans