Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Wider den tierischen Ernst?

Sonntag, 05. September 2010

Diese Woche kam ich mit dem Auto an eine Straßenkreuzung, an der sich zuvor ein Pkw und ein Tankwagen in die Wolle gekriegt hatten. Rettungsdienst und Polizei waren schon da, mögliche Opfer augenscheinlich versorgt. Dafür stand der stark ramponierte Pkw entgegen meiner Fahrtrichtung, während das Tankfahrzeug schräg auf der Querstraße parkte. Als ich vorsichtig um die Unfallstelle herum fuhr, schoss mir auf einmal die Warnung durch den Kopf: »Mensch, nix wie weg hier!«. Man weiß ja jetzt wie sowas ausgehen kann: Liegen gebliebener Tanklaster, Bundeswehr fordert Luftunterstützung von der NATO an, Bombenstimmung und am Ende werden die qualmenden menschlichen Überreste zu Mitgliedern der Taliban erklärt. Auf die Art möchte ich nun lieber nicht einem Verein beitreten.

Liegen gebliebener Tankwagen + Bundeswehr + NATO-Luftunterstützung + Bombenstimmung + Taliban erinnert irgendwie an wen? Richtig, an Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg. Job-Titel zurzeit: Bundesverteidigungsminister. Bald auch Träger des Ordens wider den tierischen Ernst. Die Auszeichnung, neben dem Karlspreis ein weiterer Karnevalsorden aus Aachen, soll ihm am 19. Februar 2011 bei einer Festsitzung des Aachener Karnevalsvereins (AKV) verliehen werden. Guttenberg sei authentisch, ehrlich und geradlinig und »Ein Mann der klaren Worte« heißt es in der Begründung. Was in Teilen der Bundeswehr und des Verteidigungsministeriums sicherlich vielfältige Reaktionen hervorgerufen haben dürfte. Aber was soll’s? Die Festsitzung des AKV litt schon seit Jahren unter Quotenschwund, droht gar ins Regionalfernsehen abzurutschen. Da braucht es eben einen zugkräftigen Promi, damit die Werbeeinnahmen wieder fließen. Und Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht.

Im Februar 2008 wurde Gloria von Thurn und Taxis mit dem gleichen Orden behängt. Jene Erbfürstin, die im Jahre 2001 die Ursache der starken Verbreitung von AIDS in Afrika auf den kleinsten gemeinsamen Nenner brachte. Ihrer Ansicht nach läge es daran, »weil der Schwarze gerne schnackselt«. Damit dürfte sie durchaus recht gehabt haben. Sei es wissenschaftliche oder Trivialliteratur. Bücher und andere Medien, die von der erhöhten Libido in südlicheren Gefilden handeln, füllen ganze Regalreihen. Aber das im Deutschen »öffentlich-rechtlichen« Bezahlfernsehen zu sagen, kann einem als offener Rassismus ausgelegt werden. Weshalb sich die Vertreter der »Politischen Korrektheit« damals auch eifrig echauffierten.
Siehe: Für Gloria ist das «Schnackseln» Schuld
(Schreipfähler und fehlerhafte Anführungszeichen im Original)

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Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg

Dienstag, 27. Juli 2010

Von Eva Herman

Die Loveparade in Duisburg ist zu einem Sodom und Gomorrha mit katastrophalen Folgen geworden: Mindestens neunzehn Tote, über 340 Verletzte. Bei einer Massenpanik wurden die jungen Menschen zertrampelt, stürzten von meterhohen Gerüsten herunter, über die sie sich hatten retten wollen, sie fielen bewusstlos um und gingen in den wildgewordenen Massen unter. Zu Recht werden die Toten und Verletzten nun beklagt, ein derartiges Unglück hatte es noch nie zuvor gegeben. Der frischgebackene Bundespräsident Wulff stellte in einer eiligen Reaktion schon kurz darauf »bestürzt« fest, dass eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, furchtbar sei. Friedliches Fest fröhlicher junger Leute? Wer die Loveparade kennt und wer der Berichterstattung am Samstagabend über mehrere Stunden im Fernsehen gefolgt ist, kommt allerdings zu einem völlig anderen Ergebnis:

Folgen der »Love-Parade« in DuisburgDieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW. Als handele es sich um eine Kultur-Veranstaltung auf höchstem Niveau, waren Politik und Medien, allen voran der öffentlich-rechtliche WDR, schon im Vorfeld um eine lückenlose Berichterstattung bemüht. Schließlich ist das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt 2010 geworden. Und die größte Tanzparty der Welt, die Loveparade, ist einer der absoluten Höhepunkte des Jahres! Stolz heißt es in den Vorankündigungen: »Die maximale Tongesamtleistung auf dem Gelände beträgt 750 000 Watt. Es handelt sich um eins der größten Beschallungssysteme, das je in Europa zum Einsatz kam.«

Doch was ist das in Wahrheit für eine »Kulturveranstaltung«? Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance.

Das ohrenbetäubende, stereotype Rave-Gehämmere, das nicht mehr im Geringsten etwas mit dem einstmaligen Begriff von Musik zu tun hat, zerschmettert ihnen über zahllose Stunden Trommelfelle und Nervenkostüme. Doch das scheint den 1,4 Millionen Partygästen nichts auszumachen. Sie wussten, was sie erwartet, haben sich freiwillig dazu entschieden, hierher zu kommen. Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst.

Hier weiterlesen »

Kleine Aktualisierung: Zwischenzeitlich sind es 20 Tote. Laut Untersuchungen alle durch Brustquetschungen gestorben. Für wie viele Menschen war das Gelände ausgelegt? 250.000? 1,4 Millionen Menschen auf einem so kleinen Gelände. Mit einem einzigen Zu- und Ausgang: ein langer Straßentunnel. Das sieht ja schon wie böse Absicht aus. Wenn man sich die Größenordnung vor Augen führt darf man froh sein, dass es »nur« 20 Tote gab. Obwohl schon die 20 Todesopfer 20 zu viel sind.

MfG
Hans

Peng! Du bist tot.

Montag, 05. April 2010

»Peng! Du bist tot.«, hieß es wenn wir als Kinder Cowboy und Indianer gespielt haben. Leicht gesagt. Aber was konnte schlimmstenfalls passieren? Dass der solcherart Erschossene aufstand und beleidigt rief: »So a Schmarr’n! I mog nimma!«.

Dirk Niebel (FDP)Ob die Kinder in Afghanistan auch Cowboy und Indianer spielen? Oder eher Invasor und Taliban? Ob die auch »i mog nimma« rufen können, wenn sie von richtigen Invasoren erschossen wurden? Oder von einer Bombe zerrissen? Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) forderte mehr Rückhalt in der Bevölkerung für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Die schweren Gefechte am Karfreitag hätten gezeigt, wie gefährlich die Situation für die Soldaten sei. Die Soldaten wünschen sich mehr Verständnis dafür, dass sie sich manchmal auch präventiv wehren müssen, berichtete Niebel. Dann meinte er noch: »Und sie verstehen nicht, wenn sie sich dafür in der deutschen Öffentlichkeit rechtfertigen müssen oder sogar strafrechtlich verfolgt werden«. Wenn man sowas herzzerreißendes hört oder liest kommen einem unwillkürlich die Tränen. Vor Wut.

Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg (CSU)Sollte sich ein Bundesentwicklungsminister nicht eher auf Entwicklungshilfe konzentrieren? Statt dessen wirbt er für Rückhalt in der Bevölkerung für den Einsatz der Bundeswehr in einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Wenn ich mich recht entsinne wurde die Bevölkerung nicht gefragt, ob die Bundeswehr nach Afghanistan soll. Sie wurde lediglich falsch informiert als es hieß, es gehe um einen Stabilisierungseinsatz. Aus dem Stabilisierungseinsatz wurde ein robuster Stabilisierungseinsatz, daraus wiederum kriegsähnliche Zustände und selbst Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU) spricht mittlerweile von Krieg.
Siehe: Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) spricht von „Krieg“ in Afghanistan

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Hurra, Sommerzeit!

Sonntag, 28. März 2010

Und? Gestern ein Zeichen gesetzt? Gegen Klimaerwärmung und so? Gestern Abend war weltweit Earth-Hour. Um 20:30 Uhr sollten alle Lichter für eine Stunde gelöscht und dem Erdklima bei Kerzenschein gedacht werden. Das ging jedenfalls bei etlichen öffentlichen Gebäuden so. Den meisten Privatleuten, wie auch mir, ging hingegen dieser Unfug äußerst peripher am Gesäß vorbei. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, ein deutliches Zeichen dagegen zu setzen. Nämlich alle nur irgendwie verfügbaren Lichter einzuschalten. Nachdem ich jedoch anderweitig zu tun hatte, kam ich noch nicht einmal dazu.

Klimaprediger Al GoreJetzt, wo die ersten warmen Sonnenstrahlen zum Besuch im Biergarten einladen, kriechen sie wieder aus allen Löchern hervor. Die Klimaalarmisten und Medienhuren. Ja, das war ein strenger Winter letzten Winter. Jetzt nicht wegen der Minustemperaturen, da haben wir schon kältere Winter erlebt. Sondern wegen der ganzen aufgedeckten Schwindeleien rund um das Klima. Doch wer meinte, die Klimaapologeten ließen sich von solchen Skandalen aufhalten, wird dieser Tage eines Besseren belehrt. Mit unglaublicher Dreistigkeit arbeitet man weiter an dem Märchen vom menschgemachten Klimawandel. So auch der Simpsons-Sender Pro7. Simpsons-Sender deshalb, weil das wohl die einzige Sendung ist die denen verlässliche Einschaltquoten beschert. Der Rest … naja, nett.

Fernsehen macht sowieso dumm. Also sollte man dem Glotzophon so selten wie möglich seine Aufmerksamkeit widmen. Pro7 letzten Freitag beispielsweise gar nicht. Da schämte man sich nicht, einen Tag lang bis zum späten Abend längst widerlegte Klimalügen zu verbreiten. Den Höhepunkt bildete Al Gores »Eine unbequeme Wahrheit«. Ein Film, der laut Gerichtsurteil an englischen Schulen nicht mehr als Dokumentarfilm vorgeführt werden darf. Die englischen Lehrer, die den Film trotzdem zeigen wollen, müssen ihre Schüler auf den fiktionalen Charakter des Machwerks hinweisen. Was Pro7 natürlich nicht muss, denn der Sender gehört ja zu den »Deutschen Qualitätsmedien™«. Die haben die Lizenz zu lügen.

Keine Lüge hingegen ist die Umstellung auf Sommerzeit. Letzte Nacht um 2:00 Uhr stellte man die Uhren um eine Stunde vor. Kolossal überflüssig, wie wir längst gelernt haben. Die erhoffte Energieeinsparung als veritablen Schuss in den Ofen zu bezeichnen wäre schamlos untertrieben. Vielmehr ging der Schuss nach hinten los. Es wird nach einschlägigen wissenschaftlichen Studien durch die Sommerzeitumstellung eher mehr als weniger Energie verbraucht. Ganz davon abgesehen, dass Menschen, Haus- und Nutztiere die nächsten 14 Tage durch die Verschiebung der Gewohnheiten von der Rolle sein werden.

Nicht nur das. Wie der »Auto Club Europa (ACE)« meldet, steigen nach der Sommerzeitumstellung die Unfallzahlen erheblich an. Nachvollziehbar, denn der Mensch ist schließlich kein Roboter. Die Müdigkeit – hervorgerufen durch den verschobenen Zeitablauf – birgt zusammen mit aufkeimenden Frühlingsgefühlen ein naturgemäß erhöhtes Unfallrisiko. Meint man wenigstens beim ACE. Also die nächsten Tage besonders aufmerksam fahren, damit unser heilig’s Blechle in einem Stück bleibt und wir selbst natürlich auch.

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Knabenliebe

Sonntag, 21. März 2010

Wer das Gesicht nicht kennt: Das ist Daniel Cohn-Bendit in jüngerem Alter. Heute Fraktionschef der Grünen im Europaparlament. Ein offenbar recht kinderlieber Mensch. In den 1970ern engagierte Cohn-Bendit sich in der Betreuung von Kleinkindern und 4- bis 6-Jährigen. In der gezeigten Diskussionsrunde erzählt er ungeniert: »A kid’s sexuality is absolutely fantastic«. Und im weiteren Kontext: »You know, when a five year-old little girl starts undressing you, it’s great. It’s great because it’s a game, a game absolutely eroticomaniac«. Auf den Einwurf eines Diskussionsteilnehmers, das sei verstörend, antwortete er: »Come on, you were expecting this. Not quite?«. Das muss ich jetzt nicht extra übersetzen, oder? Cohn-Bendit hatte mit pädophilen Spielchen offensichtlich nicht das geringste Problem.

In der ARD-Fernsehsendung »Das Da« bekannte er 1976 ebenso freimütig: »Es ist mir mehrmals passiert, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Aber wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt. Da hat man mich der Perversion beschuldigt«. Und das sicherlich zu Recht. Cohn-Bendit, Jahrgang 1945, war zu jener Zeit der Kinderbetreuung längst im Erwachsenenalter und hätte wissen müssen was sich gehört und was nicht.
Zitatquelle: Wikiquote – Daniel Cohn-Bendit

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Nicht nach oben schauen!

Sonntag, 14. März 2010

Denn man könnte etwas zu sehen bekommen, was einem nicht gefällt. Oder man selbst könnte der sein, der nicht gefällt. Es gibt sie in vielen Zukunftsmärchen. Fliegende technologische Plagegeister, die beobachten oder auch bestrafen. In den 1970er und 80er Jahren schien uns das alles noch in weiter Ferne. Doch blieb die Entwicklung entgegen aller Unkenrufe nicht stehen. Wie es aussieht, leben wir bereits in jener bedrückenden Zukunft. Zumindest ist die Technologie schon da und wird schamlos eingesetzt. Aber keine Angst, nicht hier bei uns in westlichen Gefilden.

Vor ein paar Tagen kam im Fernsehen – welcher Sender weiß ich nicht mehr – ein US-Krimi. Eine der üblichen Fließbandproduktionen. Der Fernseher läuft bei mir meist nur nebenbei. Aber an speziell diesen Krimi kann ich mich erinnern, weil ein schwarzer Cop zu einem weißen Cop sagte dass die USA jetzt einen schwarzen Präsidenten hätten und die Dinge nun gründlich anders laufen würden. Was unwillkürlich ein Grinsen in mein ansonsten mürrisches Gesicht zauberte. Barack Hussein Obama ist der lebende Beweis dafür, dass Demokratie nicht funktioniert. Jedenfalls die nicht, die man uns tagtäglich vor Augen führt. Obamas Wahlkampf wurde dem Volk als »Graswurzel-Revolution« verkauft. Menschen spendeten Geld dafür, obwohl der Mann von der Hochfinanz gesponsort wurde. Selbst hier in Deutschland hatte Obama eine große Anhängerschar. Wohlgemerkt, hatte. Sein deutscher Fanclub ist nach etwas über einem Jahr Amtszeit ebenso geschrumpft wie die Zustimmung des US-Wahlvolkes.

Die »We are change« und »Yes, we can!« Parolen haben sich als genau das entpuppt, was viele Menschen bereits vorher wussten. Aus »Yes, we can!« wurde ein entschiedenes »Yes, we could« und Obamas »change« gerierte zu einem »We are continuing Bush«. Der Möchtegernheiland führt die menschenverachtende Politik fort, die unter den Neokons der Republikaner quasi salonfähig wurde. Zu dem Thema habe ich einen sehr lesenswerten Artikel von Gerhard Wisnewski gefunden, der genau das zum Ausdruck bringt.

Obama: Yes, we can kill

Von Gerhard Wisnewski

Tja, unser Barack Obama. Hat man doch gleich geahnt, dass »Yes, we can« irgendwie unvollständig ist. Der gute Barack wollte uns einfach nicht sagen, was wir nun eigentlich können. Nun wissen wir es: »Yes, we can kill« …

Obama: Yes, we can killIrgendwie sind seine Fans ziemlich still geworden. Kein Wunder: Da killt er in Pakistan fröhlich vor sich hin und knipst »Terroristen«, aber auch Zivilisten von der Luft aus ab. Mit ferngelenkten Drohnen. Ist ungefähr so wie ein Videospiel. Jemand sitzt an einem Bildschirm und betätigt einen Stick – und »paff«: Weg ist der Terrorist. Oder wer auch immer. Denn natürlich kann man Terroristen von Zivilisten gar nicht unterscheiden. Es ist ja das Wesen des Terroristen, dass er in zivil unterwegs ist. Uniformiert ist nur eine reguläre Truppe. Befindet sich der Terrorist in Wirklichkeit also gar nicht am Boden, sondern quasi am anderen Ende des Sticks? Oder gar im Weißen Haus? Das zu beweisen, erfordert nur ein wenig simple Logik.

»Darf ein demokratischer Rechtsstaat per Mausklick töten?«, grämt sich das Zentralorgan »Spiegel Online« angesichts des US-Drohnenkrieges gegen »Al-Qaida« in Pakistan. Eine gute Frage, die aber zu kurz greift. Denn entscheidend ist ja nicht die bloße Technik, sondern die Frage, ob ein demokratischer Rechtsstaat überhaupt relativ wahllos Menschen massakrieren darf – ohne Gerichtsverfahren, ohne Urteil. Und selbstverständlich auch ohne Beweise. Denn wen die USA nun warum zum »Terroristen« ernennen – womöglich h.c. –, bleibt im Wesentlichen ihr Geheimnis. Die wirkliche Frage muss daher lauten: »Kann ein Staat, der relativ wahllos Menschen tötet, ein demokratischer Rechtsstaat sein?« Und die Antwort lautet natürlich nein. So etwas kann nur ein menschenverachtendes Regime tun.

Zum Artikel …

»Moderne Zeiten« war vorgestern. »Mörderische Zeiten« ist heute. Nie wurde mehr Geld dafür ausgegeben, andere Menschen ins Jenseits zu befördern. Forschungsmittel fließen nahezu uneingeschränkt, wenn es darum geht noch effektivere Kontroll- und Tötungswerkzeuge zu entwickeln.

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Räterepublik

Samstag, 06. März 2010

Natürlich weiß ich was eine Räterepublik ist. Im Prinzip wenigstens. Was ich im Moment nicht weiß ist, wer sich eventuell in der Deutungshoheit über diese Begrifflichkeit wähnt. Man muss ja heutzutage aufpassen. Am Ende gerät man mit seiner Wortwahl in die Nähe von Gefilden, in denen längst schon jemand seine Schürfrechte gesichert hat. Doch bevor gleich irgendeinem oder irgendeiner vor Empörung die Halsschlagader platzt; ich möchte gar keinen Vergleich zu einer wie auch immer gearteten Räterepublik wagen. Nein wirklich, ich werde den Begriff hier nur missbräuchlich verwenden.

Seit Aschermittwoch herrscht Fastenzeit im traditionsbewussten Bayern. Also jenem Bayern, wo die Welt noch in Ordnung scheint. In der Zeit des Fastens wird, wie der Name schon sagt, gefastet. In früheren Jahrhunderten nach strengen kirchlichen Regeln, an die sich alle zu halten hatten. Des lieben Seelenheiles wegen. Doch war damals wohl niemand so erfindungsreich wie der Klerus selbst, wenn es darum ging die Fastenregeln etwas komfortabler zu gestalten. Auch wenn das Fleischessen verboten war, Fische waren es nicht. Sie durften nur nicht über einen runden Teller hinausragen. Also züchtete man Karpfen mit einem höheren Rücken. Kopf ab, Schwanz ab, und er füllte den Teller aus, ohne über den Rand zu hängen.

Salvator-Ausschank auf dem Nockherberg 1890Doch lebt der Mönch nicht vom Fisch allein, auch Bier kann ganz schön nährstoffreich gebraut werden. Mit vergleichsweise viel Alkohol zwar, aber es diente ja der Sättigung des darbenden Fastenbruders. Dieses gehaltvolle Bier wurde wegen seiner oft niederschmetternden primären Nebenwirkung Starkbier genannt.

Seit dem späten 18. Jahrhundert konnten die Paulanermönche mit königlich-bayerischer Erlaubnis ganzjährig Bier ausschenken. In der Fastenzeit durfte es dann gerne auch mal eine Maß Starkbier sein. Durch die Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts ging die Brauerei der Paulanermönche auf dem Münchner Nockherberg in weltliche Hände über. Der neue Pächter und spätere Besitzer der Brauerei führte die Tradition des Starkbieranstichs ein. Ein Fest, bei dem das neue Starkbier eines jeden Jahres großzügig probiert wurde. Über die Jahre entwickelte sich der Starkbieranstich zu einem Spektakel. A-, B- und C-Prominenz feiert immer wieder ein Stelldichein und die Vertreter aus Landes- und Bundespolitik dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Für Letztgenannte hat es einen besonderen Grund. Denn sie müssen Gesicht zeigen und herzhaft lachen, wenn sie von einem eigens bestellten Kabarettisten »derbleckt« werden. Sonst könnte ja der Verdacht entstehen, der Kabarettist hätte recht mit seinen Anwürfen. »Derblecken« hat nicht etwa mit »derb lecken« zu tun, wie es schon mal jemand den ich kenne übersetzt hat. »Derblecken« kommt vom lächelnd die Zähne blecken, während man seinem Gegenüber satirisch überhöht den Spiegel vorhält. Was dann durchaus derb ausfallen kann und manch einer der so Gescholtenen im stillen Kämmerlein seine Wunden lecken dürfte. Aber Tradition ist Tradition und wer in die Politik geht muss eben etwas aushalten können. Doch bleibt es nicht aus, dass es auch Spielverderber gibt. Leute, die jedes Wörtchen auf die Goldwaage legen und immer alles aufbauschen müssen.

Der Schauspieler Michael Lerchenberg gab seit dem Jahr 2008 den »Bruder Barnabas« auf dem Nockherberg. In der Verkleidung als Paulanermönch »derbleckte« er die Politikerkaste. Zur Freude des Publikums und augenscheinlich auch zur Freude der Betroffenen. Kunst – in diesem Fall die kabarettistische – darf bekanntlich alles. Doch halt, Vergleiche mit bestimmten Geschehnissen in der Vergangenheit sind ebenso riskant wie die Verwendung von mit Deutungshoheit belegten Worten.


Dieses Video besteht aus fünf Teilen, die automatisch nacheinander abgespielt werden. Die beanstandeten Äußerungen befinden sich im dritten Teil ab Zeitmarke 2:30. Der Bayerische Rundfunk hat seine Aufzeichnung mittlerweile zensiert.

Auf diesem Wege vielen Dank an Youtube-Benutzer »Merkelfanclub«.

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Griechische Philosophie

Sonntag, 28. Februar 2010
Europa, eine Gestalt der griechischen Mythologie, ist die Tochter des phönizischen Königs Agenor und der Telephassa. Zeus verliebte sich in sie. Er verwandelte sich wegen seiner argwöhnischen Gattin Hera in einen Stier. Sein Bote Hermes trieb eine Kuhherde in die Nähe der am Strand von Sidon spielenden Europa, die der Zeus-Stier auf seinem Rücken entführte. Er schwamm mit ihr nach Matala auf der Insel Kreta, wo er sich zurückverwandelte. Der Verbindung mit dem Gott entsprangen drei Kinder: Minos, Rhadamanthys und Sarpedon. Auf Grund einer Verheißung der Aphrodite wurde der fremde Erdteil nach Europa benannt.

Quelle: Wikipedia

Gustave Moreau - Europa und der Stier

Der erwähnte fremde Erdteil ist der auf dem wir heute leben. Ein Kontinent mit einer – wenn man so sagen darf – abwechslungsreichen Geschichte. Der jüngste Abschnitt in dieser Geschichte ist die Vereinigung aller autochtonen Völker Europas unter großzügiger Beimengung fremder Ethnien zu einem europäischen Superstaat. Das in den üblichen Sonntagsreden erklärte Ziel dabei ist, gleiche Lebensverhältnisse für alle Europäer zu schaffen. Wie das in der Praxis aussieht, erleben wir seit den 1990er Jahren. Die ärmeren Staaten in der Europäischen Union wurden nicht auf deutsches Niveau angehoben, sondern das deutsche Niveau sank zu Gunsten der anderen.

Mit dazu beigetragen hat die Gemeinschaftswährung, der Euro. Jener Währung, bei deren vertraglicher Festlegung der damalige französische Präsident François Mitterrand sinngemäß sagte: »Das ist wie Versailles, nur ohne Krieg« (Versailles sans guerre). Vor Einführung der Eurozone war es beliebte Tradition, den Franc, die Lira, die Peseta oder die Drachme gegenüber der D-Mark abzuwerten. Die D-Mark galt als »harte Währung«. Denn bei allem Nationalstolz der übrigen Länder wirtschaftete kein Land in Europa so fleißig und erfolgreich wie Deutschland. Das ging auch nach dem Start der Eurozone so weiter. Deutschland war viele Jahre in Folge Exportweltmeister, nunmehr allerdings mit »Mitessern«.

Freilich gab und gibt es strenge Kriterien für jene, die an der Eurozone teilnehmen wollen. Sie müssen unter anderem stabile öffentliche Haushalte vorweisen und ihre Neuverschuldung soweit im Zaum halten, dass sie die Gemeinschaftswährung nicht über Gebühr belasten. Der so genannte Stabilitätspakt, nach dem zum Beispiel kein Teilnehmerstaat ein jährliches Haushaltsdefizit von mehr als 3 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) haben darf.

Griechenland erfüllte 2001 die Kriterien dieses Paktes. Allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler. Man hatte die Bücher frisiert und über die Jahre mithilfe der US-Investmentbank Goldman Sachs eine weit niedrigere Verschuldung des Haushalts vorgegaukelt. Dank des Euro kam Griechenland wesentlich leichter und billiger an internationale Kredite. Was man in Athen weidlich nutzte. Der systematische Betrug flog auf, nachdem es im Oktober letzten Jahres einen Machtwechsel in der griechischen Regierung gab. 2008 hatte die frühere Regierung unter Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis noch eine Neuverschuldung von 3,7 % nach Brüssel gemeldet. Was man unter den damals gegebenen Umständen wohl als Lapsus betrachtete. Ende 2009 ließ die neu gewählte Regierung unter Georgios Papandreou die Hosen runter. Plötzlich waren es 12,7 % des BIP.
Siehe: Haushaltskrise: Goldman Sachs half Griechenland bei Schuldenkosmetik

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Freiheitlich-Demokratischer Rechtsstaat™

Sonntag, 21. Februar 2010

Dresden nach der BombardierungZwischen dem 13. und 15. Februar 1945 wurde Dresden von alliierten Luftverbänden bombardiert. Die Stadt wurde dabei durch die Sprengwirkung der Bomben und durch den gezielt entfesselten Feuersturm dem Erdboden gleichgemacht. Die Einwohnerzahl der Stadt lag damals bei über 600.000 Menschen. Hinzu kamen – je nach Quelle – zwischen 200.000 und 700.000 Flüchtlinge aus dem Osten, die in der bis dahin vom Bombenterror unversehrten Stadt Zuflucht suchten. Dresden war angesichts der absehbaren Niederlage des Deutschen Reiches kein wirkliches militärisches Ziel mehr. Auch wenn sich dort im näheren und weiteren Umfeld diverse kriegswichtige Betriebe befanden und Dresden einen Eisenbahnknotenpunkt besaß. Der Nachschub, die Materialversorgung, war zu diesem Zeitpunkt längst zusammengebrochen. Sodass die Stadt keine kriegsentscheidende Bedeutung mehr hatte. Sie war lediglich noch Ziel für das so genannte »moral bombing« der angloamerikanischen Streitkräfte, die ihre Bombenladungen hauptsächlich über der Innenstadt und den Wohngebieten entluden.

Während man es in anderen Zusammenhängen mit Opferzahlen und dem Glauben an bestimmte Darstellungen nicht so genau nimmt und professionelle forensische Untersuchungen meidet wie der Teufel das Weihwasser, wird die Bombardierung Dresdens ein ums andere Mal »ergebnisoffen« durchleuchtet. Dabei überbieten sich »seriöse Historiker« in der militärischen Bedeutung der Stadt. Unterbieten sich gleichermaßen bei der Schätzung der Todesopfer. Noch im Jahre 2006 trat ein britischer »Historiker« vor die Fernsehkameras und vermeldete bewegt, es gab »nur« 35.000 Opfer der Bombardierungswellen. Zwischenzeitlich ist offiziell von mindestens 18.000 aber höchstens 25.000 Toten die Rede. Man sieht, wohin der Trend geht. Bis 2020 wird man wohl herausgefunden haben, dass Dresden im Februar 1945 eine evakuierte Geisterstadt gewesen sei und sich dort während die Bomben fielen nur Mäuse und Ratten aufhielten. Demgemäß also eine wie auch immer ausfallende Opferzahl rechtsextremes Gedankengut von notorisch Ewiggestrigen sein müsse.

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Frontalangriff

Dienstag, 19. Januar 2010

Von Oliver Janich

In der Debatte um Nacktscanner geht eines völlig unter: Die Geräte verletzen nicht nur die Menschenwürde, sondern die Bürger ganz direkt. Zum Scannen werden nämlich Krebs erregende Röntgenstrahlen eingesetzt. Der Vorsitzende der Strahlenschutzkommission des Bundes(!) warnt deshalb vor den Geräten. Natürlich wird man uns bald erzählen, dass es Geräte neuerer Generation gibt, die nicht schädlich sind. Und Schweine können fliegen. Herhalten muss mal wieder ein versuchter Terroranschlag. Dabei hätten die normalen Sicherheitsmaßnahmen ausgereicht, denn der mutmaßliche Attentätter hatte noch nicht einmal einen gültigen Reisepass. Für jeden Eingriff der Politik in die Freiheit gibt es scheinbar plausible Begründungen. Die vom Grundgesetz garantierte Freiheit der Bürger wird wahlweise mit dem Sicherheitsargument, der sozialen Gerechtigkeit oder einer angeblichen Umwelkatastrophe ausgehebelt.

Quelle: Focus Money Nr. 3 vom 13. Januar 2010

Jetzt mag der eine oder andere vielleicht fragen, was hat so eine Kolumne in einem Wirtschaftsmagazin verloren. Nun, bei Focus Money traut man sich offensichtlich was. Zu sowas muss man ermutigen. Natürlich möchte ich hier keine Werbung machen, dieser Blog ist nicht kommerziell. Aber es ist schön zu sehen, dass der Mainstream langsam aufwacht.

MfG
Hans