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Archiv für die Kategorie ‘Absurdistan’

Sieg waaas?

Dienstag, 04. März 2014

Bei lauter Edathy, Krim, Ukraine, Klimaquatsch und was sonst noch durch das mediale Dorf getrieben wird, freut man sich geradezu über eine Ablenkung ganz anderer Natur. Frage: Wer ist die berühmteste Person Deutschlands? Nein, nicht Johann Sebastian Bach. Hätte ich zwar gerne, aber nein. Adolf Hitler ist es. Offiziell am 30. April 1945 verstorben gibt es in den »Deutschen Qualitätsmedien™« keinen Menschen, dem seither mehr Aufmerksamkeit zuteil wurde. Doch auch seine fröhlichen Spießgesellen – wir kennen die Namen – kommen in Presse, Funk und Fernsehen nicht zu kurz. Mahatma Gandhi würde tobsüchtig, müsste er das noch mit ansehen. Denn der rangiert eher auf den hinteren Plätzen. Oder wann haben Sie in den letzten Monaten etwas über Gandhi im Fernsehen gesehen?

Ganz beliebt in den Medien sind auch Sprüche aus alten Zeiten. Wir erinnern uns an das lustige »Arbeit macht frei« vor wenigen Jahren aus einem Radiosender hier in München. Und an die Diskussion ob »Jedem das Seine« als Werbebotschaft eines schwedischen Möbelhauses politisch korrekt sei. Gleiches gilt für »Jedem den Seinen« eines bekannten Kaffeerösters. In England ist unter Studenten offenbar ein Trinkspiel in Mode gekommen, das sie dem klassischen »Ring of Fire« entlehnten. Dabei werden Spielkarten nicht im Kreis, wie im Original, sondern in Form der Swastika (vulgo: Hakenkreuz) auf dem Tisch ausgebreitet. Wenn jemand eine 7 zieht springen alle auf, rufen »Blitzkrieg« und trinken einen Schnaps auf ex. Zieht hingegen ein Mitspieler den Joker, muss er aufstehen, den Deutschen Gruß zeigen, laut »Mein Führer« brüllen und wiederum einen Schnaps trinken. Wäre interessant zu wissen, wie viele Joker in den englischen Karten stecken. Nur um abschätzen zu können, wann sich diese »Elite« ihre letzten Gehirnwindungen weggesoffen hat.
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»You know – fuck the EU!«

Samstag, 15. Februar 2014

Mann, war das mal wieder ein Aufreger. »You know – fuck the EU!«, soll die US-Diplomatin Victoria Nuland in einem Telefonat mit dem US-Botschafter in Kiew gesagt haben. Welcher ihr mit einem »Exactly!« beipflichtete. Es ging in dem Gespräch unter anderem um das Herumeiern der EU in der gegenwärtigen ukrainischen Krise. Und wer hat’s abgehört? Nein, nicht die Schweizer. Auch nicht die NSA. Genau genommen weiß es keiner so genau. Aber schön zu sehen wenn die Amerigauner mal erfahren wie das ist.

Die veröffentlichte Meinung in den »Deutschen Qualitätsmedien™« war gespalten. Die einen zürnten über eine derart unverblümte Aussprache. Andere gaben Politikerstimmen wieder, die zwischen »inakzeptabel« und »unakzeptabel« changierten. Wieder andere Medien übten sich in einer etwas diplomatischeren Übersetzung der Aussage. Da las man von »… vergiss die EU«, »… pfeif auf die EU« oder ähnlich schwachen Versuchen. Dabei ist »… fuck the [whatever]« geläufig und genau das wonach es sich anhört; nämlich Gossensprache. Was vielleicht einige Rückschlüsse auf den generellen Hintergrund von US-Diplomaten zuließe. Aber gut, man soll ja nicht fahrlässig verallgemeinern.

Was ist an diesem »… fuck the EU« eigentlich so schlimm? Immerhin hat Frau Nuland nur dienstlich mit einem Botschafter telefoniert, und nicht – wie seinerzeit Ronald Reagan bei einer Mikrofonprobe – die atomare Vernichtung Russlands angekündigt (»… we begin bombing in five minutes …«). Dabei ist der Inhalt des Telefonats mit dem US-Botschafter in Kiew viel eher ein Grund sich aufzuregen. Es sollte mittlerweile jedem bekannt sein, wer hinter all den seltsamen Revolutionen in der jüngeren Vergangenheit steckt. Egal ob Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien oder Ukraine. Immer wieder tauchen die Abkürzungen CIA und NGO auf. Sprich: US-Geheimdienste und Nichtregierungsorganisationen (Non Governmental Organizations). Mindestens im Falle Syriens und der Ukraine auch mit Beteiligung von Deutschen Organisationen. Und das ist der eigentliche Skandal.
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Von Ramsauer, Seehofer und dem bösen ADAC

Sonntag, 26. Januar 2014

Wie lange bin ich jetzt schon ADAC-Mitglied? Das war so etwa 1988 oder 89, da hatte ich es in einem Anfall von maximaler Zerstreutheit völlig vertranspiriert zu tanken. Was eine Glanzleistung im Ignorieren des Faktischen darstellte. Denn mein damals nagelneuer Omega – Friede seinem Recycling – besaß neben dem obligatorischen Warnlämpchen einen der ersten Bord-Computer. Letzterer konnte mir sogar sehr genau vorrechnen, wie lange es dauert bis ich mangels Kraftstoff liegenbleibe. Der Ermahnungen im Vorfeld gab es also genügend, allein die Autobahntankstelle Holzkirchen war noch etliche Kilometer entfernt. So weit reichte das Benzin nicht mehr. Wenigstens schaffte ich es in die Nähe der nächsten Notrufsäule.

Notrufsäule deshalb, weil die Morgenröte der für einen einfachen Arbeitnehmer erschwinglichen Mobiltelefone noch vier oder fünf Jährchen auf sich warten ließ. Weitaus zeitiger war der Mann vom ADAC zur Stelle, der meinem Automobil Pistensaft aus einem Reservekanister kredenzte. Erleichtert und dankbar für die schnelle und außerdem kostenlose Hilfe fragte ich nach der Mitgliedschaft im Club. Tja, so sah mein Einstieg beim ADAC aus. Habe mittlerweile meine beiden Autos dort versichert und bezahle mit deren Kreditkarten. Einen Gelben Engel brauchte ich seit dem unvergessenen Auftakt kein einziges Mal mehr (dreimal auf Holz geklopft).

Natürlich weiß ich nicht, wie die übrigen 19 Millionen Mitglieder zum ADAC gekommen sind. Ebensowenig, wie der Großteil von ihnen über die aktuellen Ereignisse in und um den Club denkt. Nachdenklich macht es allemal. Nein, nicht der Lapsus mit den geschönten Teilnehmerzahlen bei der Wahl des Lieblingsautos der Deutschen. Dem ADAC war es offenbar peinlich, wenn sich von 19 Millionen Mitgliedern gerade mal eine Handvoll bequemten an einer Abstimmung teilzunehmen. Da wurden die Zahlen halt ein wenig extrapoliert, ohne das Abstimmungsergebnis an sich zu ändern. Klar hat das ein leises G’schmäckle. Doch nimmt man bei diversen Themen in Tagesnachrichten und anderen Veröffentlichungen weit üblere Gerüche wahr.
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Wahlkampf unter Weimarer Zuständen

Samstag, 31. August 2013


Vielen Dank an YouTube-Mitglied »Topfpflanze«

Weimarer Zustände, nicht Weimarer Verhältnisse. In der so genannten Weimarer Republik (1919 – 1933) hat keine Deutsche Regierung auch nur die Hälfte einer Legislaturperiode durchgestanden. Die meisten waren nach wenigen Monaten schon wieder weg vom Fenster. Von den Zuständen sagen Politologen indes, es sei eine Demokratie ohne Demokraten gewesen. Wenn damals Parteiveranstaltungen in Massenschlägereien ausarteten, war das eher die Regel denn die Ausnahme. Paramilitärische Verbände, wie der »Rote Frontkämpferbund« (KPD) oder das »Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold« (SPD-dominiert) – um nur die größten zu nennen -, entsandten Schlägertrupps auf die Veranstaltungen von konkurrierenden Parteien. Nicht ohne Not gründete die NSDAP seinerzeit SA und SS. Jene Organisationen, die sich später für »höhere« Aufgaben empfahlen. Aber zur Zeit ihrer Gründung waren sie für die Ordnung auf Parteitagen und Wahlkampfveranstaltungen gedacht.

Wie sieht es heute aus? Der große »Rote Frontkämpferbund« existiert schon seit dem Ende der Weimarer Republik nicht mehr, SA und SS sind seit 1945 verboten und das »Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold« hat sich auf politisch-historische Bildungsarbeit verlegt. Von anderen paramilitärischen Verbänden jener Zeit hört man nicht mehr viel. So könnte es eigentlich in unseren Tagen recht friedlich zugehen, wenn eine Partei in einen demokratischen Bundestagswahlkampf zieht. Wäre da nicht eine kleine Unterabteilung des alten »Rote Frontkämpferbundes«, genannt »Antifaschistische Aktion« (Antifa) und deren Epigonen. Diese ewig gestrigen Gestalten meinen augenscheinlich immer noch, ihre politischen Ziele wie vor 80 Jahren mit Gewalt durchsetzen zu müssen. Getreu dem Motto: »Wer anders denkt als wir ist böse«. Und darf gerne auch mit Gewalt bekämpft werden.
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Every ten years or so …

Montag, 26. August 2013

»Every ten years or so, the United States needs to pick up some small crappy little country and throw it against the wall, just to show the world we mean business …«, lautet die so genannte »Ledeen Doctrine«. Auf Deutsch: »Etwa alle zehn Jahre müssen die Vereinigten Staaten sich ein paar kleine beschissene Länder schnappen und sie gegen die Wand klatschen. Nur um der Welt zu zeigen dass wir es ernst meinen«. Michael Ledeens Spruch stammt aus dem Jahr 1990, zur Zeit des ersten US-amerikanischen Krieges gegen den Irak, und machte auch 2003 die Runde als die USA zum zweiten Mal über den Irak herfielen. Damals, 2003, wussten wir von Anfang an, dass die behauptete Bedrohung der Welt mit Massenvernichtungswaffen durch Saddam Hussein eine klare Lüge war. Im Vorfeld bewiesen von internationalen UN-Waffeninspektoren. Was die USA und ihre »Koalition der Billigen« nicht davon abhielt, auch ohne UN-Mandat in den Irak einzumarschieren. Dort wurde hauptsächlich die Zivilbevölkerung dezimiert und die Bodenschätze unter US-Kontrolle gebracht.

Seit langer Zeit betrachte ich schon das mediale Treiben um Syrien. Das Treiben um den schrecklich dämonischen Diktator Baschar al-Assad und die ach so friedliche syrische Opposition. Ziemlich früh war dem informierten Beobachter klar, wer hinter den Unruhen dort steckte. Nämlich derselbe Brandstifter, der auch den »Arabischen Frühling« anfachte und für den Tod von Muamar al-Gaddafi in Libyen verantwortlich zeichnete. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein: Es sind die USA und ihre Verbündeten. Heute geführt von Barack Hussein Obama, davor war es George »Dabbeljuh« Bush und davor der Typ der mit der Levinsky rumgemacht hat. Wie hieß der noch … egal, die Präsidenten sind in den USA austauschbar und haben spätestens nach John F. Kennedy eh nichts mehr zu sagen. US-Präsidenten sind Hampelmänner mit denen man dem Volk suggeriert, es gäbe eine Demokratie im Lande.

US-Präsident Obama, 2009 mit einem Friedensnobelpreis behängt, hatte Syrien schon zu Anfang des Konfliktes im Lande eine rote Linie gezeichnet. Sollte das Assad-Regime Giftgas gegen die so genannten Rebellen einsetzen, dann würde das Obama-Regime »ernsthafte Konsequenzen« in Erwägung ziehen. Giftgas also. Damit war von vornherein jedem klar, mit welcher Begründung die USA das »crappy little country« Syrien gegen die Wand klatschen wollen.

Seit ein paar Tagen geistern nun die »Beweise« durch die Presse. Unkenntlich gemachte Bilder von Opfern eines vorgeblichen Giftgasangriffes auf Zivilisten und auf die ach so unschuldige Opposition. Warum unkenntlich gemacht? Der Fernsehzuschauer soll das Grauen nicht sehen, heißt es. Einer anderen Lesart nach geht es wohl eher darum dass der Zuschauer nicht die schauspielerische Leistung erkennt, die sich hinter den Fernsehbildern verbirgt. Flankiert wird die Propaganda noch von der Meldung der Kinderhilfsorganisation UNESCO, nach deren Angaben eine Million syrische Kinder auf der Flucht wären. Schuld an deren Schicksal ist natürlich auch hier das dämonische Assad-Regime. Niemand bei den »Deutschen Qualitätsmedien™« käme auch nur ansatzweise auf die Idee, die Schuld beim Obama-Regime zu suchen. Wer es dennoch täte, hätte einen schnellen Karriereknick vor Augen.

Giftgas, der alte und neue Kriegsgrund. Es wurde im Syrienkonflikt bereits eingesetzt. In der Vergangenheit konnte aber nachgewiesen werden, wo das Teufelszeug herkam. Nämlich nicht aus der Waffenkammer Assads, sondern aus NATO-Magazinen. Eingesetzt von den Rebellen, die großenteils mitnichten Syrer sind. Die ach so friedliche syrische Opposition ist eine zusammengewürfelte Terroristenbande aus aller Herren Länder. Gerne auch verstärkt durch Al-Kaida-Kämpfer, die ja bekanntermaßen Mitarbeiter einer Unterabteilung der CIA sind.

Ein Angriff der NATO scheint nach Meldungen der »Deutschen Qualitätsmedien™« bereits beschlossene Sache. US-Außenminister John Kerry meinte: »Was wir vergangene Woche in Syrien gesehen haben, muss das Gewissen der Welt erschüttern. Es verstößt gegen jeden moralischen Kodex«. Es hat schon ein merkwürdiges G’schmäckle, wenn sowas ausgerechnet ein US-Außenminister sagt. Wissen wir doch, dass besonders die USA noch nie ein Problem mit irgendeiner Art von moralischem Kodex hatten. Und das seit über 200 Jahren.
Siehe auch: Frankfurter Allgemeine – Syrien-Konflikt – Washington überzeugt von Chemiewaffeneinsatz

Es ist freilich nicht nötig zu erwähnen, welche Position die Vasallenregierung der Bundesrepublik Deutschland zu dem Thema bezieht.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat wenig Zweifel daran, dass der Giftgaseinsatz auf das Konto Assads geht. Das machte Merkel in Gesprächen mit dem britischen Premierminister David Cameron und Hollande deutlich. Ein britischer Regierungssprecher teilte am späten Sonntagabend mit, Cameron und Merkel seien sich einig, dass die UN-Inspekteure zwar weitere Informationen suchen sollten. Solch ein Chemiewaffenangriff verlange aber eine „harte Antwort“ der internationalen Gemeinschaft.

Quelle: n-tv – Nato stellt sich auf Syrien-Krieg ein – Heckenschützen feuern auf UN-Inspekteure

Das Jahr 1999 soll quasi Modell stehen. Damals log sich die Deutsche Regierung in den Kosovo-Krieg, der nicht vom UN-Sicherheitsrat sanktioniert war. Auch dieses Mal ist ein Plazet von der UN kaum zu erwarten, weil sich die Vetomächte Russland und China einem Überfall auf Syrien in den Weg stellen würden. Also will man mithilfe der NATO wie 1999 einen Alleingang machen.

Ob das von einem induzierten Bürgerkrieg geschwächte Syrien einem Angriff von geschätzten 36 oder 37 Staaten lange standhalten wird ist fraglich. Auch wenn Russland das Assad-Regime mit modernsten Waffensystemen und Militärberatern ausrüstet. Am meisten wird die Zivilbevölkerung zu leiden haben, wie in jedem Krieg. Die Relation sollte im Bundeskanzleramt ebenso bekannt sein wie im Weißen Haus. Aber wen im Elfenbeinturm schert schon das niedere Volk? Weshalb ich persönlich dieser unseligen Allianz unter NATO-Führung bei einem Überfall auf Syrien derart massive Verluste wünsche dass sie es sich die nächsten tausend Jahre genau überlegen werden noch einmal in so ein »small crappy little country« einzumarschieren. Ich werde jeden toten Soldaten dieser Allianz bejubeln. Nein, im Ernst. Was die da schon seit Jahren mit Syrien treiben ist einfach nur noch jenseits aller Humanität!

MfG
Hans

Nonstop Nonsens

Freitag, 16. August 2013

Ronald Pofalla träumt von ehrlichen Amis

Hahaha! Was muss man nur zu sich nehmen für einen dermaßen verzückten Gesichtsausdruck? Und was brauchen wir eigentlich noch berufsmäßige Komiker auf der Bühne? Die große Politbühne liefert uns doch die besten Pointen. Hatte Bundeshosenanzug Angela Merkel letztens schon einen Lacherfolg mit »Neuland« wurde sie umgehend von ihrem Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich überboten, der allen Ernstes vorschlug dass sich der Bürger künftig selbst um seine Grundrechte kümmern soll. Denn der Staat könne es nicht.

Als ob das alles nicht genug wäre, kommt jetzt Kanzleramtschef Ronald Pofalla daher und erzählt uns, es wäre ausgestanden. Die lieben Amis wollen uns gar nicht mehr ausspionieren. Das wollen die uns sogar vertraglich zusichern. Ich schmeiß mich weg vor Lachen.

Weiterführende Infos: Alles Schall und Rauch – Hör zu Pofalla, nichts ist beendet

MfG
Hans

Der Lauscher an der Wand …

Samstag, 20. Juli 2013

»Das Internet ist für uns alle Neuland und es ermöglicht auch Feinden und Gegnern unserer demokratischen Grundordnung natürlich mit völlig neuen Möglichkeiten und völlig neuen Herangehensweisen unsere Art zu leben in Gefahr zu bringen …«

Die alternativlose Ahnungslosigkeit in Person. Keine Sorge, ich werde mich weiterer Polemik nach Möglichkeit enthalten. Dieser Video-Schnippsel spricht für sich. Zudem haben die Eingeborenen von »Neuland« schon genug Spott über sie ausgeschüttet. Immerhin steht erwähntes »Neuland« seit April 1993 mit dem ersten allgemein verfügbaren Internetbrowser namens NCSA Mosaic der breiten Öffentlichkeit zum Besuch offen. Also schon seit gut 20 Jahren. Frau Merkel hat das zu jener Zeit vermutlich nicht mitgekriegt, weil sie noch ihr Schleudertrauma von der Wende kurieren musste.

Obama - Yes we scan
Bild: Netzfundstück

An dem Tag, an dem Barack Obama Berlin besuchte, ging ich mittags mit Kollegen in den Biergarten zum Essen. Einer brachte das Gespräch auf die Abhörthematik (ehrlich, ich war’s nicht). Woraufhin ich dann erzählte, in den Morgennachrichten gehört zu haben dass die Frau Merkel den Herrn Obama darauf ansprechen wolle. Sofort brach am Nachbartisch Gelächter aus. Auch wir konnten uns ein Grinsen nicht verkneifen. Das Resultat der Unterredung zwischen Merkel und Obama? Siehe oben.

Gut, man darf ja froh sein dass Obama selbst kam und keine Drohne schickte. Das macht der Friedensnobelpreisträger von 2009 nämlich am Liebsten. Nun sind bereits ein paar Wochen vergangen, die Abhöraffäre wächst sich immer weiter aus, jeden Tag kommen neue spektakuläre Enthüllungen aufs Tapet. Deutsche Politiker aller Couleur echauffieren sich ob der Niedertracht US-amerikanischer Geheimdiensttätigkeit. Ganz besonders die BRD wird überwacht wie kein anderes Land in Europa. Wie schändlich aber auch. Das gab es ja noch nie, sowas. Oder?
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Empörte Schnarchsäcke und andere Vergnatzte

Montag, 29. April 2013

»Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben«, soll Michail Gorbatschow anlässlich seines DDR-Besuches im Oktober 1989 gesagt haben. Nur finden sich keinerlei Tonaufnahmen die das belegen. In Wahrheit stammt der Satz wohl von Gennadi Gerassimow, dem persönlichen Sprecher Gorbatschows. Doch egal wer diese Redewendung letztlich in die Öffentlichkeit entließ; sie stimmt oder auch nicht. Es kommt immer auf die Umstände an. Man stelle sich nur die klassische Alltagssituation mit dem Piano vor, das den Kranschlaufen entschlüpft und der Schwerkraft folgend Kurs auf den Bürgersteig nimmt. Wer möchte da schon pünktlich drunterstehen?

Bei anderer Gelegenheit wäre es sicherlich besser, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Oder zur rechten Zeit das Richtige zu tun. Rechtzeitig einen Platz beim bevorstehenden NSU-Prozess reservieren, beispielsweise. Ja, ich weiß was Sie jetzt sagen wollen und sie haben recht. Der »National-Sozialistische Untergrund« (NSU) ist nur ein virtueller Mülleimer, in den verschiedene Behörden und Organisationen unliebsame Altlasten entsorgten. Einschließlich Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die beiden nützlichen Idioten für die Schmutzarbeit. Der Dritten im Bunde, Beate Zschäpe, sowie vier weiteren Unterstützern des NSU soll nun ab 17. April in München der Prozess gemacht werden.
Siehe auch: Eigensinnig.org – ’s mannichelt wieder

Wie auch immer; wenn das Konstrukt einer bitterbösen Geheimorganisation namens NSU bestehen bleiben soll, braucht es natürlich einen fachmännischen Prozess. Denn sonst wäre die Farce ja eine Farce. In dem Prozess soll jetzt aber nicht darüber befunden werden, ob es den NSU wirklich gab und was der – mit welcher Intention – tatsächlich alles angestellt haben soll. Da scheinen sich wohl alle bereits einig. Man will herausfinden, wie nazi Beate Zschäpe war oder noch ist und ob sie von den behaupteten Umtrieben des NSU wusste. Sich eventuell sogar daran beteiligt hatte. Gleiches gilt auch für vier Unterstützer derer man habhaft werden konnte.
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Von Kohlekraftwerken, Todesstrafe und Regenwürmern

Sonntag, 07. April 2013

So ein Mist aber auch! Da wollte ich dieses Frühjahr anfangen mir mein eigenes Kohlekraftwerk zu bauen und jetzt das! Ich dachte, ich komme damit durch. München, auf 600 m über Normalnull, weit weg von Nordsee und Mittelmeer bei Vermeidung jeglicher Tsunamigefahr. Sowie unter vollständiger Weglassung jeglichem spaltbaren Materials. Aber Kohlekraftwerk ist jetzt auch nicht mehr genehm, wie die neuesten Meldungen lauten.

Ökofaschismus? Nein danke!Greenpeace hat die Gesundheitsschädlichkeit von Kohlekraftwerken festgestellt. Genauer gesagt; sie haben Prof. Dr. Rainer Friedrich vom Institut für Energiewirtschaft an der Universität Stuttgart beauftragt das festzustellen. Gut, warum nicht? Für Geld bekommt man heute ja alles. Auch wissenschaftliche Studien. Nun, jedenfalls hat der Herr Friedrich ermittelt dass die 67 schon etwas betagteren Kohlekraftwerke in Deutschland den Bürgern einen durchschnittlichen Verlust an Lebenszeit in Höhe von 33.000 Jahren bescheren. Nicht jedem einzelnen, schon klar. Sondern statistisch gleichmäßig verteilt auf alle Bundesbürger. Wie der Mann auf die Zahl kommt lassen wir dahingestellt. Er ist ja Wissenschaftler. Aber legen wir sie einmal nach dem Gießkannenprinzip auf den einzelnen Bundesbürger um, dann kommen wir unter Verwendung der Formel 30.000 x 365 x 24 / 82.000.000 auf einen Lebenszeitverlust von 3,53 Stunden pro Nase. Aufgerundet.
Siehe: Greenpeace – Tod aus dem Schlot (PDF)

Statistisch wird der durchschnittsdeutsche Mann 77 Jahre und 6,3 Monate alt. Rechnen wir die eben ermittelten 3,53 Stunden zur Lebenserwartung hinzu, dann würde der durchschnittsdeutsche Mann 77 Jahre und 6,3 Monate alt. Schon ein gewaltiger Unterschied, nicht? Angenommen, ich wollte dereinst im Alter von 77 Jahren und 6,3 Monaten noch schnell eine Abschiedsparty schmeißen, sollte ich die 3,53 Stunden auf jeden Fall im Auge behalten. Sonst könnte es ganz blöd in letzteres gehen. Denn Partys, bei denen der Gastgeber plötzlich sein Essbesteck abgibt, sind echte Spaßbremsen.
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Euro-Kritiker sind Nazis!

Sonntag, 24. März 2013

»Ist es schon wieder so weit?«. Eine gern gestellte Frage wenn in Deutschland mal wieder jemand in einer unerwünschten Tonart gefurzt hat. Dazu passt noch: »Wehret den Anfängen!«. Man kann sich im Geiste den moralisch erhobenen Zeigefinger ausmalen. Für den Deutschen gibt es ja bekanntlich nichts Schlimmeres als wenn man ihm – aus welchen Gründen auch immer – nachsagen kann dass er »Nazi«, »Rassist«, »Antisemit«, »rechts« oder dergleichen ist. Vor allem wenn die Person ein öffentliches Amt bekleidet oder als irgendwie geartet prominent gilt. Wie wir letztes Jahr gelernt haben macht man auch vor jungen Sportlerinnen nicht Halt. Die sogenannte »Nazikeule« wirkt verheerend und wird ebenso bedenken- wie rücksichtslos angewandt. Der feige Anwender indes ist sich dieser Wirkung bewusst und weiß zugleich dass ihn niemand dafür zur Verantwortung ziehen wird.

Gleichwohl lässt sich besagte »Nazikeule« in ihrer plumpen Urform nicht immer so ohne weiteres einsetzen. Bei einem Einzelopfer gelingt es eventuell noch, selbst wenn es einen ansonsten untadeligen Ruf hat. Handelt es sich aber – wie im Sommer 2012 – um einen offenen Brief von 172 honorigen Wirtschaftsprofessorinnen und Wirtschaftprofessoren gegen die Methodik der Bankenrettungen, müssen diffizilere Werkzeuge zum Einsatz kommen. Da war dann schnell von Populismus die Rede, von Horrormeldungen, fragwürdigen Argumenten und einer von nationalen Klischees geprägten Sprache. Wiegt der Vorwurf des Populismus alleine schon schwer, ist die Unterstellung einer von nationalen Klischees geprägten Sprache das rhetorische Sturmgeschütz, das jede weitere Argumentation unmöglich macht. In dem Zusammenhang spricht man auch von Killerphrasen.

Man möge sich beim Lesen des Textes zum Thema Populismus und nationale Klischees ein eigenes Urteil bilden:

Liebe Mitbürger,

die Entscheidungen, zu denen sich die Kanzlerin auf dem Gipfeltreffen der EU-Länder gezwungen sah, waren falsch. Wir, Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler der deutschsprachigen Länder, sehen den Schritt in die Bankenunion, die eine kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Eurosystems bedeutet, mit großer Sorge. Die Bankschulden sind fast dreimal so groß wie die Staatsschulden und liegen in den fünf Krisenländern im Bereich von mehreren Billionen Euro. Die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas dürfen für die Absicherung dieser Schulden nicht in Haftung genommen weden, zumal riesige Verluste aus der Finanzierung der inflationären Wirtschaftsblasen der südlichen Länder absehbar sind. Banken müssen scheitern dürfen. Wenn die Schuldner nicht zurückzahlen können, gibt es nur eine Gruppe, die die Lasten tragen sollte und auch kann: die Gläubiger selber, denn sie sind das Investitionsrisiko bewusst eingegangen und nur sie verfügen über das notwendige Vermögen.

Die Politiker mögen hoffen, die Haftungssummen begrenzen und den Missbrauch durch eine gemeinsame Bankenaufsicht verhindern zu können. Das wird ihnen aber kaum gelingen, solange die Schuldnerländer über die strukturelle Mehrheit im Euroraum verfügen. Wenn die soliden Länder der Vergemeinschaftung der Haftung für die Bankschulden grundsätzlich zustimmen, werden sie immer wieder Pressionen ausgesetzt sein, die Haftungssummen zu vergrößern oder die Voraussetzungen für den Haftungsfall aufzuweichen. Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind vorprogrammiert. Weder der Euro noch der europäische Gedanke als solcher werden durch die Erweiterung der Haftung auf die Banken gerettet; geholfen wird statt dessen der Wall Street, der City of London – auch einigen Investoren in Deutschland – und einer Reihe maroder in- und ausländischer Banken, die nun weiter zu Lasten der Bürger anderer Länder, die mit all dem wenig zu tun haben, ihre Geschäfte betreiben dürfen.
Die Sozialisierung der Schulden löst nicht dauerhaft die aktuellen Probleme; sie führt dazu, dass unter dem Deckmantel der Solidarität einzelne Gläubigergruppen bezuschußt und volkswirtschaftlich zentrale Investitonsentscheidungen verzerrt werden.

Bitte tragen Sie diese Sorgen den Abgeordneten Ihres Wahlkreises vor; unsere Volksvertreter sollen wissen, welche Gefahren unserer Wirtschaft drohen.

Der Text findet sich auf der Webseite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zusammen mit der Liste aller 172 Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler, die den offenen Brief unterstützen.
Siehe: Frankfurter Allgemeine – Der offene Brief der Ökonomen im Wortlaut

Wen es interessiert, hier die Gegenposition im Wortlaut. Mit besagten Unterstellungen.
Siehe: Handelsblatt – Gegenposition im Wortlaut – Keine Schreckgespenster!

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