Diese Woche kam ich mit dem Auto an eine Straßenkreuzung, an der sich zuvor ein Pkw und ein Tankwagen in die Wolle gekriegt hatten. Rettungsdienst und Polizei waren schon da, mögliche Opfer augenscheinlich versorgt. Dafür stand der stark ramponierte Pkw entgegen meiner Fahrtrichtung, während das Tankfahrzeug schräg auf der Querstraße parkte. Als ich vorsichtig um die Unfallstelle herum fuhr, schoss mir auf einmal die Warnung durch den Kopf: »Mensch, nix wie weg hier!«. Man weiß ja jetzt wie sowas ausgehen kann: Liegen gebliebener Tanklaster, Bundeswehr fordert Luftunterstützung von der NATO an, Bombenstimmung und am Ende werden die qualmenden menschlichen Überreste zu Mitgliedern der Taliban erklärt. Auf die Art möchte ich nun lieber nicht einem Verein beitreten.
Liegen gebliebener Tankwagen + Bundeswehr + NATO-Luftunterstützung + Bombenstimmung + Taliban erinnert irgendwie an wen? Richtig, an Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg. Job-Titel zurzeit: Bundesverteidigungsminister. Bald auch Träger des Ordens wider den tierischen Ernst. Die Auszeichnung, neben dem Karlspreis ein weiterer Karnevalsorden aus Aachen, soll ihm am 19. Februar 2011 bei einer Festsitzung des Aachener Karnevalsvereins (AKV) verliehen werden. Guttenberg sei authentisch, ehrlich und geradlinig und »Ein Mann der klaren Worte« heißt es in der Begründung. Was in Teilen der Bundeswehr und des Verteidigungsministeriums sicherlich vielfältige Reaktionen hervorgerufen haben dürfte. Aber was soll’s? Die Festsitzung des AKV litt schon seit Jahren unter Quotenschwund, droht gar ins Regionalfernsehen abzurutschen. Da braucht es eben einen zugkräftigen Promi, damit die Werbeeinnahmen wieder fließen. Und Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht.
Im Februar 2008 wurde Gloria von Thurn und Taxis mit dem gleichen Orden behängt. Jene Erbfürstin, die im Jahre 2001 die Ursache der starken Verbreitung von AIDS in Afrika auf den kleinsten gemeinsamen Nenner brachte. Ihrer Ansicht nach läge es daran, »weil der Schwarze gerne schnackselt«. Damit dürfte sie durchaus recht gehabt haben. Sei es wissenschaftliche oder Trivialliteratur. Bücher und andere Medien, die von der erhöhten Libido in südlicheren Gefilden handeln, füllen ganze Regalreihen. Aber das im Deutschen »öffentlich-rechtlichen« Bezahlfernsehen zu sagen, kann einem als offener Rassismus ausgelegt werden. Weshalb sich die Vertreter der »Politischen Korrektheit« damals auch eifrig echauffierten.
Siehe: Für Gloria ist das «Schnackseln» Schuld
(Schreipfähler und fehlerhafte Anführungszeichen im Original)
Die Loveparade in Duisburg ist zu einem Sodom und Gomorrha mit katastrophalen Folgen geworden: Mindestens neunzehn Tote, über 340 Verletzte. Bei einer Massenpanik wurden die jungen Menschen zertrampelt, stürzten von meterhohen Gerüsten herunter, über die sie sich hatten retten wollen, sie fielen bewusstlos um und gingen in den wildgewordenen Massen unter. Zu Recht werden die Toten und Verletzten nun beklagt, ein derartiges Unglück hatte es noch nie zuvor gegeben. Der frischgebackene Bundespräsident Wulff stellte in einer eiligen Reaktion schon kurz darauf »bestürzt« fest, dass eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, furchtbar sei. Friedliches Fest fröhlicher junger Leute? Wer die Loveparade kennt und wer der Berichterstattung am Samstagabend über mehrere Stunden im Fernsehen gefolgt ist, kommt allerdings zu einem völlig anderen Ergebnis:
Dieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW. Als handele es sich um eine Kultur-Veranstaltung auf höchstem Niveau, waren Politik und Medien, allen voran der öffentlich-rechtliche WDR, schon im Vorfeld um eine lückenlose Berichterstattung bemüht. Schließlich ist das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt 2010 geworden. Und die größte Tanzparty der Welt, die Loveparade, ist einer der absoluten Höhepunkte des Jahres! Stolz heißt es in den Vorankündigungen: »Die maximale Tongesamtleistung auf dem Gelände beträgt 750 000 Watt. Es handelt sich um eins der größten Beschallungssysteme, das je in Europa zum Einsatz kam.«
Doch was ist das in Wahrheit für eine »Kulturveranstaltung«? Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance.
Das ohrenbetäubende, stereotype Rave-Gehämmere, das nicht mehr im Geringsten etwas mit dem einstmaligen Begriff von Musik zu tun hat, zerschmettert ihnen über zahllose Stunden Trommelfelle und Nervenkostüme. Doch das scheint den 1,4 Millionen Partygästen nichts auszumachen. Sie wussten, was sie erwartet, haben sich freiwillig dazu entschieden, hierher zu kommen. Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst.
Kleine Aktualisierung: Zwischenzeitlich sind es 20 Tote. Laut Untersuchungen alle durch Brustquetschungen gestorben. Für wie viele Menschen war das Gelände ausgelegt? 250.000? 1,4 Millionen Menschen auf einem so kleinen Gelände. Mit einem einzigen Zu- und Ausgang: ein langer Straßentunnel. Das sieht ja schon wie böse Absicht aus. Wenn man sich die Größenordnung vor Augen führt darf man froh sein, dass es »nur« 20 Tote gab. Obwohl schon die 20 Todesopfer 20 zu viel sind.
Heute schon einen Taliban gesehen? Nicht? Seltsam, dabei müsste es von denen hier nur so wimmeln. Jedenfalls gemessen an dem Aufwand und den Kosten die uns unsere so genannte politische Elite mit der Bekämpfung der Taliban beschert. Ein ehemaliger Kollege mit »südländischer Herkunft« bezeichnete die Taliban einmal als einen Haufen Hinterwäldler. Vermutlich hat er recht. Niemand sonst würde ein ganzes Volk in ein religiöses Korsett zwingen, das es mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt. Außer vielleicht … aber das ist schon über 1200 Jahre her, die Geschichte mehrfach korrigiert und damals gab es ja noch keine Menschenrechts-Charta. So können sich heutige Politiker des Beifalls gewiss sein, wenn sie von Karl dem Großen als erstem echten Europäer schwafeln. Oder sich gebauchpinselt fühlen, wenn sie mit dem Karlspreis der Stadt Aachen behängt werden. Winston Churchill bekam ihn 1956 verliehen als »Hüter menschlicher Freiheit – Mahner der europäischen Jugend«. Ein kurzer Blick in die Geschichte genügt, um den Witz zu verstehen.
Carolus Magnus, wie Karl der Große auf Latein heißt, war ganz sicher nicht von einem europäischen Geist beseelt. Er war machtbesessen und folgte egoistischen Motiven. Schlachtete die damals heidnischen Völker mit päpstlichem Segen ab, wenn sie sich partout nicht zum Christentum bekehren lassen wollten. Vernichtete Ethnien und Kulturen. Wofür ihn Papst Leo III. am Weihnachtstag des Jahres 800 mit der Kaiserkrone belohnte. Fragt sich nur, mit welchem Recht. Leo III. berief sich auf die »Konstantinische Schenkung«, in der der römische Kaiser Konstantin I. um das Jahr 315 unserer Zeitrechnung religiöse und teilweise politische Hoheit an Papst Silvester I. und all seine Nachfolger abtrat. Nun war diese Schenkung jedoch nichts weiter als eine Behauptung der Kirche. Eine diesbezügliche Urkunde wurde nebst Konstantins Glaubensbekenntnis erst knappe 500 Jahre später um die Zeit von Karls Kaiserkrönung angefertigt. Und bereits im späten Mittelalter war die Fälschung als solche entlarvt. Was lernen wir daraus? Die ganze europäische Geschichte basiert auf Lug und Trug und Eigennutz. Ist bis in die jüngste Zeit davon durchwachsen. Angeblich große Staatsmänner gerieren zu leibhaftigen Schweinen die man nur in feines Tuch gehüllt hat, wenn ein wenig von dem Lack abgekratzt wird.
Vor diesem Hintergrund betrachtet stellt sich für einen halbwegs logisch denkenden Menschen die Frage, wie wir dazu kommen unsere ach so hehren Werte anderen Völkern aufs Auge drücken zu müssen. Heute ist es natürlich verwerflich, wildfremden Menschen den rechten Glauben mit Feuer und Schwert einzubläuen. Immerhin genießen laut Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen alle Menschen Glaubensfreiheit. Das heißt, solange sie sich dabei immer auch brav Gott Mammon unterwerfen und die Allmacht der USA anerkennen. Tun sie es nicht, werden sie wie zu Zeiten Karls des Großen missioniert. Nicht mehr plump mit Feuer und Schwert. Das Arsenal an Tötungswerkzeugen wurde in 1200 Jahren deutlich erweitert. Raketen, Bomben, Kanonen, Granaten, Mörser, Maschinengewehre. Der neueste Schlager sind ferngesteuerte Flugzeuge, mit denen der Unterwerfungsunwillige per Knopfdruck vom Leben zum Tode befördert wird. Ein weiteres modernes Instrument ist die so genannte »Freie Presse«, die uns die Verbrechen unserer »Freiheitlich Demokratischen Grundordnung« schön schreibt. Nicht zu vergessen willfährige Politiker die nicht müde werden zu versichern, dass es ganz wichtig sei, wenn eben erwähnte Grundordnung am Hindukusch verteidigt würde.
Früher, da war die Welt noch in Ordnung. Wie in all den Jahren vorher flogen die Hexen am Abend des 30. April auf ihren Besen zum Brocken (Blocksberg), dem höchsten Berg im Harz. Dort sollen sie an wilden Feiern und Riten teilgenommen haben. Junghexen wurden mit dem Teufel vermählt und mussten sich ihm hingeben. Damals herrschten andere Sitten. Da hatte es auch noch eine völlig andere Bedeutung, wenn jemand sagte: »Du, Walpurga raucht nicht mehr«.
Die Sitten änderten sich wie die Zeiten. Vor der zwangsweisen und großen Teils blutigen Christianisierung Europas widmete man sich in der Nacht zum 1. Mai der Vertreibung böser Geister. Kelten und Germanen nahmen alkoholische Getränke und andere Drogen zu sich, entzündeten große Feuer um die herumgetanzt wurde. Was später in der Ära christlicher Nächstenliebe als heidnischer Aberglaube verpönt war. Denn böse Geister kamen in der »Heiligen Schrift« nicht vor. Nicht in der heidnischen Form jedenfalls.
Statt dessen bekannte sich die Katholische Kirche im Laufe der Jahrhunderte zu der Tatsachenbehauptung, es gäbe Hexen und Hexer welche den Untergang der Kirche herbeiführen wollten. In der Volksseele galt die Existenz von Hexen und Hexern schon seit jeher als erwiesen. Letztere wurden nur allzu häufig auf einem Scheiterhaufen von einem heilenden Feuer verzehrt. Das jedoch nur, wenn sie zuvor gestanden hatten auch wirklich so etwas zu sein. Freilich fanden sich nicht besonders viele Menschen, die das ohne Not zu beichten bereit waren. Deshalb gab es für die erhöhte Motivation eines Geständnisses hinreichend Werkzeuge.
»Peng! Du bist tot.«, hieß es wenn wir als Kinder Cowboy und Indianer gespielt haben. Leicht gesagt. Aber was konnte schlimmstenfalls passieren? Dass der solcherart Erschossene aufstand und beleidigt rief: »So a Schmarr’n! I mog nimma!«.
Ob die Kinder in Afghanistan auch Cowboy und Indianer spielen? Oder eher Invasor und Taliban? Ob die auch »i mog nimma« rufen können, wenn sie von richtigen Invasoren erschossen wurden? Oder von einer Bombe zerrissen? Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) forderte mehr Rückhalt in der Bevölkerung für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Die schweren Gefechte am Karfreitag hätten gezeigt, wie gefährlich die Situation für die Soldaten sei. Die Soldaten wünschen sich mehr Verständnis dafür, dass sie sich manchmal auch präventiv wehren müssen, berichtete Niebel. Dann meinte er noch: »Und sie verstehen nicht, wenn sie sich dafür in der deutschen Öffentlichkeit rechtfertigen müssen oder sogar strafrechtlich verfolgt werden«. Wenn man sowas herzzerreißendes hört oder liest kommen einem unwillkürlich die Tränen. Vor Wut.
Sollte sich ein Bundesentwicklungsminister nicht eher auf Entwicklungshilfe konzentrieren? Statt dessen wirbt er für Rückhalt in der Bevölkerung für den Einsatz der Bundeswehr in einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Wenn ich mich recht entsinne wurde die Bevölkerung nicht gefragt, ob die Bundeswehr nach Afghanistan soll. Sie wurde lediglich falsch informiert als es hieß, es gehe um einen Stabilisierungseinsatz. Aus dem Stabilisierungseinsatz wurde ein robuster Stabilisierungseinsatz, daraus wiederum kriegsähnliche Zustände und selbst Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU) spricht mittlerweile von Krieg.
Siehe: Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) spricht von „Krieg“ in Afghanistan
Und? Gestern ein Zeichen gesetzt? Gegen Klimaerwärmung und so? Gestern Abend war weltweit Earth-Hour. Um 20:30 Uhr sollten alle Lichter für eine Stunde gelöscht und dem Erdklima bei Kerzenschein gedacht werden. Das ging jedenfalls bei etlichen öffentlichen Gebäuden so. Den meisten Privatleuten, wie auch mir, ging hingegen dieser Unfug äußerst peripher am Gesäß vorbei. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, ein deutliches Zeichen dagegen zu setzen. Nämlich alle nur irgendwie verfügbaren Lichter einzuschalten. Nachdem ich jedoch anderweitig zu tun hatte, kam ich noch nicht einmal dazu.
Jetzt, wo die ersten warmen Sonnenstrahlen zum Besuch im Biergarten einladen, kriechen sie wieder aus allen Löchern hervor. Die Klimaalarmisten und Medienhuren. Ja, das war ein strenger Winter letzten Winter. Jetzt nicht wegen der Minustemperaturen, da haben wir schon kältere Winter erlebt. Sondern wegen der ganzen aufgedeckten Schwindeleien rund um das Klima. Doch wer meinte, die Klimaapologeten ließen sich von solchen Skandalen aufhalten, wird dieser Tage eines Besseren belehrt. Mit unglaublicher Dreistigkeit arbeitet man weiter an dem Märchen vom menschgemachten Klimawandel. So auch der Simpsons-Sender Pro7. Simpsons-Sender deshalb, weil das wohl die einzige Sendung ist die denen verlässliche Einschaltquoten beschert. Der Rest … naja, nett.
Fernsehen macht sowieso dumm. Also sollte man dem Glotzophon so selten wie möglich seine Aufmerksamkeit widmen. Pro7 letzten Freitag beispielsweise gar nicht. Da schämte man sich nicht, einen Tag lang bis zum späten Abend längst widerlegte Klimalügen zu verbreiten. Den Höhepunkt bildete Al Gores »Eine unbequeme Wahrheit«. Ein Film, der laut Gerichtsurteil an englischen Schulen nicht mehr als Dokumentarfilm vorgeführt werden darf. Die englischen Lehrer, die den Film trotzdem zeigen wollen, müssen ihre Schüler auf den fiktionalen Charakter des Machwerks hinweisen. Was Pro7 natürlich nicht muss, denn der Sender gehört ja zu den »Deutschen Qualitätsmedien™«. Die haben die Lizenz zu lügen.
Keine Lüge hingegen ist die Umstellung auf Sommerzeit. Letzte Nacht um 2:00 Uhr stellte man die Uhren um eine Stunde vor. Kolossal überflüssig, wie wir längst gelernt haben. Die erhoffte Energieeinsparung als veritablen Schuss in den Ofen zu bezeichnen wäre schamlos untertrieben. Vielmehr ging der Schuss nach hinten los. Es wird nach einschlägigen wissenschaftlichen Studien durch die Sommerzeitumstellung eher mehr als weniger Energie verbraucht. Ganz davon abgesehen, dass Menschen, Haus- und Nutztiere die nächsten 14 Tage durch die Verschiebung der Gewohnheiten von der Rolle sein werden.
Nicht nur das. Wie der »Auto Club Europa (ACE)« meldet, steigen nach der Sommerzeitumstellung die Unfallzahlen erheblich an. Nachvollziehbar, denn der Mensch ist schließlich kein Roboter. Die Müdigkeit – hervorgerufen durch den verschobenen Zeitablauf – birgt zusammen mit aufkeimenden Frühlingsgefühlen ein naturgemäß erhöhtes Unfallrisiko. Meint man wenigstens beim ACE. Also die nächsten Tage besonders aufmerksam fahren, damit unser heilig’s Blechle in einem Stück bleibt und wir selbst natürlich auch.
Wer das Gesicht nicht kennt: Das ist Daniel Cohn-Bendit in jüngerem Alter. Heute Fraktionschef der Grünen im Europaparlament. Ein offenbar recht kinderlieber Mensch. In den 1970ern engagierte Cohn-Bendit sich in der Betreuung von Kleinkindern und 4- bis 6-Jährigen. In der gezeigten Diskussionsrunde erzählt er ungeniert: »A kid’s sexuality is absolutely fantastic«. Und im weiteren Kontext: »You know, when a five year-old little girl starts undressing you, it’s great. It’s great because it’s a game, a game absolutely eroticomaniac«. Auf den Einwurf eines Diskussionsteilnehmers, das sei verstörend, antwortete er: »Come on, you were expecting this. Not quite?«. Das muss ich jetzt nicht extra übersetzen, oder? Cohn-Bendit hatte mit pädophilen Spielchen offensichtlich nicht das geringste Problem.
In der ARD-Fernsehsendung »Das Da« bekannte er 1976 ebenso freimütig: »Es ist mir mehrmals passiert, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Aber wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt. Da hat man mich der Perversion beschuldigt«. Und das sicherlich zu Recht. Cohn-Bendit, Jahrgang 1945, war zu jener Zeit der Kinderbetreuung längst im Erwachsenenalter und hätte wissen müssen was sich gehört und was nicht.
Zitatquelle: Wikiquote – Daniel Cohn-Bendit
Natürlich weiß ich was eine Räterepublik ist. Im Prinzip wenigstens. Was ich im Moment nicht weiß ist, wer sich eventuell in der Deutungshoheit über diese Begrifflichkeit wähnt. Man muss ja heutzutage aufpassen. Am Ende gerät man mit seiner Wortwahl in die Nähe von Gefilden, in denen längst schon jemand seine Schürfrechte gesichert hat. Doch bevor gleich irgendeinem oder irgendeiner vor Empörung die Halsschlagader platzt; ich möchte gar keinen Vergleich zu einer wie auch immer gearteten Räterepublik wagen. Nein wirklich, ich werde den Begriff hier nur missbräuchlich verwenden.
Seit Aschermittwoch herrscht Fastenzeit im traditionsbewussten Bayern. Also jenem Bayern, wo die Welt noch in Ordnung scheint. In der Zeit des Fastens wird, wie der Name schon sagt, gefastet. In früheren Jahrhunderten nach strengen kirchlichen Regeln, an die sich alle zu halten hatten. Des lieben Seelenheiles wegen. Doch war damals wohl niemand so erfindungsreich wie der Klerus selbst, wenn es darum ging die Fastenregeln etwas komfortabler zu gestalten. Auch wenn das Fleischessen verboten war, Fische waren es nicht. Sie durften nur nicht über einen runden Teller hinausragen. Also züchtete man Karpfen mit einem höheren Rücken. Kopf ab, Schwanz ab, und er füllte den Teller aus, ohne über den Rand zu hängen.
Doch lebt der Mönch nicht vom Fisch allein, auch Bier kann ganz schön nährstoffreich gebraut werden. Mit vergleichsweise viel Alkohol zwar, aber es diente ja der Sättigung des darbenden Fastenbruders. Dieses gehaltvolle Bier wurde wegen seiner oft niederschmetternden primären Nebenwirkung Starkbier genannt.
Seit dem späten 18. Jahrhundert konnten die Paulanermönche mit königlich-bayerischer Erlaubnis ganzjährig Bier ausschenken. In der Fastenzeit durfte es dann gerne auch mal eine Maß Starkbier sein. Durch die Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts ging die Brauerei der Paulanermönche auf dem Münchner Nockherberg in weltliche Hände über. Der neue Pächter und spätere Besitzer der Brauerei führte die Tradition des Starkbieranstichs ein. Ein Fest, bei dem das neue Starkbier eines jeden Jahres großzügig probiert wurde. Über die Jahre entwickelte sich der Starkbieranstich zu einem Spektakel. A-, B- und C-Prominenz feiert immer wieder ein Stelldichein und die Vertreter aus Landes- und Bundespolitik dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Für Letztgenannte hat es einen besonderen Grund. Denn sie müssen Gesicht zeigen und herzhaft lachen, wenn sie von einem eigens bestellten Kabarettisten »derbleckt« werden. Sonst könnte ja der Verdacht entstehen, der Kabarettist hätte recht mit seinen Anwürfen. »Derblecken« hat nicht etwa mit »derb lecken« zu tun, wie es schon mal jemand den ich kenne übersetzt hat. »Derblecken« kommt vom lächelnd die Zähne blecken, während man seinem Gegenüber satirisch überhöht den Spiegel vorhält. Was dann durchaus derb ausfallen kann und manch einer der so Gescholtenen im stillen Kämmerlein seine Wunden lecken dürfte. Aber Tradition ist Tradition und wer in die Politik geht muss eben etwas aushalten können. Doch bleibt es nicht aus, dass es auch Spielverderber gibt. Leute, die jedes Wörtchen auf die Goldwaage legen und immer alles aufbauschen müssen.
Der Schauspieler Michael Lerchenberg gab seit dem Jahr 2008 den »Bruder Barnabas« auf dem Nockherberg. In der Verkleidung als Paulanermönch »derbleckte« er die Politikerkaste. Zur Freude des Publikums und augenscheinlich auch zur Freude der Betroffenen. Kunst – in diesem Fall die kabarettistische – darf bekanntlich alles. Doch halt, Vergleiche mit bestimmten Geschehnissen in der Vergangenheit sind ebenso riskant wie die Verwendung von mit Deutungshoheit belegten Worten.
Dieses Video besteht aus fünf Teilen, die automatisch nacheinander abgespielt werden. Die beanstandeten Äußerungen befinden sich im dritten Teil ab Zeitmarke 2:30. Der Bayerische Rundfunk hat seine Aufzeichnung mittlerweile zensiert.
Auf diesem Wege vielen Dank an Youtube-Benutzer »Merkelfanclub«.
Europa, eine Gestalt der griechischen Mythologie, ist die Tochter des phönizischen Königs Agenor und der Telephassa. Zeus verliebte sich in sie. Er verwandelte sich wegen seiner argwöhnischen Gattin Hera in einen Stier. Sein Bote Hermes trieb eine Kuhherde in die Nähe der am Strand von Sidon spielenden Europa, die der Zeus-Stier auf seinem Rücken entführte. Er schwamm mit ihr nach Matala auf der Insel Kreta, wo er sich zurückverwandelte. Der Verbindung mit dem Gott entsprangen drei Kinder: Minos, Rhadamanthys und Sarpedon. Auf Grund einer Verheißung der Aphrodite wurde der fremde Erdteil nach Europa benannt.
Der erwähnte fremde Erdteil ist der auf dem wir heute leben. Ein Kontinent mit einer – wenn man so sagen darf – abwechslungsreichen Geschichte. Der jüngste Abschnitt in dieser Geschichte ist die Vereinigung aller autochtonen Völker Europas unter großzügiger Beimengung fremder Ethnien zu einem europäischen Superstaat. Das in den üblichen Sonntagsreden erklärte Ziel dabei ist, gleiche Lebensverhältnisse für alle Europäer zu schaffen. Wie das in der Praxis aussieht, erleben wir seit den 1990er Jahren. Die ärmeren Staaten in der Europäischen Union wurden nicht auf deutsches Niveau angehoben, sondern das deutsche Niveau sank zu Gunsten der anderen.
Mit dazu beigetragen hat die Gemeinschaftswährung, der Euro. Jener Währung, bei deren vertraglicher Festlegung der damalige französische Präsident François Mitterrand sinngemäß sagte: »Das ist wie Versailles, nur ohne Krieg« (Versailles sans guerre). Vor Einführung der Eurozone war es beliebte Tradition, den Franc, die Lira, die Peseta oder die Drachme gegenüber der D-Mark abzuwerten. Die D-Mark galt als »harte Währung«. Denn bei allem Nationalstolz der übrigen Länder wirtschaftete kein Land in Europa so fleißig und erfolgreich wie Deutschland. Das ging auch nach dem Start der Eurozone so weiter. Deutschland war viele Jahre in Folge Exportweltmeister, nunmehr allerdings mit »Mitessern«.
Freilich gab und gibt es strenge Kriterien für jene, die an der Eurozone teilnehmen wollen. Sie müssen unter anderem stabile öffentliche Haushalte vorweisen und ihre Neuverschuldung soweit im Zaum halten, dass sie die Gemeinschaftswährung nicht über Gebühr belasten. Der so genannte Stabilitätspakt, nach dem zum Beispiel kein Teilnehmerstaat ein jährliches Haushaltsdefizit von mehr als 3 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) haben darf.
Griechenland erfüllte 2001 die Kriterien dieses Paktes. Allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler. Man hatte die Bücher frisiert und über die Jahre mithilfe der US-Investmentbank Goldman Sachs eine weit niedrigere Verschuldung des Haushalts vorgegaukelt. Dank des Euro kam Griechenland wesentlich leichter und billiger an internationale Kredite. Was man in Athen weidlich nutzte. Der systematische Betrug flog auf, nachdem es im Oktober letzten Jahres einen Machtwechsel in der griechischen Regierung gab. 2008 hatte die frühere Regierung unter Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis noch eine Neuverschuldung von 3,7 % nach Brüssel gemeldet. Was man unter den damals gegebenen Umständen wohl als Lapsus betrachtete. Ende 2009 ließ die neu gewählte Regierung unter Georgios Papandreou die Hosen runter. Plötzlich waren es 12,7 % des BIP.
Siehe: Haushaltskrise: Goldman Sachs half Griechenland bei Schuldenkosmetik
Seit über einer Woche beobachte ich nun schon verwundert die kleine Hausmeuterei in der CDU. »Aktion Linkstrend stoppen« heißt die Initiative, in der sich offenbar letzte Reste einer konservativen Mitgliederschar zusammengerottet haben. Ihr »Manifest gegen den Linkstrend« beginnt mit dem Satz: »Mit großer Sorge registrieren die Unterzeichner, wie sich die Führung der CDU mit der “Berliner Erklärung” vom 15. Januar offenbar endgültig von ihren Wurzeln und langjährigen Stammwählern verabschieden und die “Öffnung nach links” unumkehrbar weiter vorantreiben will«. Na sowas aber auch. Nach kaum 20 Jahren fällt denen am 15. Januar 2010 plötzlich ein Linkstrend auf?
Manifest gegen den Linkstrend
Mit großer Sorge registrieren die Unterzeichner, wie sich die Führung der CDU mit der “Berliner Erklärung” vom 15. Januar offenbar endgültig von ihren Wurzeln und langjährigen Stammwählern verabschieden und die “Öffnung nach links” unumkehrbar weiter vorantreiben will.
Als Volkspartei mit christlich-konservativen und marktwirtschaftlichen Positionen ist die CDU seit Konrad Adenauer und Ludwig Erhard groß geworden und erfolgreich gewesen.
In den letzten Jahren hat sie jedoch wesentliche Grundpositionen aufgegeben. Immer mehr Mitglieder und Wahlbürger rücken von einer Partei ab, deren Führung
den Marsch in den Schuldenstaat (aktuell 20.000 Euro Schulden pro Kopf!) ungebremst fortsetzt und Familien mit Kindern und eine bedrängte Mittelschicht mit immer größerer Steuer- und Abgabenlast beschwert;
sich linke Gesellschaftspolitik zueigen macht, ob bei der Geschlechterumerziehung des “Gender Mainstreaming”, Homo-Ehe oder der Gängelung von Unternehmen durch das “Antidiskriminierungsgesetz”;
eine gescheiterte Multi-Kulti-Integrationspolitik weiter vorantreibt, die selbst Sozialdemokraten wie Thilo Sarrazin als illusionär entlarven;
in immer mehr Bundesländern linke Schulpolitik mitträgt, statt konsequent das bewährte, differenziert gegliederte Schulwesen zu verteidigen;
mangelhaften Einsatz für eine überfällige würdige Erinnerung an die deutschen Opfer der Vertreibung zeigt;
es unterläßt, die hunderttausendfache “straffreie” Kindestötung durch Abtreibung beim Namen zu nennen und für konsequenten Lebensschutz einzutreten;
sich scheut, der Gefahr der Islamisierung entgegenzutreten, das christliche Erbe zu verteidigen und dem EU-Beitritt der Türkei eine klare Absage zu erteilen.
Wir fordern eine grundlegende politische Kurskorrektur, eine geistige Wende. Es geht um Deutschlands Zukunft und um das Leben unserer Kinder und Enkel.
Diese sieben Punkte lesen sich seltsam vernünftig. Zu solchen Erkenntnissen – oder besser Bekenntnissen – muss man den Initiatoren fraglos gratulieren. Aber; wo habe ich so etwas inhaltlich schon einmal gelesen? Naaa? Richtig! Wer wird denn da am rechten Rand angeln wollen? Diese Forderungen lassen sich bereits seit Jahren in den Verlautbarungen derer nachlesen, die man seitens der CDU doch lieber mit dem »Krampf gegen Rechts™« überzieht.
Die Seite des Eigensinn e.V. findet sich unter
» http://www.eigensinn.org. Der Verein hat zu dieser Internetpräsenz keinerlei geschäftliche oder sonstige Beziehung.