Eigentlich hätte ich heute Abend sicher noch die eine oder andere interessante Nachricht erwartet. Aber das ja dann doch nicht. Phil Jones, der vorübergehend auf Eis gelegte Direktor des Climate Research Unit (CRU) der Universität of East Anglia, hat in einem BBC-Interview zugegeben dass es in den letzten 15 Jahren keine signifikante globale Erwärmung mehr gegeben hat. Selbst die Erwärmung in den Jahren zuvor war nicht erwähnenswert höher, als die Erwärmung zum Beispiel zwischen 1860 und 1880 oder zwischen 1910 und 1940. Geht man davon aus, dass es dazwischen immer wieder Perioden der Abkühlung gegeben hat, dann entpuppt sich die globale Erwärmung als genau das, was wir alle schon vorher wussten. Ein Hirngespinst. Ausgedacht von ein paar geldgierigen Betrügern, publiziert von gleichgeschalteten Medien und vertreten von opportunistischen Politikern. Und geglaubt natürlich von jenen Menschen, die sich allein aus der Zeitung und dem Fernsehen informieren.
Einer Tabelle in dem BBC-Bericht zu Folge, erwärmte sich das Klima zwischen 1975 und 1998 um 0,166 °C, zwischen 1975 und 2009 nur um 0,161 °C. Soll heißen, die Erwärmung geht seit 1998 wieder zurück. Seltsamerweise der Zeitpunkt, seitdem die Klimaalarmisten besonders laut herumkrakehlen.
Siehe: Q&A: Professor Phil Jones
Und: ‘Climategate’ expert Jones says data not well organised
Da bin ich aber mal gespannt, was eine gewisse Angela M. aus B. dazu sagen wird. Die fand den Kampf gegen die »Globale Erwärmung™« doch immer ganz toll wichtig.
Wer erinnert sich noch an die Liechtenstein-Affäre? Das war der Deal, bei dem ein Datendieb dem Bundesnachrichtendienst, beziehungsweise dem Bundesfinanzministerium, Daten von Steuersündern verkauft hatte. Die Affäre ist jetzt knapp zwei Jahre her. Zwischen 4,2 und 4,6 Millionen Euro soll die Staatskasse dafür locker gemacht haben. Der damalige Finanzminister Peer Steinbrück sprach von dem besten Geschäft, das er je gemacht hatte. Später drohte er Steuerparadiesen, wie auch der Schweiz, mit der schwarzen Liste der OECD. Die laut Steinbrück in gewisser Weise »die siebte Kavallerie vor Yuma« darstellt, und weiter wörtlich: »die man ausreiten lassen kann, aber die muss nicht unbedingt ausreiten. Die Indianer müssen nur wissen, dass es sie gibt. Und wenn das allein schon Nervosität bei denen hervorruft, die sich fragen: Oh, komm ich auf diese Liste – dann kommt da ja richtig Zug in den Kamin«.
Eine Aussage, die damals in der Schweiz und anderen Ländern recht verschnupfte Reaktionen zeitigte. Prominentestes Opfer in der Liechtenstein-Affäre war letztes Jahr Klaus Zumwinkel. Selbiger hatte Geld in eine Stiftung nach Liechtensteiner Recht gesteckt. Was im Allgemeinen noch nicht anstößig wäre. Doch hatte es der feine Herr wohl 20 Jahre lang übersehen, das derart verwendete Geld auch ordnungsgemäß zu versteuern.
Siehe: Der Zumwinkel-Krimi
Nun bahnt sich offenbar ein weiteres Geschäft Liechtensteiner Art an. Wie es heißt, biete schon seit geraumer Zeit ein Datendieb der Bundesregierung auf einer CD Kontoinformationen von 1.500 Deutschen an, die ihr Geld am Fiskus vorbei in die Schweiz geschafft haben. Im Vergleich zu dem Liechtensteiner Heinrich Kieber ruft der Unbekannte für die Silberscheibe mit den gestohlenen Daten nur bescheidene 2,5 Millionen Euro auf. Nach Sichtung von ein paar Pröbchen schätzen Ermittler des Bundesfinanzministeriums das Potenzial der Daten auf bis zu 200 Millionen Euro Ertrag. Was sich wohl einmal mehr wie ein gutes Geschäft ausnimmt. Noch ziert sich Wolfgang Schäuble in seiner Rolle als Bundesfinanzminister, dem Handel sein Plazet zu erteilen. Denn von Seiten der stets unvermeidlichen Bedenkenträger wäre der Bund gewissermaßen ein Hehler, wenn er auf so ein unmoralisches Angebot einginge.
Gestern schlage ich die Süddeutsche auf. Und was entdecke ich unter all dem Alltagswahn?
Israels Soldaten erhalten nicht-stinkende Socken
Jerusalem – Israels Soldaten werden künftig mit nicht-stinkenden Socken ausgerüstet. Diese können laut einem Bericht der Zeitung Maariv bis zu zwei Wochen am Stück getragen werden, ohne unangenehmen Geruch zu entwickeln oder unhygienisch zu werden. Verantwortlich für die besonderen Eigenschaften der Socken sei eine metallische Komponente im Stoff. Die neuen Socken sollen ab März an die Armee geliefert werden, zunächst an Kampftruppen. AFP
Quelle: Süddeutsche Zeitung Ausg. 23 vom 29. Januar 2010, Seite 10 (rechts unten)
Nachrichten dieser Art stimmen mich immer wieder optimistisch. Solcherlei Entwicklungen zeigen einen klaren humanitären Fortschritt. Auch wenn die Soldaten der IDF (Israel Doomsday Forces) mit ihren Käsequanten bereits zehn Tage in den gleichen Socken stecken, muss die drangsalierte palästinensische Urbevölkerung wenigstens nicht mehr deren Gestank ertragen.
Vielleicht darf ich noch einen Verbesserungsvorschlag beisteuern: Nach 14 Tagen Sockenwechsel. Goldberg wechselt mit Lipkoviz, Cohen mit Weintraub, Rosenbaum mit Friedman, …
Es gibt Nachrichten, die treffen einen unvorbereitet und so heftig, dass man fast aus dem Sessel kippt. Vor Lachen. Hier kommt’s – gut festhalten: Osama bin Laden hat sich zu dem Terroranschlag von Detroit bekannt. Jener Anschlag des Unterhosenbombers Abdulmutallab, der buchstäblich in die Hose ging. Die Aktion geriet zu einer Blamage für den nigerianischen Möchtegernterroristen, die CIA und für alle Sicherheitskräfte. Als ob der Umstand nicht schon schlimm genug wäre, dass die CIA lange zuvor bereits vor Abdulmutallab gewarnt war und Letzterer trotzdem ohne Reisepass an einem Interkontinentalflug in die Staaten teilnehmen konnte. Nun holen die auch noch den Osama aus der Kiste. Damit ist die Komödie perfekt. Die könnten glatt Eintritt dafür verlangen.
Siehe: Neue Audiobotschaft: Bin Laden bekennt sich zu Detroit-Anschlag
Man ist mittlerweile ja viel gewohnt. 9/11, Vogel- und Schweinegrippe, Klimaschwindel und was die sonst noch alles aufbieten. Da verliert auch der aufmerksamste Beobachter mit der Zeit den Überblick. Doch hat bin Laden im Jahre 2010 natürlich eine besondere Qualität. Vor allem eingedenk dessen, dass er vermutlich schon seit Dezember 2001 im Dschihad-Paradies an seinen verheißenen 72 Jungfrauen rumschraubt.
Was war das für ein Zinnober. Damals, vor der Jahrtausendwende. In den 1970er, 80er, ja sogar noch in den 90ern hatte anscheinend niemand ernsthaft erwartet, dass Computerprogramme und selbst riesige Datenbestände eine längere Lebensdauer als von zwölf bis Mittag haben werden. Deshalb schenkte man sich oft die Verarbeitung und Aufbewahrung der Jahrhundertangabe des Datums. Das brachte im Einzelfall hier mal ein Byte, an anderer Stelle zwei. In der Masse kamen da sicher ein paar hundert Kilo- oder später Megabytes Ersparnis zusammen. Was bei den immensen Speicherkosten von anno Dunnemals deutlich sichtbar auf der Habenseite zu Buche schlug.
Aber dann stand plötzlich völlig unerwartet die Jahrtausendwende vor der Tür und die ganze Computerwelt war selig vereint in Panik. Die Jahrhundertangabe im Datum gewann plötzlich an Gewicht und rächte sich für die stiefmütterliche Behandlung früherer Jahre. Jene Programme, zum Teil noch aus den 1970ern, nebst angesammelten Datenbeständen waren immer noch aktiv im Einsatz. Y2K, das Ragnarök der IT, drohte die Realwelt mit sich in den Abgrund zu reißen. Ausfälle in der Energie-, Wasser-, Lebensmittelversorgung wurden herauf beschworen. Flugzeuge und Satelliten sollten vom Himmel stürzen, ganze Eisenbahnzüge im Nirwana des Fahrplanuniversums verschwinden. Das finale Chaos schien zum Greifen nah.
Die Angst vor Y2K zeitigte eine der besten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in der IT der späten 1990er Jahre. Jeder, der zumindest schon mal einen Computer gesehen hatte, wurde zur Fehlerbehebung ausgebildet. Erfahrene Programmierer knickten in Erwartung der schnellen Kohle ihre langjährige Karriere und machten sich selbständig. Sogar pensionierte Entwickler wurden aus ihrem Pantoffelfrieden zurückgeholt und mussten noch einmal ran. Alle zusammen kämpften sie für das eine Ziel. Nämlich dem dreuenden Y2K-Monster Zähne und Klauen ziehen.
Wie man sieht, klafft zwischen Anspruch und Wahrnehmung eine unübersehbare Lücke. Da stellt sich für mich ebenso wie den angesprochenen Schülerinnen und Schülern die Frage: Kann es sein, dass die Tante unter einem kompletten Realitätsverlust leidet? Und so ein kognitiver Totalausfall will den Deutschen erzählen, sie müssten sich gegen Schweinegrippe™ impfen lassen und etwas für den Klimaschutz™ tun? Das wird sicher ein lustiges Jahr.
Hatte ich da letztens etwas von Schweinegrippe™-Lüge erwähnt? Die internationale Antikorruptionsorganisation »TRANSPARENCY INTERNATIONAL« interessiert sich offenbar auch schon geraume Zeit dafür. Sie kritisierte bereits im September die mehr als nur verdächtigen Praktiken, mit der die Schweinegrippe™-Hysterie geschürt wurde (siehe Pressemitteilung). Jetzt gab das Vorstandsmitglied Anke Martiny in einem Interview bekannt, dass die dazugehörige Impfung offenbar hauptsächlich der Pharmaindustrie genutzt hat. Und die Krankheit sei »katastrophenmäßig aufgebauscht worden«.
Siehe: Aufgebauscht: Transparency kritisiert Pharmainteressen bei Schweinegrippe-Impfung
Wie es aussieht, hat »TRANSPARENCY INTERNATIONAL« nicht nur die Schweinegrippe™ im Auge. Der deutsche Gesundheitsmarkt sei geschätzte 250 Milliarden Euro schwer. Per anno. Das ist fast so viel wie der gesamte Bundeshaushalt 2009. Kein Wunder, wenn das in der Pharmalobby Begehrlichkeiten von allen Seiten weckt. Von dem Kuchen möchte jeder gerne ein Stück. Und nicht nötig zu erwähnen, dass sich Angela Merkel auch gerne in den Dienst der Schweinegrippe™-Impfung stellte. Sie wollte ja von Anfang an »Deutschland dienen«. Und wen die mit »Deutschland« meint, dazu haben wir längst deutliche Hinweise erhalten. Die Impfschweinerei war genau so ein Job, wie es ihr Einsatz für den Klimaschutz™ ist. Natürlich möchte ich der amtierenden Bundeskanzlerin an dieser Stelle nicht offen Korruption unterstellen. Sowas gehört sich nicht.
Im Deutschen haben wir die noch relativ junge Wortschöpfung Lobbyismus. Wohl gerade mal so alt wie die BRD. Wenn ich also sage, dass die amtierende Bundeskanzlerin dem Lobbyismus recht zugänglich scheint, dann habe ich damit nicht behauptet sie sei korrupt. Richtig? Schön dass die Deutsche Sprache so wortreich ist.
Heute fühlte ich mich an ein Zitat aus einem Rambo-Movie erinnert: »Gott muss die Verrückten lieben. Er macht so viele davon«. An jedem neuen Tag werden Millionen von unschuldigen Flugreisenden mit lästigen Sicherheitsüberprüfungen drangsaliert. Anlass waren die Ereignisse von 9/11 und als abschreckendes Beispiel der durchgeknallte Attentäter, der damals im Flugzeug Sprengstoff in seinem Schuh zünden wollte. Seitdem die vermeintlichen Flüssigsprengstoff-Bomber in London verhaftet wurden, sind auch Getränke, Cremes, Shampoos und so weiter an Bord von Flugzeugen streng reglementiert. Und so mancher musste sicher schon die Erfahrung machen, dass ihm sein harmloses Taschenmesser abgenommen wurde. Ich selbst habe am Flughafen Washington Dulles beim Umsteigen ein Dupont-Feuerzeug eingebüßt, das ich in München ohne Beanstandung mit an Bord nehmen durfte. In den USA ist die Paranoia besonders groß. Warum? Weil sie selbst Schuld daran sind.
Siehe: Vereiteltes Flugzeugattentat: Brüssel überprüft Sicherheitsregeln in Europa
Doch wird sich bei aller Paranoia immer wieder ein Depp finden, der eine gefährliche Substanz an Bord schmuggelt. Und wenn es nur eine entzündliche Flatulenz ist. Schien mit dem Schuhbomber von damals schon der Gipfel der Idiotie erreicht, setzte der heutige Hosenbomber einen neuen Meilenstein der Dämlichkeit. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn einer seine Hose anzündet während er sie noch an hat? Bei allem was sich die Sicherheitsexperten auch ausdenken, sie werden nicht verhindern können dass jemand der verrückt genug ist sich selbst nebst allen anderen Flugpassagieren in die Luft zu jagen an Bord kommt. Nach dem heutigen Anschlagsversuch wird man sich neue Schikanen für die Millionen Fluggäste ausdenken. Wir dürfen gespannt sein. Vermutlich werden künftig auch Tic Tac und saure Drops auf der Verbotsliste stehen. Und natürlich Mentos. Schließlich weiß jeder, welch explosive Kraft Mentos in Verbindung mit Cola entwickeln können.
Was mich betrifft: Ich vermeide Flugreisen schon seit langer Zeit wo es nur geht. Nicht weil ich Angst vor einem Schuh- oder Hosenbomber hätte. Die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden ist vermutlich höher als die mit einem solchen Zeitgenossen in einem Flugzeug zu reisen. Aber mir gehen diese lästigen und erwiesenermaßen nutzlosen Sicherheitskontrollen tierisch auf den Zeiger.
Nachtrag 27. Dezember 2009
Geht schon los. Die Bundespolizei rät, wegen pingeliger Kontrollen früher am Flughafen einzutreffen. Denn man nehme den Attentatsversuch zum Anlass, den »hohen Sicherheitsstandard zielgerichtet durch zusätzliche Kontrollmaßnahmen zu ergänzen«. In den Nachrichten heißt es, dass Flugreisende in die USA eine Stunde vor der Landung keine persönlichen Gegenstände mehr auf dem Schoß haben und nicht mehr an ihr Handgepäck dürfen. Pech nur, wenn die Nase läuft und die Tempotücher sind in der Laptoptasche. Blöder geht’s immer.
Siehe: Anschlag auf Jet: USA-Reisende müssen mit längeren Wartezeiten rechnen
Ich finde sowieso, dass die Sache viel zu lasch gehandhabt wird. Meiner Ansicht nach müsste jeder einzelne Flugpassagier nackt ausgezogen, mit verplombten Stöpseln in allen größeren Körperöffnungen, in künstlichem Koma und in einem bombensicheren Container transportiert werden. Dann könnten nur noch Geheimdienste richtige Terroristen das Flugzeug sprengen. So wie im Lockerbie-Fall.
Nachtrag 30. Dezember 2009
Jetzt muss ich mich erstmal selbst korrigieren. Das war gar kein Hosenbomber, sondern ein Unterhosenbomber. Umar Faruk Abdulmutallab hatte die Grundsubstanz für den Sprengstoff Nitropenta (PETN) dort in die Unterhose eingenäht, wo sich der Pimmel befindet. Ist ja genital. Hoffentlich ist ihm sein Schnippel weggebrutzelt, damit sich dieser Vollidiot für alle Zeit aus dem Genpool verabschiedet.
Laut CNN-Angaben soll sein Vater – ein reicher Bänker und ehemaliger nigerianischer Wirtschaftsminister – bereits vor geraumer Zeit die CIA über die schrägen Ansichten seines Sohnes informiert haben. Die CIA hatte die Kenntnis nur nicht weitergeleitet, sonst wäre der Spinner gar nicht erst an Bord eines Flugzeuges in die USA gelangt. Stellt sich, wie üblich in solchen Fällen, die Frage nach dem cui bono. Wer hat einen Nutzen? Die Al Kaida? Lächerlich. Nein, es sind die üblichen Verdächtigen. Leute, die gerne einen Polizeistaat mit jeglicher Unterdrückung von Freiheit haben wollen. Leute, die an Sicherheitsmaßnahmen und -einrichtungen verdienen wollen. Leute, die den Krieg auch in andere Länder tragen und daran verdienen wollen.
Mit solchen Gedanken im Hinterkopf wird verstehbar, warum man es bei der CIA offensichtlich »vergessen« hatte, die Warnung weiterzuleiten. Das mit den Nacktscannern wird sicher ein Riesengeschäft. So wie der Deal mit der Schweinegrippe™.
Siehe: Fall Abdulmutallab: Obama räumt Fehler vor vereiteltem Flugzeug-Anschlag ein
Der wohl erfolgloseste Klimaforscher aller Zeiten entwickelte bereits früh ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein. Denn fast täglich klingelte ein fremder Onkel an der Tür und fragte Mama Ranseier ob die Luft rein sei. Fortan beobachtete Karl aufmerksam die Luft und verunsicherte andere Kinder mit immer der gleichen Frage.
In seiner Schulzeit entwickelte Ranseier die Luftreinhaltung zur fixen Idee. Er pappte rote Aufkleber auf die Schulranzen von Mitschülern, wenn sie ihre Flatulenzen geräuschvoll ventilierten. Der Briefkasten des städtischen Ordnungsamtes quoll über von Listen mit Kfz-Kennzeichen, weil Karl alles aufschrieb was einen Auspuff hatte. Auch bescherte er dem ADAC Sonderschichten als er darauf verfiel, Äpfel und Kartoffeln in das Endrohr von Autos zu drücken. Während eines Spanienurlaubs der Ranseiers mussten einheimische Veterinäre zwei Wochen lang Überstunden schieben, weil jemand nächtens den Weidekühen die rektale Öffnung mit Sekundenkleber verschloss. Der Täter wurde nie gefasst.
Karls Jugend war von der globalen Erwärmung geprägt. Im Schulunterricht erfuhr Ranseier, dass er selbst Kohlenstoffdioxid ausatmete. Ernst zu nehmende Versuche, das Ausatmen zu unterdrücken, fruchteten jedoch nicht. Der für die Schule zuständige Allgemeinmediziner hatte viel Arbeit in jener Zeit. Vor allem auch mit Karls Mitschülern, die selbiger gewaltsam am Ausatmen hindern wollte. Sich selbst bewusst, nicht genug für die Luftreinhaltung getan zu haben, wollte Karl nun das Klima kühlen. Er ließ Kühlschranktüren offen stehen, packte Trockeneis in Mutters Waschmaschine, montierte ein Kühlaggregat an Vaters Tropenaquarium, drehte Klimaanlagen bis zum Anschlag nach unten. Bei Ende seiner Schulzeit kannte Karl nur einen Traumberuf: Klimaforscher. Das meteorologische Landesamt lehnte seine Bewerbung jedoch aus unerfindlichen Gründen ab.
Davon ließ sich Ranseier nicht entmutigen und forschte auf eigene Faust. Er prangerte kohlensäurehaltige Getränke als Klimakiller an, entlarvte August Wilhelm Bullrich als Urvater der Klimaerwärmung, startete eine Online-Petition für das Verbot von Backpulver. Zum Beweis der globalen Erwärmung reiste er in einem Frühsommer nach Grünwald und machte spektakuläre Fotos von der vollkommenen Eisschmelze. Ähnlich erschreckende Verhältnisse fand er in Nordpolen und Südpolen vor. Seine wissenschaftliche Ausarbeitung unter dem Titel »Grünwald und die Polacken sind eisfrei« wollte jedoch trotz der Brisanz niemand haben.
Verbittert ging er nach England, bewarb sich beim Climate Research Unit (CRU) der University of East Anglia erneut als Klimaforscher. Seine wissenschaftliche Ausarbeitung wurde dort erst mit Stirnrunzeln aber dann mit wachsendem Interesse gelesen. In Windeseile etablierte man eine neue Fachrichtung: »The creative interpretation of scientifical climatic measurement«. Für die sich Karl dank seiner Ausarbeitung auch spontan qualifizierte. Er ging in seinem Beruf, nein, seiner Berufung voll auf. Mit jeder Veröffentlichung von Messdaten wurde er aufs Neue gefeiert. Derart motiviert beschloss er, die Daten gleich an der Quelle kreativ zu interpretieren, bereiste jahrelang die Welt und gewann viel Aufmerksamkeit.
Karl Ranseier wurde heute früh an der Antarktisstation Neumayer III nördlich des Südpols tot aufgefunden. Er hatte versucht, einem vermeintlichen Thermosensor mit der Wärme seiner Zunge auf die Sprünge zu helfen. Dabei ist er festge- und schließlich in erbarmungswürdiger Pose erfroren.
Die Seite des Eigensinn e.V. findet sich unter
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