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Archiv für die Kategorie ‘Nonfug’

Bullshit-Bingo

Samstag, 15. September 2012

Ist das nicht verrückt, was in einer einzigen Woche so alles geschehen kann? Der NSU-Popanz erreicht mittlerweile Berliner Ämter. Bundes- und Landesbehörden lügen sich gegenseitig in die Tasche und kramen einen V-Mann nach dem anderen raus. Bei einer jeweils anderen Behörde, versteht sich. Einer davon soll sogar Uwe Mundlos gewesen sein. Bestand vielleicht das ganze Terrorkonstrukt aus V-Leuten? Dann schmeiß ich mich weg vor Lachen.

Das Bundesverfassungsgericht winkt den ESM-Vertrag durch, wie es zuvor schon der Bundestag getan hatte. Das war doch von vornherein klar. Nachdem 2010 bereits der Maastricht-Vertrag gebrochen wurde gibt es eh kein zurück mehr, weil alternativlos. Wieder einmal haben unsere Spitzengremien bewiesen dass sie nur Staffage in dieser BRD GmbH sind.

Zu allem Überfluss bringt so ein Vollpfosten aus den USA ein Video in Umlauf, das die historische Vorlage des mohammedanischen Religionsstifters etwas anders darstellt als es die Moslems gerne hätten. Was erwartungsgemäß die chronisch beleidigten islamistischen Dumpfbacken auf den Plan ruft. Die überfallen jetzt reihenweise die Botschaften der USA. Und wenn gerade keine zur Hand oder erstürmbar ist, dann darf es auch mal die der Schweiz sein, die britische oder die der BRD. Macht ja keinen Unterschied, sind schließlich alles USraels Vasallen.

Aber was rege ich mich auf. Da kriegt man nur Sodbrennen von. Lieber wende ich mich einem schon etwas betagten Gesellschaftsspiel zu, das meines Erachtens zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist: Dem Bullshit-Bingo.

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Traumberuf: Merkel-Pilot

Dienstag, 15. November 2011

MfG
Hans 😉

E.coli O104 zum Selberbasteln

Montag, 06. Juni 2011

E.coli O104:H4 in der PetrischaleWer suchet, der findet. Das E.coli O104:H4 Bakterium – auch HUSEC-41 genannt – gibt es jetzt zum Selberbauen. Nach langer und nervenaufreibender Recherchearbeit präsentiert Eigensinnig.org als erster Blog weltweit die Bastelanleitung.

Die wichtigste Komponente des Bakteriums – der DNA-Strang – besteht wie üblich aus Molekülen vier unterschiedlicher Materialien. Das wären Adenin (A), Guanin (G), Thymin (T) und Cytosin (C). Die gibt es gebrauchsfertig in jedem gut sortierten Bastelgeschäft. Oder bei OBI. Doch Augen auf beim Teilekauf. Bisweilen wird billiger Thymian anstelle von Thymin oder Guarkernmehl statt Guanin in die Bio-Bastelsets gepackt. Also nicht bei irgendwelchen windigen Internet-Händlern bestellen.

Ich will es nicht zu spanned machen. Deshalb hier zunächst einmal die DNA-Sequenz.

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Argh, die Welt geht unter!

Dienstag, 04. Januar 2011

Während der vorigen zwei Wochen habe ich ein wenig Netzwerkabstinenz geübt. Nur um einmal etwas Abstand von dem alltäglichen Wahnsinn zu gewinnen. Von dieser andauernden Reizüberflutung im Weltgeschehen bekommt man eine regelrechte Hornhaut auf der Seele. Vielleicht hätte ich mir meine Hornhaut aber besser bewahren sollen. Nach dem, was ich die letzten drei Tage zu lesen hatte, da bekommt sogar meine Gänsehaut noch eine Gänsehaut.

Wie wir alle aus dem Schulunterricht wissen dürften, dreht sich die Erde immer langsamer. Hat sie für eine komplette Drehung um die eigene Achse vor einer Milliarde Jahre noch wenige Stunden gebraucht, benötigt sie heute schon fast einen ganzen Tag. Nämlich 23 Stunden und 56 Minuten. Schuld ist der Mond in Zusammenspiel mit den Ozeanen der Erde. Selbiger beschert mit seiner Gravitation den Meeren Ebbe und Flut, bremst nach und nach die Drehung unseres Planeten ab und gewinnt dabei selbst an Fahrt (Energieerhaltungssatz). Weshalb sich der Mond irgendwann in ferner Zukunft von der Schwerkraft der Erde lösen und in den Tiefen des Weltalls verschwinden sollte.

In Abwandlung des Shakespeare-Zitates: »Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt«, steht jedoch plötzlich im weltweiten Netz zu lesen dass die Drehzahl unserer blauen Kugel unerwartet zugenommen hat. Aus diesem Grund verzichtete man in der letzten Silvesternacht auf die eigentlich geplante Schaltsekunde. Die Wissenschaftswelt rätselt zwar noch, wie das kommen konnte. Aber BILD hat schon die Lösung. In einem brillianten Meisterwerk journalistischer Investigativkunst enthüllt das Blatt lässig in gewohnt großen Buchstaben: »Wegen Erderwärmung – Erde dreht sich immer schneller«.

Diplom-Geophysiker Felix Landerer (30) vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg zur wichtigsten Folge: „In Zukunft werden unsere Tage kürzer!“

Bisher dauert es 23 Stunden und 56 Minuten, ehe die Erde sich einmal um sich selbst gedreht hat.

Warum soll dieses Tempo in Zukunft steigen? Landerer: „Weil das Gewicht der Erde sich neu verteilt.“

Die erwärmten Ozeane sollen sich ausdehnen, bisher flache Gebiete überfluten und damit schwerer machen. Da vor allem die Nordhalbkugel betroffen ist, wird der obere Teil der Erde schwerer. Der Forscher:

„Dann beobachten wir einen Effekt wie bei einem Eiskunstläufer, der eine Pirouette dreht. Er wird schneller, weil er sein Gewicht (Arme und Beine) heranzieht. Die Erde wird schneller, weil ihre Masse näher ans Zentrum rückt.“

Quelle: Wegen Erderwärmung – Erde dreht sich immer schneller

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Silvester in Stenkelfeld

Freitag, 31. Dezember 2010

Nicht dass ich hier einen auf Moralapostel machen möchte. Aber lasst Euch das eine Warnung sein. 😉

Einen Guten Rutsch und nur das Beste für 2011.

MfG
Hans

Der »Mary Christmas«-Datenskandal

Freitag, 24. Dezember 2010

Julian Assange ist halbwegs frei. Gegen eine dicke Kaution, mit einer elektronischen Fußfessel und der Auflage, einen Landsitz in der Englischen Grafschaft Suffolk nicht zu verlassen. Doch gibt es schlimmere Schicksale. Abgesehen freilich von der Englischen Küche. Langeweile wird ihn wohl zumindest nicht plagen, denn er hat wieder zu tun. Wie erst jetzt bekannt wurde, deckte die Finnische Keskusrikospoliisi (Zentrale Kriminalpolizei, KRP) Anfang Dezember einen neuen Datenskandal auf, der alle diesjährigen Enthüllungen in den Schatten stellen dürfte.

Verlässlichen Quellen zufolge soll die Finnische Polizei in Lappland einen offensichtlich geistig verwirrten älteren Mann – der keinerlei Ausweis oder Reisepass mit sich führte – aufgegriffen haben. Er trug in der eisigen Kälte einen roten Frotteebademantel mit weißem Pelzbesatz, dazu eine ebenso rote Bommelmütze in der gleichen Machart. Sein seltsames Fahrzeug, ein von Rentieren gezogener Schlitten, hatte kein amtliches Kennzeichen, keine modernen Sicherheitseinrichtungen und war unvorschriftsmäßig beleuchtet. Außerdem sei der Schlitten mit Schachteln voller Spielzeug und Süßigkeiten völlig überladen gewesen.

Phantomzeichnung der Keskusrikospoliisi von dem alten MannAnfängliche Vermutungen, bei dem Manne handele es sich um einen geflüchteten Heimbewohner, bestätigten sich nicht. Auch hatte er offenbar kein Diebesgut oder Drogen bei sich. Dafür fiel der Polizei bei der Durchsuchung des Fahrzeugs ein dickes Buch in die Hände. Nach kurzer Lektüre zog man die KRP hinzu und überstellte den Festgenommenen an das Hauptquartier im südfinnischen Vantaa nahe Helsinki. Grund: Das Buch enthält Namen, Anschriften, Alter, Vorlieben und akribisch geführte Listen mit Verfehlungen von Millionen Kindern weltweit.

Zwischenzeitlich wurden seitens der KRP die Interpol sowie alle Kriminalbehörden informiert. Darunter auch das Bundeskriminalamt (BKA) in Berlin. Ein Mitarbeiter bestätigte gestern die Existenz des betreffenden Buches. Bei einer Sichtung des Probematerials seien dem Vernehmen nach auch Namen Deutscher Kinder aufgetaucht. Weitere Auskünfte wollte er aus ermittelungstaktischen Gründen nicht geben. Das Bundesfamilienministerium ließ bereits wissen, es sei einem Ankauf der Daten nicht abgeneigt. Datenschützer meldeten Protest an und drohen nun mit einem Gang nach Karlsruhe.

Offen bleibt indes noch die Frage, wie der alte Mann an die umfangreiche Datensammlung gekommen ist. Und was er mit dem dicken Buch, dem vielen Spielzeug und den Süßigkeiten vorhatte. Es wurden Vermutungen laut, es handele sich um einen Sittenstrolch, der Kinder mit ihren Sünden erpressen oder mit Spielsachen und Naschwerk gefügig machen wollte. Bei seiner Festnahme soll der Alte immer wieder etwas von einer »Mary Christmas« in seinen Bart gestammelt haben. Ob es sich dabei um eine Komplizin handelt oder dem Namen einer kriminellen Organisation wird zurzeit noch untersucht.

Völlig unklar ist zurzeit auch, ob und vor allem wie Julian Assange an eine Kopie der Aufzeichnungen in besagtem Buch gekommen sein könnte. Insider sprechen hinter vorgehaltener Hand von einem Sicherheitsleck bei der Keskusrikospoliisi. Offiziell wurde dies bis dato aber weder bestätigt noch dementiert. Assange soll aus den USA bereits erste Warnungen von Kinderbanden und Morddrohungen für den Fall erhalten haben, dass er den Inhalt des Buches auf WikiLeaks veröffentlicht. Volle Rückendeckung bekommt er hingegen vom Bund Deutscher KindergärtnerInnen. »Wir wollen wissen, was diese kleinen Fratzen schon wieder hinter unserem Rücken ausgeheckt haben!«, hieß es von dort.

SchlittenrentiereDer geheimnisvolle alte Mann sitzt bis auf weiteres in Vantaa in Polizeigewahrsam. Er wird trotz des hinderlichen Sprachproblems psychologisch betreut so gut es geht. Ein Polizeisprecher meinte, man hätte schon alles mögliche versucht. Aber außer einem gutturalen: »Hoh, hoh, hoh«, konnten die Beamten bisher nichts aus ihm herausbekommen. Zur weiteren Aufklärung des Falles hat die KRP nun einen Gebärdendolmetscher angefordert. Der sichergestellte Schlitten und die Rentiere des Mannes verblieben derweil in Utsjoki, im Norden des Finnischen Lapplands, wo Tierschützer die Tiere so bald als möglich wieder auswildern wollen. Bis auf eines, dessen krankhaft rotgeschwollene Nase dem örtlichen Veterinär Sorgen bereitet.

MfG
Hans

Karl Ranseier ist tot

Montag, 15. November 2010
Karl Ranseier †Der wohl erfolgloseste Demonstrant aller Zeiten fühlte sich schon früh berufen, die Welt wachzurütteln. Gelang es seiner Mutter in den Anfangsjahren noch, ihn mit Brust oder Schnuller ruhig zu stellen, begann der aufwachsende Karl sich an die Öffentlichkeit zu wenden. Er ging gegen alles auf die Straße. Gegen den Zahnwechsel, gegen Rosenkohl, gegen feuchte Träume, gegen Pickel, gegen unreine Haut. Sein erstes Demo-Transparent mit der Forderung: »Keine Mehrwertsteuer für Clearasil!«, setzte ein weithin sichtbares Zeichen. Ein Windstoß hatte es um den Kamin des Nachbarhauses gewickelt.

Fehlschläge waren Karl Ansporn. Das galt besonders in seiner Selbstfindungsphase. Zum Ausdruck des Protestes kettete er sich nacheinander an einen Deckenventilator, vor einen Wasserspeier, an eine Drehtür, an einen Dobermann. Von dieser Erfahrung geheilt begann Ranseier, seine Strategie zu überdenken und verlegte sich auf Sitzblockaden. Keine Sitzgelegenheit war vor ihm sicher. Hotelportiers, Taxifahrer, Kinobesitzer, Gastwirte waren ebenso ratlos wie Frau Müller aus der Steinstraße. Die Dauersitzblockade in einer Achterbahn kostete Karl fast seine ganzen Ersparnisse. Und 15 Kilogramm Körpergewicht.

Dann widmete er sich dem Schreiben von Protestliedern. Das höfliche Lächeln der Bewohner im benachbarten Gehörlosenwohnheim bestärkte seinen Glauben an die Kraft seiner Songs. Dabei entstanden so unvergessene Werke wie: »Frag nicht wo die Blumen sind«, »Karl der Kiffer«, »Mein Freund der Baum ist doof« oder »99 Bumerangs«.

Ranseier war nicht immer erfolgreich. Etwa beim Versuch, einen Schweigemarsch zu komponieren. Oder das Experiment eine Menschenkette anzufertigen, das ihm mehrere Klagen wegen Körperverletzung und zwei Jahre Freiheitsentzug auf Bewährung einbrachte. Seine Lichterkette für den Deutschen Wald war einmal mehr ein weithin sichtbares Zeichen – bis die Freiwillige Feuerwehr eintraf und das Schlimmste verhinderte. Eine 2006 von ihm veranstaltete Demonstration gegen den Vietnamkrieg endete bevor sie begann. Eine Mahnwache vor einer Metzgerei quittierte die Polizei mit einem Platzverweis. Die etwas zu verkopfte »Demonstration gegen Gegendemonstrationen« kam über das Planungsstadium nicht hinaus. Ebenso erging es seiner Aktion »Rettet die Aale!«. Wobei er im Nachhinein zugab, in beiden Fällen wohl das falsche Zeug geraucht zu haben. Anfänglich viel Zuspruch fand indes sein Motto »Freibier für Alle!«, was dann allerdings bei der örtlichen Gastronomie auf wenig Gegenliebe stieß.

Unter dem Eindruck dieser Pannen schloss sich Ranseier verschiedenen Demonstrantengruppen an und betätigte sich als Aktivist. Seine innovativen Einfälle wurden Legende. Im Bankenviertel vertrieb er Rentner und besetzte deren Bank. Gegen die Endlagerung von Automüll in der Nähe seiner Heimatstadt stellte er sich in eine hydraulische Schrottpresse, die noch nicht angeschlossen war. Bei der Blockade eines Castor-Transports kettete er sich an einen Baum. Zum Protest gegen die Preise im Nahverkehr warf er sich hinter eine fahrende Tram. Als es um die Renovierung eines Kinderspielplatzes ging, seilte er sich vom Klettergerüst ab und entrollte ein Transparent mit der Aufschrift: »Alle Macht den Infantilen«. Aktivist wurde zu seiner Berufung.

Karl Ranseier starb heute in den frühen Morgenstunden nahe Stuttgart, als er sich vom Portal eines Eisenbahntunnels abseilte. Der Lokomotivführer kam mit dem Schrecken davon.

In tiefer Trauer
Hans

Sadismus

Sonntag, 14. Februar 2010

Charles Amédée Philippe van Loo - Marquis de Sade im Alter von etwa 20 JahrenDonatien-Alphonse-François Marquis de Sade (1740-1814) war ein adeliger Romancier in der Zeit der französischen Revolution. Eine geradezu tragikomische Gestalt. Während der Regierungszeit Ludwig XVI. saß er aufgrund seiner ausschweifenden und von Skandalen begleiteten Lebensart viele Jahre im Gefängnis. Zuletzt in der Pariser Bastille. Von dort soll er, wenige Tage vor ihrer Erstürmung, den aufgebrachten Demonstranten zugerufen haben: »Die töten die Gefangenen hier drin«. Woraufhin man ihn nach Charenton verbrachte. In das dortige Irrenhaus. 1790 kam de Sade in den Wirren der Französischen Revolution frei und begann sich politisch zu betätigen, indem er – obwohl adelig – den radikalen Jakobinern beitrat. De Sade bekleidete in jener Zeit sogar vorübergehend ein Richteramt und konnte seine ebenfalls adeligen Schwiegereltern vor der Guillotine bewahren.

Illustration in einer holländischen AusgabeSeine Tätigkeit in der nunmehr bourgeoisen Gesellschaft währte nicht lange. Schon bald wurde er unter einem Vorwand zum Tode verurteilt, entrann der Vollstreckung aber nach dem Sturz von Robespierre. De Sade verarmte. Nach 1789 konnte er sich nicht mehr an den Steuern und Abgaben des Volkes delektieren. Er musste arbeiten und das Einzige, was er offenbar konnte und wollte, war schreiben. Doch das Schreiben von Romanen – mit meist eindeutig pornographischem Inhalt – brachte nicht viel ein. Damit war er gezwungen den letzten Rest des noch übrig gebliebenen Familienbesitzes zu verkaufen.

Selbige Romane waren es letztlich, die ihn 1801 erneut ins Gefängnis brachten. Denn im napoleonischen Frankreich hatten sich zwar die Machtverhältnisse geändert, nicht aber die Vorstellungen von Sitte und Moral. 1803 wurde de Sade endgültig für verrückt erklärt und wiederum in das Irrenhaus von Charenton eingeliefert. Bis kurz vor seinem Tode durfte de Sade im Irrenhaus jedoch weiter an seinen schlüpfrigen Romanen schreiben, genoss zudem eine bevorzugte Behandlung. Um 1813/14 erhielt er auf Erlass des französischen Innenministeriums Schreibverbot und wurde in Isolationshaft gesteckt. Dort verstarb Marquis de Sade am 2. Dezember 1814 im Alter von 74 Jahren.

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Totally from the Socks

Samstag, 30. Januar 2010

Gestern schlage ich die Süddeutsche auf. Und was entdecke ich unter all dem Alltagswahn?

Israels Soldaten erhalten nicht-stinkende Socken

Jerusalem – Israels Soldaten werden künftig mit nicht-stinkenden Socken ausgerüstet. Diese können laut einem Bericht der Zeitung Maariv bis zu zwei Wochen am Stück getragen werden, ohne unangenehmen Geruch zu entwickeln oder unhygienisch zu werden. Verantwortlich für die besonderen Eigenschaften der Socken sei eine metallische Komponente im Stoff. Die neuen Socken sollen ab März an die Armee geliefert werden, zunächst an Kampftruppen. AFP

Quelle: Süddeutsche Zeitung Ausg. 23 vom 29. Januar 2010, Seite 10 (rechts unten)

Nachrichten dieser Art stimmen mich immer wieder optimistisch. Solcherlei Entwicklungen zeigen einen klaren humanitären Fortschritt. Auch wenn die Soldaten der IDF (Israel Doomsday Forces) mit ihren Käsequanten bereits zehn Tage in den gleichen Socken stecken, muss die drangsalierte palästinensische Urbevölkerung wenigstens nicht mehr deren Gestank ertragen.

Vielleicht darf ich noch einen Verbesserungsvorschlag beisteuern: Nach 14 Tagen Sockenwechsel. Goldberg wechselt mit Lipkoviz, Cohen mit Weintraub, Rosenbaum mit Friedman, …

MfG
Hans

Entwarnung

Sonntag, 10. Januar 2010

Eisbär paart sich mit EisbergUm es vorweg zu nehmen: Dies ist eine vorsorgliche Entwarnung. Nur für den Fall, dass jemand auf die Idee kommen sollte, aus der gegenwärtigen Wetterlage voreilige Schlüsse zu ziehen. Es ist zurzeit für Viele unerwartet kalt, das ist richtig. Hinzu kommt ein weißer Niederschlag, der in der Menge regional für Verdruss sorgt. Es handelt sich dabei um Regenwasser, welches aufgrund der niedrigen Temperaturen nur in kristalliner Form den Erdboden erreicht. Die aktuellen Umstände belegen jedoch eindeutig, dass sich die globale Erwärmung wie gewohnt weiter fortsetzt. Sie neigt im Moment nur zu einer gewissen geographisch umrissenen Prävalenz, einer großflächig quantitativen Klümpchenbildung.

Während die Nordhalbkugel der Erde in den letzten Monaten eine Abkühlung erfuhr, verzeichnete die Südhalbkugel einen nachweislichen Temperaturanstieg. Was sich zunächst wie natürlicher Ausgleich anhört, ist das genaue Gegenteil. Im statistischen Mittel ist es nach letzten Computerberechnungen gegenwärtig global wärmer als jemals zuvor seit Beginn der Klimaaufzeichnungen.

Die auf die nördliche Hemisphäre begrenzte Kälteanomalie beschäftigt seit einiger Zeit auch die Annualwissenschaft. Der noch relativ junge interdisziplinäre Forschungszweig arbeitet eng mit Klimaexperten in der ganzen Welt zusammen. Gemeinsam will man den Zusammenhang von hemisphärisch einheitlichen Temperaturschwankungen und zyklisch wiederkehrenden Abläufen im Weltraum klären.

Ihren Namen verdankt die Annualwissenschaft astronomischen Beobachtungen. Seit Menschengedenken wiederholt sich eine bestimmte Konstellation am Sternenhimmel regelmäßig. Den temporären Abstand zwischen diesen Wiederholungen nannte man in früheren Zeiten auf lateinisch anno. Davon abgeleitet das Präfix Annual. Auf Betreiben der Annualforscher erhielt der Wert anno gemäß ISO8601 (DIN 1355) das Formelzeichen a. Dabei gilt: 1 a = 365,2425 d. Das d steht für Tag oder Tage (von Niederdeutsch: Dag).

Ausgehend von einer nunmehr genau definierten Zeitspanne machten sich die Annualwissenschaftler auf die Suche nach möglichen Analogien. Den letzten Untersuchungsergebnissen zu Folge scheint man in der Tat einen direkten Zusammenhang gefunden zu haben. Die über einen längeren Zeitraum beobachtete oszillierende Verschiebung der Temperaturverhältnisse zwischen Nord-, Südhemisphäre und wieder zurück deckt sich auffallend exakt mit dem als 1 a quantifizierten Zeitabschnitt.

Max Blank, der Leiter des »Annualwissenschaftlichen Institutes« in Beulen an der Rinn, spricht deshalb von einem wichtigen Durchbruch bei der Auflösung eines der größten Rätsel der Klimageschichte. Seinen Ausführungen folgend soll auch die Frage nach dem Grund für die Synchronizität zwischen beiden beobachteten Phänomenen kurz vor der Beantwortung stehen. »Mit der Sonne hat das jedenfalls nichts zu tun«, verriet er vor ein paar Tagen in einem Spiegel-Interview vorab. Und mit einem Seitenhieb auf die Sonnengläubigen meinte er weiter: »Das sind dumme Verschwörungstheorien aus zweifelhaften pseudowissenschaftlichen Quellen. Die Sonne scheint ja auch wenn man sie nicht sieht. Zum Beispiel nachts, während sie sich auf der anderen Seite der Erde befindet. Trotzdem ist es nachts in der Regel kälter als tagsüber«.

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