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Archiv für die Kategorie ‘Nonfug’

Absurdistan 2009 – Der Jahresrückblick

Mittwoch, 30. Dezember 2009


Einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!

Viel Glück, Erfolg, beste Gesundheit
und was Ihr Euch sonst noch alles wünscht.

MfG
Hans

Karl Ranseier ist tot

Freitag, 18. Dezember 2009
Karl Ranseier †Der wohl erfolgloseste Klimaforscher aller Zeiten entwickelte bereits früh ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein. Denn fast täglich klingelte ein fremder Onkel an der Tür und fragte Mama Ranseier ob die Luft rein sei. Fortan beobachtete Karl aufmerksam die Luft und verunsicherte andere Kinder mit immer der gleichen Frage.

In seiner Schulzeit entwickelte Ranseier die Luftreinhaltung zur fixen Idee. Er pappte rote Aufkleber auf die Schulranzen von Mitschülern, wenn sie ihre Flatulenzen geräuschvoll ventilierten. Der Briefkasten des städtischen Ordnungsamtes quoll über von Listen mit Kfz-Kennzeichen, weil Karl alles aufschrieb was einen Auspuff hatte. Auch bescherte er dem ADAC Sonderschichten als er darauf verfiel, Äpfel und Kartoffeln in das Endrohr von Autos zu drücken. Während eines Spanienurlaubs der Ranseiers mussten einheimische Veterinäre zwei Wochen lang Überstunden schieben, weil jemand nächtens den Weidekühen die rektale Öffnung mit Sekundenkleber verschloss. Der Täter wurde nie gefasst.

Karls Jugend war von der globalen Erwärmung geprägt. Im Schulunterricht erfuhr Ranseier, dass er selbst Kohlenstoffdioxid ausatmete. Ernst zu nehmende Versuche, das Ausatmen zu unterdrücken, fruchteten jedoch nicht. Der für die Schule zuständige Allgemeinmediziner hatte viel Arbeit in jener Zeit. Vor allem auch mit Karls Mitschülern, die selbiger gewaltsam am Ausatmen hindern wollte. Sich selbst bewusst, nicht genug für die Luftreinhaltung getan zu haben, wollte Karl nun das Klima kühlen. Er ließ Kühlschranktüren offen stehen, packte Trockeneis in Mutters Waschmaschine, montierte ein Kühlaggregat an Vaters Tropenaquarium, drehte Klimaanlagen bis zum Anschlag nach unten. Bei Ende seiner Schulzeit kannte Karl nur einen Traumberuf: Klimaforscher. Das meteorologische Landesamt lehnte seine Bewerbung jedoch aus unerfindlichen Gründen ab.

Davon ließ sich Ranseier nicht entmutigen und forschte auf eigene Faust. Er prangerte kohlensäurehaltige Getränke als Klimakiller an, entlarvte August Wilhelm Bullrich als Urvater der Klimaerwärmung, startete eine Online-Petition für das Verbot von Backpulver. Zum Beweis der globalen Erwärmung reiste er in einem Frühsommer nach Grünwald und machte spektakuläre Fotos von der vollkommenen Eisschmelze. Ähnlich erschreckende Verhältnisse fand er in Nordpolen und Südpolen vor. Seine wissenschaftliche Ausarbeitung unter dem Titel »Grünwald und die Polacken sind eisfrei« wollte jedoch trotz der Brisanz niemand haben.

Verbittert ging er nach England, bewarb sich beim Climate Research Unit (CRU) der University of East Anglia erneut als Klimaforscher. Seine wissenschaftliche Ausarbeitung wurde dort erst mit Stirnrunzeln aber dann mit wachsendem Interesse gelesen. In Windeseile etablierte man eine neue Fachrichtung: »The creative interpretation of scientifical climatic measurement«. Für die sich Karl dank seiner Ausarbeitung auch spontan qualifizierte. Er ging in seinem Beruf, nein, seiner Berufung voll auf. Mit jeder Veröffentlichung von Messdaten wurde er aufs Neue gefeiert. Derart motiviert beschloss er, die Daten gleich an der Quelle kreativ zu interpretieren, bereiste jahrelang die Welt und gewann viel Aufmerksamkeit.

Karl Ranseier wurde heute früh an der Antarktisstation Neumayer III nördlich des Südpols tot aufgefunden. Er hatte versucht, einem vermeintlichen Thermosensor mit der Wärme seiner Zunge auf die Sprünge zu helfen. Dabei ist er festge- und schließlich in erbarmungswürdiger Pose erfroren.

In tiefer Trauer
Hans

Innovationsoffensive: Das Taschenminarett

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Forellenangler im TutuManchmal bin ich von meinen Geistesblitzen so geblendet, dass ich minutenlang Sterne sehe. Gerade eben befiel mich wieder ein solcher. Zum Hintergrund: Bekanntlich haben sich die Schweizer in niederträchtig demokratischer Abstimmung gegen Minarette in ihren Städten und Gemeinden entschieden. Was die Apologeten der »Politischen Korrektheit« umgehend als Beschneidung der Religionsfreiheit brandmarkten. Und recht haben sie. Denn beten zu Allah ohne Minarett, das ist wie Forellen angeln ohne Tutu. Geht ja gar nicht.

Irgendwie tun mir die Muslime in der Schweiz leid. Fünfmal am Tag schubbern sie sich auf einem dünnen Gebetsteppich die Knie wund, und dann kein Minarett. Sicher, mancher sieht diese Erdogan-Bajonette nur als architektonisches Detail. Aber was wären beispielsweise der reiche Proll ohne seine Rolex, der Zuhälter ohne sein Goldkettchen, der Mantafahrer ohne Fuchsschwanz an der Antenne? Wie ich noch so über Antenne und Fuchsschwanz sinnierte, schoss mir plötzlich einer der oben erwähnten Geistesblitze quer durch das Kartenhaus neuronaler Verknüpfungen meines Isocortex. Im letzten Moment konnte ich mir ein lautes »Heureka« verkneifen, wegen der Nachbarn.

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Karl Ranseier ist tot

Dienstag, 09. September 2008
Der wohl erfolgloseste Blogger aller Zeiten kam als völliger Analphabet zur Welt. In Jahren mühseliger Schulzeit erlernte er gleichzeitig Lesen und Schreiben. Weil es das Internet noch nicht gab, schrieb er anfangs in einen Block. Dieser wurde mehrfach konfisziert, als er darin unanständige Geschichten über seine Lehrerin verfasste. Also legte er Pauspapier zwischen die Seiten und erfand die erste Datensicherung für einen Block. Dies nur eine seiner genialen Ideen, die an der kalten Realität scheiterten. Doch war er seiner Zeit definitiv weit voraus. Karl schenkte einer Schulfreundin sein Pausenbrot, damit sie seine obszönen Geschichten in seinen Block schrieb. Gleichwohl dies technisch gesehen den Anfang der modernen Spracherkennung darstellte, brachten die Eltern der Kleinen seiner Idee wenig Verständnis entgegen.
In seiner Pubertät begann er zu experimentieren. Schrieb er anfangs noch verstohlen Kurzgeschichten auf die Innenseite von Lackverdünnerdosen oder Klebstofftuben, wagte er sich bald schon an größere Objekte wie Litfaßsäulen, Häuser, Hochbaukräne, Wasserfälle, Schneestürme, Gletscher, Wanderdünen. Der Versuch, eine Fortsetzungsgeschichte auf eine heranbrausende E-Lok zu schreiben, hätte ihm in jungen Jahren fast das Leben gekostet. Besonderes Geschick zeigte er bei Tierbeschreibungen. Woraufhin die Katze der Nachbarin ein ganzes Jahr lang nicht mehr aus dem Haus durfte. Streunende Hunde entwickelten eine unerklärliche Aversion gegen Schreibgeräte aller Art und viele Zugvögel wollten im Frühjahr nicht mehr zurück. Im Tierpark erzählt man sich noch heute die Geschichte, wie ein Unbekannter in nur einer Nacht den kompletten Kamasutra in Sanskrit auf einer drei Meter langen Boa Constrictor verewigte.

Hatte sich Ranseier dieser Art genug die Hörner abgestoßen, kam er in seine esoterische Phase. Nach dem Schlecken an südamerikanischen Fröschen verbreitete er seine Texte per Telepathie. Tage später gab ihm seine Nachbarin im Treppenhaus eine schallende Ohrfeige, als er sie in Gegenwart des Postboten fragte wie denn der Empfang war. Mehrfach wurde er wegen nächtlicher Ruhestörung verhaftet weil er meinte, sich durch ein Megaphon mitteilen zu müssen. Seine Versuche, selbstgeschriebene Artikel per trägerfrequenter Hochspannung in das örtliche Telefonnetz einzuspeisen, hielten Telekom und Teilnehmer wochenlang in heller Aufregung.

Mit dem Siegeszug des Internet sah Ranseier die Stunde gekommen. Doch der Ansatz, seinen guten alten Block mit einem Modem zu verbinden, endete für ihn unverhofft. Den Rat der örtlichen freiwilligen Feuerwehr, es vielleicht das nächste Mal mit einem Computer zu versuchen, nahm er dankend an. Veröffentlichungen gelangen ihm damit wider Erwarten jedoch nicht. Dafür erntete er im Treppenhaus einmal mehr eine Ohrfeige, nachdem er seine Nachbarin aufforderte ihm ihr Notepad zu öffnen. So lernte Karl, Notepad ist für Veröffentlichungen nicht geeignet. Experimente mit dem Email-Programm verschafften ihm einen zweifelhaften Ruf. Die Folgen seiner Studien an der Systemsteuerung kann sich jeder selbst ausmalen. Glücklich entdeckte Ranseier nach Monaten frustrierender Fehlschläge, dass der Browser in seinem Computer mit Duschen gar nichts zu tun hat. Mithilfe dessen schaffte er es nach weiteren Monaten und verstörenden Erlebnissen endlich einen eigenen Blog zu eröffnen. Begeistert schrieb er seinen ersten Artikel.

Karl Ranseier verstarb heute in den frühen Morgenstunden, während er versuchte dem wütenden Ehemann seiner Nachbarin zu erklären wie die Geschichte von seiner Frau und dem Postboten in Ranseiers Blog geraten konnte.

In tiefer Trauer
Hans