Diese Woche kam ich mit dem Auto an eine Straßenkreuzung, an der sich zuvor ein Pkw und ein Tankwagen in die Wolle gekriegt hatten. Rettungsdienst und Polizei waren schon da, mögliche Opfer augenscheinlich versorgt. Dafür stand der stark ramponierte Pkw entgegen meiner Fahrtrichtung, während das Tankfahrzeug schräg auf der Querstraße parkte. Als ich vorsichtig um die Unfallstelle herum fuhr, schoss mir auf einmal die Warnung durch den Kopf: »Mensch, nix wie weg hier!«. Man weiß ja jetzt wie sowas ausgehen kann: Liegen gebliebener Tanklaster, Bundeswehr fordert Luftunterstützung von der NATO an, Bombenstimmung und am Ende werden die qualmenden menschlichen Überreste zu Mitgliedern der Taliban erklärt. Auf die Art möchte ich nun lieber nicht einem Verein beitreten.
Liegen gebliebener Tankwagen + Bundeswehr + NATO-Luftunterstützung + Bombenstimmung + Taliban erinnert irgendwie an wen? Richtig, an Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg. Job-Titel zurzeit: Bundesverteidigungsminister. Bald auch Träger des Ordens wider den tierischen Ernst. Die Auszeichnung, neben dem Karlspreis ein weiterer Karnevalsorden aus Aachen, soll ihm am 19. Februar 2011 bei einer Festsitzung des Aachener Karnevalsvereins (AKV) verliehen werden. Guttenberg sei authentisch, ehrlich und geradlinig und »Ein Mann der klaren Worte« heißt es in der Begründung. Was in Teilen der Bundeswehr und des Verteidigungsministeriums sicherlich vielfältige Reaktionen hervorgerufen haben dürfte. Aber was soll’s? Die Festsitzung des AKV litt schon seit Jahren unter Quotenschwund, droht gar ins Regionalfernsehen abzurutschen. Da braucht es eben einen zugkräftigen Promi, damit die Werbeeinnahmen wieder fließen. Und Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht.
Im Februar 2008 wurde Gloria von Thurn und Taxis mit dem gleichen Orden behängt. Jene Erbfürstin, die im Jahre 2001 die Ursache der starken Verbreitung von AIDS in Afrika auf den kleinsten gemeinsamen Nenner brachte. Ihrer Ansicht nach läge es daran, »weil der Schwarze gerne schnackselt«. Damit dürfte sie durchaus recht gehabt haben. Sei es wissenschaftliche oder Trivialliteratur. Bücher und andere Medien, die von der erhöhten Libido in südlicheren Gefilden handeln, füllen ganze Regalreihen. Aber das im Deutschen »öffentlich-rechtlichen« Bezahlfernsehen zu sagen, kann einem als offener Rassismus ausgelegt werden. Weshalb sich die Vertreter der »Politischen Korrektheit« damals auch eifrig echauffierten.
Siehe: Für Gloria ist das «Schnackseln» Schuld
(Schreipfähler und fehlerhafte Anführungszeichen im Original)
Die Loveparade in Duisburg ist zu einem Sodom und Gomorrha mit katastrophalen Folgen geworden: Mindestens neunzehn Tote, über 340 Verletzte. Bei einer Massenpanik wurden die jungen Menschen zertrampelt, stürzten von meterhohen Gerüsten herunter, über die sie sich hatten retten wollen, sie fielen bewusstlos um und gingen in den wildgewordenen Massen unter. Zu Recht werden die Toten und Verletzten nun beklagt, ein derartiges Unglück hatte es noch nie zuvor gegeben. Der frischgebackene Bundespräsident Wulff stellte in einer eiligen Reaktion schon kurz darauf »bestürzt« fest, dass eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, furchtbar sei. Friedliches Fest fröhlicher junger Leute? Wer die Loveparade kennt und wer der Berichterstattung am Samstagabend über mehrere Stunden im Fernsehen gefolgt ist, kommt allerdings zu einem völlig anderen Ergebnis:
Dieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW. Als handele es sich um eine Kultur-Veranstaltung auf höchstem Niveau, waren Politik und Medien, allen voran der öffentlich-rechtliche WDR, schon im Vorfeld um eine lückenlose Berichterstattung bemüht. Schließlich ist das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt 2010 geworden. Und die größte Tanzparty der Welt, die Loveparade, ist einer der absoluten Höhepunkte des Jahres! Stolz heißt es in den Vorankündigungen: »Die maximale Tongesamtleistung auf dem Gelände beträgt 750 000 Watt. Es handelt sich um eins der größten Beschallungssysteme, das je in Europa zum Einsatz kam.«
Doch was ist das in Wahrheit für eine »Kulturveranstaltung«? Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance.
Das ohrenbetäubende, stereotype Rave-Gehämmere, das nicht mehr im Geringsten etwas mit dem einstmaligen Begriff von Musik zu tun hat, zerschmettert ihnen über zahllose Stunden Trommelfelle und Nervenkostüme. Doch das scheint den 1,4 Millionen Partygästen nichts auszumachen. Sie wussten, was sie erwartet, haben sich freiwillig dazu entschieden, hierher zu kommen. Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst.
Kleine Aktualisierung: Zwischenzeitlich sind es 20 Tote. Laut Untersuchungen alle durch Brustquetschungen gestorben. Für wie viele Menschen war das Gelände ausgelegt? 250.000? 1,4 Millionen Menschen auf einem so kleinen Gelände. Mit einem einzigen Zu- und Ausgang: ein langer Straßentunnel. Das sieht ja schon wie böse Absicht aus. Wenn man sich die Größenordnung vor Augen führt darf man froh sein, dass es »nur« 20 Tote gab. Obwohl schon die 20 Todesopfer 20 zu viel sind.
Heute schon einen Taliban gesehen? Nicht? Seltsam, dabei müsste es von denen hier nur so wimmeln. Jedenfalls gemessen an dem Aufwand und den Kosten die uns unsere so genannte politische Elite mit der Bekämpfung der Taliban beschert. Ein ehemaliger Kollege mit »südländischer Herkunft« bezeichnete die Taliban einmal als einen Haufen Hinterwäldler. Vermutlich hat er recht. Niemand sonst würde ein ganzes Volk in ein religiöses Korsett zwingen, das es mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt. Außer vielleicht … aber das ist schon über 1200 Jahre her, die Geschichte mehrfach korrigiert und damals gab es ja noch keine Menschenrechts-Charta. So können sich heutige Politiker des Beifalls gewiss sein, wenn sie von Karl dem Großen als erstem echten Europäer schwafeln. Oder sich gebauchpinselt fühlen, wenn sie mit dem Karlspreis der Stadt Aachen behängt werden. Winston Churchill bekam ihn 1956 verliehen als »Hüter menschlicher Freiheit – Mahner der europäischen Jugend«. Ein kurzer Blick in die Geschichte genügt, um den Witz zu verstehen.
Carolus Magnus, wie Karl der Große auf Latein heißt, war ganz sicher nicht von einem europäischen Geist beseelt. Er war machtbesessen und folgte egoistischen Motiven. Schlachtete die damals heidnischen Völker mit päpstlichem Segen ab, wenn sie sich partout nicht zum Christentum bekehren lassen wollten. Vernichtete Ethnien und Kulturen. Wofür ihn Papst Leo III. am Weihnachtstag des Jahres 800 mit der Kaiserkrone belohnte. Fragt sich nur, mit welchem Recht. Leo III. berief sich auf die »Konstantinische Schenkung«, in der der römische Kaiser Konstantin I. um das Jahr 315 unserer Zeitrechnung religiöse und teilweise politische Hoheit an Papst Silvester I. und all seine Nachfolger abtrat. Nun war diese Schenkung jedoch nichts weiter als eine Behauptung der Kirche. Eine diesbezügliche Urkunde wurde nebst Konstantins Glaubensbekenntnis erst knappe 500 Jahre später um die Zeit von Karls Kaiserkrönung angefertigt. Und bereits im späten Mittelalter war die Fälschung als solche entlarvt. Was lernen wir daraus? Die ganze europäische Geschichte basiert auf Lug und Trug und Eigennutz. Ist bis in die jüngste Zeit davon durchwachsen. Angeblich große Staatsmänner gerieren zu leibhaftigen Schweinen die man nur in feines Tuch gehüllt hat, wenn ein wenig von dem Lack abgekratzt wird.
Vor diesem Hintergrund betrachtet stellt sich für einen halbwegs logisch denkenden Menschen die Frage, wie wir dazu kommen unsere ach so hehren Werte anderen Völkern aufs Auge drücken zu müssen. Heute ist es natürlich verwerflich, wildfremden Menschen den rechten Glauben mit Feuer und Schwert einzubläuen. Immerhin genießen laut Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen alle Menschen Glaubensfreiheit. Das heißt, solange sie sich dabei immer auch brav Gott Mammon unterwerfen und die Allmacht der USA anerkennen. Tun sie es nicht, werden sie wie zu Zeiten Karls des Großen missioniert. Nicht mehr plump mit Feuer und Schwert. Das Arsenal an Tötungswerkzeugen wurde in 1200 Jahren deutlich erweitert. Raketen, Bomben, Kanonen, Granaten, Mörser, Maschinengewehre. Der neueste Schlager sind ferngesteuerte Flugzeuge, mit denen der Unterwerfungsunwillige per Knopfdruck vom Leben zum Tode befördert wird. Ein weiteres modernes Instrument ist die so genannte »Freie Presse«, die uns die Verbrechen unserer »Freiheitlich Demokratischen Grundordnung« schön schreibt. Nicht zu vergessen willfährige Politiker die nicht müde werden zu versichern, dass es ganz wichtig sei, wenn eben erwähnte Grundordnung am Hindukusch verteidigt würde.
Früher, da war die Welt noch in Ordnung. Wie in all den Jahren vorher flogen die Hexen am Abend des 30. April auf ihren Besen zum Brocken (Blocksberg), dem höchsten Berg im Harz. Dort sollen sie an wilden Feiern und Riten teilgenommen haben. Junghexen wurden mit dem Teufel vermählt und mussten sich ihm hingeben. Damals herrschten andere Sitten. Da hatte es auch noch eine völlig andere Bedeutung, wenn jemand sagte: »Du, Walpurga raucht nicht mehr«.
Die Sitten änderten sich wie die Zeiten. Vor der zwangsweisen und großen Teils blutigen Christianisierung Europas widmete man sich in der Nacht zum 1. Mai der Vertreibung böser Geister. Kelten und Germanen nahmen alkoholische Getränke und andere Drogen zu sich, entzündeten große Feuer um die herumgetanzt wurde. Was später in der Ära christlicher Nächstenliebe als heidnischer Aberglaube verpönt war. Denn böse Geister kamen in der »Heiligen Schrift« nicht vor. Nicht in der heidnischen Form jedenfalls.
Statt dessen bekannte sich die Katholische Kirche im Laufe der Jahrhunderte zu der Tatsachenbehauptung, es gäbe Hexen und Hexer welche den Untergang der Kirche herbeiführen wollten. In der Volksseele galt die Existenz von Hexen und Hexern schon seit jeher als erwiesen. Letztere wurden nur allzu häufig auf einem Scheiterhaufen von einem heilenden Feuer verzehrt. Das jedoch nur, wenn sie zuvor gestanden hatten auch wirklich so etwas zu sein. Freilich fanden sich nicht besonders viele Menschen, die das ohne Not zu beichten bereit waren. Deshalb gab es für die erhöhte Motivation eines Geständnisses hinreichend Werkzeuge.
Man kann mir nicht nachsagen, dass ich Anhänger der Linken wäre. Jedenfalls nicht erfolgreich. Einer von Gregor Gysi schon gar nicht. Aber 1 + 1 ergibt 2, auch wenn ein Linker das behauptet. Statt eines langen Artikels schließe ich mich in diesem Fall Gregor Gysis Ausführungen ohne jeden Vorbehalt an.
Nachtrag 26.04.2010
Wenige Minuten nachdem ich diesen Artikel ins Netz gestellt hatte, war Eigensinnig.org plötzlich nicht mehr erreichbar. Nachdem ich den Server über die Administrator-Software neu startete, war auch die Steuerung auf dem Kontrollrechner von einer Sekunde auf die andere nicht mehr verfügbar. Der Zustand dauerte bis heute früh 7:10 Uhr an. Eine Stellungnahme des Server-Anbieters steht noch aus. Aber, seltsame Zufälle gibt’s. Nicht?
5th April 2010 10:44 EST WikiLeaks has released a classified US military video depicting the indiscriminate slaying of over a dozen people in the Iraqi suburb of New Baghdad — including two Reuters news staff.
Reuters has been trying to obtain the video through the Freedom of Information Act, without success since the time of the attack. The video, shot from an Apache helicopter gun-site, clearly shows the unprovoked slaying of a wounded Reuters employee and his rescuers. Two young children involved in the rescue were also seriously wounded.
Short version
Full version
The military did not reveal how the Reuters staff were killed, and stated that they did not know how the children were injured.
After demands by Reuters, the incident was investigated and the U.S. military concluded that the actions of the soldiers were in accordance with the law of armed conflict and its own “Rules of Engagement”.
Consequently, WikiLeaks has released the classified Rules of Engagement for 2006, 2007 and 2008, revealing these rules before, during, and after the killings.
WikiLeaks has released both the original 38 minutes video and a shorter version with an initial analysis. Subtitles have been added to both versions from the radio transmissions.
WikiLeaks obtained this video as well as supporting documents from a number of military whistleblowers. WikiLeaks goes to great lengths to verify the authenticity of the information it receives. We have analyzed the information about this incident from a variety of source material. We have spoken to witnesses and journalists directly involved in the incident.
WikiLeaks wants to ensure that all the leaked information it receives gets the attention it deserves. In this particular case, some of the people killed were journalists that were simply doing their jobs: putting their lives at risk in order to report on war. Iraq is a very dangerous place for journalists: from 2003- 2009, 139 journalists were killed while doing their work.
Wikileaks hat eine geheime Video-Aufzeichnung des US-Militärs veröffentlicht. Es stellt die wahllose Tötung von mehr als einem Dutzend Menschen – darunter zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters – in einem irakischen Vorort von Neu Baghdad dar.
Reuters hatte seit dem Zeitpunkt der Attacke versucht, das Video durch den »Freedom of Information Act« zu erhalten. Ohne Erfolg. Das Video, aus einem Apache-Hubschrauber vor Ort gedreht, zeigt deutlich die grundlose Tötung eines verwundeten Reuters-Mitarbeiters und seiner Retter. Zwei Kleinkinder, die während der versuchten Rettung in der Nähe waren, wurden schwer verletzt.
Das US-Militär wollte nicht verraten, wie die Reuters-Mitarbeiter getötet wurden. Es erklärte auch, dass man nicht wüsste wie die Kinder verletzt wurden.
»Peng! Du bist tot.«, hieß es wenn wir als Kinder Cowboy und Indianer gespielt haben. Leicht gesagt. Aber was konnte schlimmstenfalls passieren? Dass der solcherart Erschossene aufstand und beleidigt rief: »So a Schmarr’n! I mog nimma!«.
Ob die Kinder in Afghanistan auch Cowboy und Indianer spielen? Oder eher Invasor und Taliban? Ob die auch »i mog nimma« rufen können, wenn sie von richtigen Invasoren erschossen wurden? Oder von einer Bombe zerrissen? Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) forderte mehr Rückhalt in der Bevölkerung für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Die schweren Gefechte am Karfreitag hätten gezeigt, wie gefährlich die Situation für die Soldaten sei. Die Soldaten wünschen sich mehr Verständnis dafür, dass sie sich manchmal auch präventiv wehren müssen, berichtete Niebel. Dann meinte er noch: »Und sie verstehen nicht, wenn sie sich dafür in der deutschen Öffentlichkeit rechtfertigen müssen oder sogar strafrechtlich verfolgt werden«. Wenn man sowas herzzerreißendes hört oder liest kommen einem unwillkürlich die Tränen. Vor Wut.
Sollte sich ein Bundesentwicklungsminister nicht eher auf Entwicklungshilfe konzentrieren? Statt dessen wirbt er für Rückhalt in der Bevölkerung für den Einsatz der Bundeswehr in einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Wenn ich mich recht entsinne wurde die Bevölkerung nicht gefragt, ob die Bundeswehr nach Afghanistan soll. Sie wurde lediglich falsch informiert als es hieß, es gehe um einen Stabilisierungseinsatz. Aus dem Stabilisierungseinsatz wurde ein robuster Stabilisierungseinsatz, daraus wiederum kriegsähnliche Zustände und selbst Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU) spricht mittlerweile von Krieg.
Siehe: Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) spricht von „Krieg“ in Afghanistan
Und? Gestern ein Zeichen gesetzt? Gegen Klimaerwärmung und so? Gestern Abend war weltweit Earth-Hour. Um 20:30 Uhr sollten alle Lichter für eine Stunde gelöscht und dem Erdklima bei Kerzenschein gedacht werden. Das ging jedenfalls bei etlichen öffentlichen Gebäuden so. Den meisten Privatleuten, wie auch mir, ging hingegen dieser Unfug äußerst peripher am Gesäß vorbei. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, ein deutliches Zeichen dagegen zu setzen. Nämlich alle nur irgendwie verfügbaren Lichter einzuschalten. Nachdem ich jedoch anderweitig zu tun hatte, kam ich noch nicht einmal dazu.
Jetzt, wo die ersten warmen Sonnenstrahlen zum Besuch im Biergarten einladen, kriechen sie wieder aus allen Löchern hervor. Die Klimaalarmisten und Medienhuren. Ja, das war ein strenger Winter letzten Winter. Jetzt nicht wegen der Minustemperaturen, da haben wir schon kältere Winter erlebt. Sondern wegen der ganzen aufgedeckten Schwindeleien rund um das Klima. Doch wer meinte, die Klimaapologeten ließen sich von solchen Skandalen aufhalten, wird dieser Tage eines Besseren belehrt. Mit unglaublicher Dreistigkeit arbeitet man weiter an dem Märchen vom menschgemachten Klimawandel. So auch der Simpsons-Sender Pro7. Simpsons-Sender deshalb, weil das wohl die einzige Sendung ist die denen verlässliche Einschaltquoten beschert. Der Rest … naja, nett.
Fernsehen macht sowieso dumm. Also sollte man dem Glotzophon so selten wie möglich seine Aufmerksamkeit widmen. Pro7 letzten Freitag beispielsweise gar nicht. Da schämte man sich nicht, einen Tag lang bis zum späten Abend längst widerlegte Klimalügen zu verbreiten. Den Höhepunkt bildete Al Gores »Eine unbequeme Wahrheit«. Ein Film, der laut Gerichtsurteil an englischen Schulen nicht mehr als Dokumentarfilm vorgeführt werden darf. Die englischen Lehrer, die den Film trotzdem zeigen wollen, müssen ihre Schüler auf den fiktionalen Charakter des Machwerks hinweisen. Was Pro7 natürlich nicht muss, denn der Sender gehört ja zu den »Deutschen Qualitätsmedien™«. Die haben die Lizenz zu lügen.
Keine Lüge hingegen ist die Umstellung auf Sommerzeit. Letzte Nacht um 2:00 Uhr stellte man die Uhren um eine Stunde vor. Kolossal überflüssig, wie wir längst gelernt haben. Die erhoffte Energieeinsparung als veritablen Schuss in den Ofen zu bezeichnen wäre schamlos untertrieben. Vielmehr ging der Schuss nach hinten los. Es wird nach einschlägigen wissenschaftlichen Studien durch die Sommerzeitumstellung eher mehr als weniger Energie verbraucht. Ganz davon abgesehen, dass Menschen, Haus- und Nutztiere die nächsten 14 Tage durch die Verschiebung der Gewohnheiten von der Rolle sein werden.
Nicht nur das. Wie der »Auto Club Europa (ACE)« meldet, steigen nach der Sommerzeitumstellung die Unfallzahlen erheblich an. Nachvollziehbar, denn der Mensch ist schließlich kein Roboter. Die Müdigkeit – hervorgerufen durch den verschobenen Zeitablauf – birgt zusammen mit aufkeimenden Frühlingsgefühlen ein naturgemäß erhöhtes Unfallrisiko. Meint man wenigstens beim ACE. Also die nächsten Tage besonders aufmerksam fahren, damit unser heilig’s Blechle in einem Stück bleibt und wir selbst natürlich auch.
Wer das Gesicht nicht kennt: Das ist Daniel Cohn-Bendit in jüngerem Alter. Heute Fraktionschef der Grünen im Europaparlament. Ein offenbar recht kinderlieber Mensch. In den 1970ern engagierte Cohn-Bendit sich in der Betreuung von Kleinkindern und 4- bis 6-Jährigen. In der gezeigten Diskussionsrunde erzählt er ungeniert: »A kid’s sexuality is absolutely fantastic«. Und im weiteren Kontext: »You know, when a five year-old little girl starts undressing you, it’s great. It’s great because it’s a game, a game absolutely eroticomaniac«. Auf den Einwurf eines Diskussionsteilnehmers, das sei verstörend, antwortete er: »Come on, you were expecting this. Not quite?«. Das muss ich jetzt nicht extra übersetzen, oder? Cohn-Bendit hatte mit pädophilen Spielchen offensichtlich nicht das geringste Problem.
In der ARD-Fernsehsendung »Das Da« bekannte er 1976 ebenso freimütig: »Es ist mir mehrmals passiert, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Aber wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt. Da hat man mich der Perversion beschuldigt«. Und das sicherlich zu Recht. Cohn-Bendit, Jahrgang 1945, war zu jener Zeit der Kinderbetreuung längst im Erwachsenenalter und hätte wissen müssen was sich gehört und was nicht.
Zitatquelle: Wikiquote – Daniel Cohn-Bendit
Denn man könnte etwas zu sehen bekommen, was einem nicht gefällt. Oder man selbst könnte der sein, der nicht gefällt. Es gibt sie in vielen Zukunftsmärchen. Fliegende technologische Plagegeister, die beobachten oder auch bestrafen. In den 1970er und 80er Jahren schien uns das alles noch in weiter Ferne. Doch blieb die Entwicklung entgegen aller Unkenrufe nicht stehen. Wie es aussieht, leben wir bereits in jener bedrückenden Zukunft. Zumindest ist die Technologie schon da und wird schamlos eingesetzt. Aber keine Angst, nicht hier bei uns in westlichen Gefilden.
Vor ein paar Tagen kam im Fernsehen – welcher Sender weiß ich nicht mehr – ein US-Krimi. Eine der üblichen Fließbandproduktionen. Der Fernseher läuft bei mir meist nur nebenbei. Aber an speziell diesen Krimi kann ich mich erinnern, weil ein schwarzer Cop zu einem weißen Cop sagte dass die USA jetzt einen schwarzen Präsidenten hätten und die Dinge nun gründlich anders laufen würden. Was unwillkürlich ein Grinsen in mein ansonsten mürrisches Gesicht zauberte. Barack Hussein Obama ist der lebende Beweis dafür, dass Demokratie nicht funktioniert. Jedenfalls die nicht, die man uns tagtäglich vor Augen führt. Obamas Wahlkampf wurde dem Volk als »Graswurzel-Revolution« verkauft. Menschen spendeten Geld dafür, obwohl der Mann von der Hochfinanz gesponsort wurde. Selbst hier in Deutschland hatte Obama eine große Anhängerschar. Wohlgemerkt, hatte. Sein deutscher Fanclub ist nach etwas über einem Jahr Amtszeit ebenso geschrumpft wie die Zustimmung des US-Wahlvolkes.
Die »We are change« und »Yes, we can!« Parolen haben sich als genau das entpuppt, was viele Menschen bereits vorher wussten. Aus »Yes, we can!« wurde ein entschiedenes »Yes, we could« und Obamas »change« gerierte zu einem »We are continuing Bush«. Der Möchtegernheiland führt die menschenverachtende Politik fort, die unter den Neokons der Republikaner quasi salonfähig wurde. Zu dem Thema habe ich einen sehr lesenswerten Artikel von Gerhard Wisnewski gefunden, der genau das zum Ausdruck bringt.
Tja, unser Barack Obama. Hat man doch gleich geahnt, dass »Yes, we can« irgendwie unvollständig ist. Der gute Barack wollte uns einfach nicht sagen, was wir nun eigentlich können. Nun wissen wir es: »Yes, we can kill« …
Irgendwie sind seine Fans ziemlich still geworden. Kein Wunder: Da killt er in Pakistan fröhlich vor sich hin und knipst »Terroristen«, aber auch Zivilisten von der Luft aus ab. Mit ferngelenkten Drohnen. Ist ungefähr so wie ein Videospiel. Jemand sitzt an einem Bildschirm und betätigt einen Stick – und »paff«: Weg ist der Terrorist. Oder wer auch immer. Denn natürlich kann man Terroristen von Zivilisten gar nicht unterscheiden. Es ist ja das Wesen des Terroristen, dass er in zivil unterwegs ist. Uniformiert ist nur eine reguläre Truppe. Befindet sich der Terrorist in Wirklichkeit also gar nicht am Boden, sondern quasi am anderen Ende des Sticks? Oder gar im Weißen Haus? Das zu beweisen, erfordert nur ein wenig simple Logik.
»Darf ein demokratischer Rechtsstaat per Mausklick töten?«, grämt sich das Zentralorgan »Spiegel Online« angesichts des US-Drohnenkrieges gegen »Al-Qaida« in Pakistan. Eine gute Frage, die aber zu kurz greift. Denn entscheidend ist ja nicht die bloße Technik, sondern die Frage, ob ein demokratischer Rechtsstaat überhaupt relativ wahllos Menschen massakrieren darf – ohne Gerichtsverfahren, ohne Urteil. Und selbstverständlich auch ohne Beweise. Denn wen die USA nun warum zum »Terroristen« ernennen – womöglich h.c. –, bleibt im Wesentlichen ihr Geheimnis. Die wirkliche Frage muss daher lauten: »Kann ein Staat, der relativ wahllos Menschen tötet, ein demokratischer Rechtsstaat sein?« Und die Antwort lautet natürlich nein. So etwas kann nur ein menschenverachtendes Regime tun.
»Moderne Zeiten« war vorgestern. »Mörderische Zeiten« ist heute. Nie wurde mehr Geld dafür ausgegeben, andere Menschen ins Jenseits zu befördern. Forschungsmittel fließen nahezu uneingeschränkt, wenn es darum geht noch effektivere Kontroll- und Tötungswerkzeuge zu entwickeln.
Die Seite des Eigensinn e.V. findet sich unter
» http://www.eigensinn.org. Der Verein hat zu dieser Internetpräsenz keinerlei geschäftliche oder sonstige Beziehung.