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Archiv für die Kategorie ‘9/11’

Hey Obama! Bomb Saudi Arabia! And Qatar too!

Sonntag, 08. September 2013

Nein zum Krieg gegen SyrienQualität made in Germany ist gefragt. Auch in Saudi Arabien. Da kann man es sich leisten. Das Land soll in den letzten 25 Jahren dutzendweise Panzer, hunderte Kampfflugzeuge und tausende Raketen aus Deutschland gekauft haben. Und man will noch mehr. Beispielsweise Leopard-II-Panzer und Schnellboote für die Küstenpatrouille. Andere Dinge beschaffen sich die Saudis auf dem übrigen Weltmarkt. Wie etwa das Kampfgas Sarin. Obwohl eine Deutsche Erfindung (1938, IG-Farben, Leverkusen), wird es hierzulande aus naheliegenden Gründen nicht mehr produziert. Doch wenn es die Deutschen nicht haben, die USA können es liefern. Letztere werden weniger von Skrupel geplagt.

Sarin soll übrigens das Kampfgas gewesen sein, das in Syrien 1.400 Menschen getötet hat. Und alle sind sich einig, dass der böse Diktator Baschar al-Assad damit seine Zivilbevölkerung bombardierte. US-Präsident Obama weiß es, sein Außenminister und Vietnam-Kriegsverbrecher John Kerry weiß es, Frankreichs Minipräsident Hollande weiß es und unser regierender Hosenanzug weiß es auch. Die USA haben sogar Beweise für Assads Schuld. Nunja; genau genommen hatten die USA damals auch Beweise für die Massenvernichtungswaffen, die Saddam Hussein angeblich gegen die ganze Welt gerichtet hielt. Zumindest besaßen sie wohl noch die Lieferscheine. Man möchte fast über diesen Witz lachen. Hätten die US-amerikanischen »Beweise« damals nicht den Grund für den Irak-Krieg 2003 geliefert, der bereits über eine Million Menschenleben gekostet hat.

Oder wie war das mit Afghanistan 2001? 16 der 19 angeblichen Flugzeugentführer des 11. September 2001 stammten aus Saudi Arabien. Osama bin Laden stammte aus Saudi Arabien. Er hielt sich mit Duldung der Taliban in Afghanistan auf. Die Taliban hatten mit dem Angriff auf die Twin-Towers in New York nichts zu tun. Und Osama bin Laden bestritt zu Lebzeiten stets eine Beteiligung. Frage: Warum haben die USA dann nicht Saudi Arabien bombardiert, wenn der Großteil der von den USA verdächtigten Personen von dort stammte? Der angebliche Anführer der Attentäter – Mohammed Atta – hatte 10 Jahre in Hamburg gelebt und studiert. Warum wurde dann nicht Hamburg bombardiert? Die angeblichen Attentäter bekamen in den USA Flugstunden, damit sie zumindest theoretisch in der Lage gewesen wären ausgewachsene Verkehrsflugzeuge in ihre Ziele zu lenken. Zwar waren die Fluglehrer einhellig der Meinung, ihre Schüler wären dafür viel zu dämlich gewesen. Doch warum bombardierten die USA dann nicht ihre eigenen Flugschulen zur Strafe?

Aber die Syrer, die haben jetzt Massenvernichtungswaffen gegen ihr eigenes Volk eingesetzt. Ganz sicher. Syriens Militär auf Geheiß des Präsidenten oder seines bösen kleinen Bruders, so genau will man sich da nicht festlegen. Das ist bekanntlich auch nicht nötig, denn das Wort des US-Präsidenten sollte uns genügen. Wenn der sagt, Assad wars, dann war es Assad. Getreu der Weisheit aller Diktatoren: Es ist nicht wichtig, ob eine Behauptung wahr oder falsch ist. Sie muss nur oft genug wiederholt werden. Flankiert von Meldungen von einem Deutschen Spionageschiff, das im Mittelmeer Funksprüche zwischen syrischen Militärs und ihrer Regierung aufgeschnappt haben will. Demnach hätten die Generäle den syrischen Präsidenten mehrmals dazu aufgefordert, den Einsatz von chemischen Waffen zu erlauben.
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Warmsanierung an 9/11

Dienstag, 11. September 2012

WTC-Puzzle für FortgeschritteneHoppla! Das hatte ich ja ganz vergessen. Heute ist wieder elfter September. Der elfte Jahrestag des warmen Rückbaus im World Trade Center. Jenem asbestverseuchten Relikt aus den 1970ern, das man nicht sanieren wollte weil es viel zu teuer gekommen wäre. Selbst der Abriss hätte mehr gekostet als der Bau. Ein an sich unlösbares Problem – außer man nimmt richtig viel Geld in die Hand und tut entweder das Eine oder das Andere. Gut, unsereins sieht das vielleicht ein bisschen eng. Weil einem normalen Menschen einfach die Skrupellosigkeit fehlt, eine Warmsanierung mit Menschen drin ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Als Larry Silverstein am 24. Juli 2001 den Zuschlag für den 99-jährigen Pachtvertrag auf die beiden Zwillingstürme des World Trade Centers erhielt, war die Asbestverseuchung der Gebäude längst bekannt. Es war deswegen bereits eine Sammelklage anhängig und nur noch eine Frage der Zeit, wann die Gebäude evakuiert und geschlossen werden müssen. Bei einer Autoversicherung hätte man von einem wirtschaftlichen Totalschaden gesprochen. Trotzdem ließ es sich der Baulöwe Silverstein nicht nehmen, den Vertrag abzuschließen. Der mit allen Wassern gewaschene Mann rannte also sehenden Auges in ein 99 Jahre dauerndes Verlustgeschäft?

Doch wie es der Zufall so will, saß da in den Bergen von Afghanistan ein böser islamistischer Waldschrat mit Rauschebart, wirrem Blick und gleichfalls wirr im Geiste. Versteckt in einer Höhle heckte er den finsteren Plan aus, Larrys Türme in Schutt und Asche zu legen. Er weckte 19 seiner schlafenden Kämpfer, die bis dahin als harmlose Studenten – auch in Deutschland – ein beschauliches Dasein fristeten. Bezahlte ihnen Flugunterricht in den USA und befahl, sie sollen sich danach mit entführten Verkehrsflugzeugen in Larrys versifftes World Trade Center stürzen. Selbstverständlich hatten die nunmehr erweckten Kämpfer nichts Eiligeres zu tun als dem Befehl nachzukommen. Und hauchten heute vor genau elf Jahren – nach einem letzten Blick in den Koran – ihr junges Leben beim Landeanflug in die Zwillingstürme aus. Zusammen mit über 3.000 anderen Opfern.

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Man wird ja wohl noch fragen dürfen

Montag, 03. Oktober 2011

Ein bisschen spät – voriges Wochenende war ich anderweitig gebunden – aber dennoch nicht vergessen: Papst Benedikt XVI. sprach in seiner Eigenschaft als Staatsoberhaupt des Vatikan vor dem Deutschen Bundestag und Mahmud Ahmadinedschad sprach in seiner Eigenschaft als Regierungschef des Iran vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen.

Wenn der Papst vor dem Deutschen Bundestag eine historische Rede hält, dann lassen sich drei Dinge mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen. Auch ohne jegliche prophetische Begabung. Erstens werden im Vorfeld wieder die alten Kindersexskandale in der Katholischen Kirche aufs Tapet gebracht. Zweitens werden Abgeordnete in hellen Scharen der Rede fernbleiben. Drittens wird der Papst schlau genug sein, mit seiner Rede den »Deutschen Qualitätsmedien™« keine Angriffsfläche zu bieten.

Wenn Mahmud Ahmadinedschad vor den Vereinten Nationen auftritt und eine Rede hält, dann lassen sich drei Dinge mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen. Auch ohne jegliche prophetische Begabung. Erstens wird Ahmadinedschad kluge Fragen stellen. Zweitens werden ganze Delegationen in hellen Scharen den Sitzungssaal verlassen. Drittens steht kurz darauf in den »Deutschen Qualitätsmedien™« zu lesen, welche Ungeheuerlichkeiten Ahmadinedschad mal wieder vom Stapel gelassen hat.

Papst Benedikt XVI. hat gegenüber Mahmud Ahmadinedschad in der deutschen Medienlandschaft einen unschätzbaren Vorteil. Er spricht Deutsch. Weshalb es schwer fallen dürfte den Inhalt seiner Äußerungen nennenswert zu verfälschen. Und wenn über 100 Abgeordnete von LinkInnen, SozialdemokratInnen und GrünInnen dem Plenarsaal fernblieben, stellten sie sich nur selbst ein Armutszeugnis aus. Indem sie die vielen gläubigen Katholiken auf dem Gebiet der BRD missachteten. Also konnte der Papst nur gewinnen.

Anders hingegen Mahmud Ahmadinedschad am 21. September in New York vor der UNO. Während seiner Rede verließen ganze Delegationen von NATO-Staaten den Sitzungssaal wie brave Kindergartenkinder. Der Deutsche Außenminister (Wie heißt der noch gleich?) glänzte von Haus aus durch Abwesenheit. Und offenbar waren die »Deutschen Qualitätsmedien™« auch nicht zugegen. Denn wie ließe sich sonst der Bockmist erklären, der tags darauf in Presse, Funk, Fernsehen und Internet verzapft wurde?

tagesschau.de zum Beispiel schreibt:

Eklat bei UN-Vollversammlung in New York

Ahmadinedschads Rundumschlag gegen den Westen

Mit wüsten Beschimpfungen gegen die USA, die NATO und den Westen allgemein hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad wieder für einen Eklat bei den Vereinten Nationen gesorgt. Dutzende Delegierte aus den USA, Europa und anderen Staaten verließen in New York demonstrativ den Saal, als Ahmadinedschad „die, die sich freiheitliche Demokratien nennen“, als „Wurzel des Bösen“, als „Sklavenmeister und Kolonialherren von damals“ bezeichnete.

„Krude Tiraden“ gegen den Westen

Auch die deutsche Delegation ging hinaus. Ein Sprecher des Außenministeriums begründete dies mit Ahmadinedschads „kruden Tiraden“ gegen die USA, Israel und den Westen insgesamt. Außenminister Guido Westerwelle war zu der Rede gar nicht erst erschienen.

Aus französischen Delegationskreisen hieß es, die Europäer hätten sich vorab auf das Verlassen des Saales verständigt, sobald Ahmadinedschad den Holocaust erwähne.

„Wirkliche Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Glück sind das Recht aller Nationen. Das kann nicht von der Arroganz und den Gewehrläufen der NATO unterdrückt werden“, hatte Ahmadinedschad gesagt. Die Medien seien unter einer „imperialistischen Knechtschaft und schweigen jeden tot, der den Holocaust und die Ereignisse des 11. Septembers 2001 in Frage stellt“.

Entschädigungszahlungen wegen Sklaverei gefordert

Außerdem machte er die USA für Kriege und die Finanzkrise verantwortlich und forderte den Westen zu Entschädigungszahlungen wegen der Sklaverei auf. „Sie unterstützen offiziell Rassismus“, sagte Ahmadinedschad. Er empfahl zugleich eine neue Weltordnung. Erlösung von Tyrannei und Diskriminierung könne nur Allah bringen.

Vor dem UN-Gebäude protestierten derweil Hunderte Menschen gegen die Anwesenheit des iranischen Präsidenten.

Vor einem Jahr hatte Ahmadinedschad für einen ähnlichen Eklat gesorgt, als er behauptete, die Amerikaner hätten die Anschläge vom 11. September, bei denen fast 3000 Menschen starben, selbst inszeniert.

Quelle: tagesschau.de – Ahmadinedschads Rundumschlag gegen den Westen

Dieser Tenor zieht sich durch die ganze Medienlandschaft. Egal ob Spiegel, Focus, Welt – um nur drei zu nennen. Besonders dreist an der Stelle wie üblich die »Bild«. Die setzt auf bewährten Hetzjournalismus, wie weiland Julius Streicher. Zu rein dokumentarischen Zwecken möchte ich hier das Pulitzer-Preis verdächtige Meisterwerk journalistischen Schaffens konservieren.

Irrer Auftritt in New York
Ahmadinedschad: 9/11 war inszeniert!
IRANS PRÄSIDENT VERBREITET NEUE WAHNSINNS-THESEN

Der Irre von Teheran kann es nicht lassen! Jetzt behauptet Präsident Mahmud Ahmadinedschad, die Anschläge vom 11. September seien inszeniert gewesen…

Die UN-Vollversammlung am Donnerstag in New York:

Dutzende Delegierte verließen den Saal bereits, als Ahmadinedschad den Westen und die USA für Weltkriege, Massenmord und Vertreibung verantwortlich machte.

Die US-Delegation wie auch zahlreiche Europäer äußerten auf diese Weise ihren Protest.

HASS-REDE

„Einige europäische Länder nutzen jetzt noch, nach sechs Jahrzehnten, den Holocaust als Ausrede, die Zionisten in Israel mit Geld zu versorgen“, sagte Ahmadinedschad laut UN-Übersetzung vor der UN-Vollversammlung.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Ahmadinedschad seine Auftritte vor der Generalversammlung zum verbalen Rundumschlag gegen den Westen genutzt.

IRRES INTERVIEW

Nach seinem Eklat-Auftritt vor der Uno legte der iranische Despot dann noch mal nach:
Im Interview mit der Nachrichtenagentur AP bezeichnete Ahmadinedschad die Anschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 als inszeniert!

Als Ingenieur sei er sich sicher, dass die beiden Wolkenkratzer nicht allein durch den Aufprall der Flugzeuge zum Einsturz gebracht werden konnten.
Die irre These des Irren von Teheran: Es soll eine geplante Explosion stattgefunden haben!

Rund um die Ereignisse bestünden offene Fragen, mit denen sich die Welt noch beschäftigen müsse, sagte Ahmadinedschad weiter.

Ein Besuch des Ground Zero war dem iranischen Präsidenten im vergangenen Jahr verweigert worden. In diesem Jahr werde er nicht erneut einen Antrag stellen, sagte er.

Stattdessen schockiert er die Welt mit seinen Wahnsinns-Thesen!

In dem AP-Interview schreckte Irans Präsident zwar davor zurück, der amerikanischen Regierung direkt ein Komplott zu unterstellen.

Er sagte aber: Es gebe in der Welt Zweifel – ob damals alles mit rechten Dingen zugegangen sei.

Quelle: Bild – Ahmadinedschad: 9/11 war inszeniert!

»Die ›Bild‹ ist sicher nicht die filigranste Geige«, lässt man so oder ähnlich einen bezahlten C-Promi in der Fernsehwerbung sagen. Zum Verfasser des vorher gehenden Machwerkes fällt mir nur die Geige ein, die mit A anfängt. Nun muss man niemand groß erklären, was die »Bild« ist. Irgendwo habe ich mal den Satz aufgeschnappt: »Wer die Bild für eine Zeitung hält, der betrachtet auch eine Kosmetikerin als Gehirnchirurgin«. Doch selbst einer Rolle Klopapier ließe sich das Etikett »Zeitung« ankleben. Vermutlich fänden sich sogar zahlungswillige »Leser« dafür. Wen würde das überraschen in einer Welt, in der weiße Leinwände zum Kunstwerk und Zahlenreihen aus einem Zufallsgenerator zur musikalischen Komposition verklärt werden?

Auch wenn die Länge des Textes den Rahmen hier eindeutig sprengt möchte ich an dieser Stelle den viel gescholtenen Mahmud Ahmadinedschad selbst zu Wort kommen lassen:

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Märchenstunde an 9/11

Sonntag, 11. September 2011

Es war einmal vor langer Zeit in einem Land, weit weit entfernt von hier. Es war das Reich der Braven. Das führte viele Jahre Krieg gegen ein anderes Land, dem Land der Fiesen. Sie führten untereinander keinen Krieg mit Soldaten und Schwertern, es war eher ein politischer und wirtschaftlicher Krieg. Jedes Land schalt das andere, es würde alles falsch machen. Man intrigierte und verleumdete sich gegenseitig. Die Gelehrten, die Geschäftsleute, die Handwerker und die Bauern der beiden Länder waren spinnefeind und ließen kein gutes Haar an den Kollegen des jeweils anderen Landes. Die Ritter und die Fußsoldaten auf beiden Seiten bekamen immer bessere und stärkere Waffen, damit sie gegen einen Angriff der Gegner gewappnet waren. Und gegenseitig drohten sie einander, die Welt in den Abgrund zu reißen wenn die anderen es wagten sie anzugreifen.

Doch eines schönen Tages fanden die Fiesen, dass sie eigentlich gar nicht fies sein wollten. Sie legten einfach ihre Waffen nieder und streckten den Braven die Hand zur Versöhnung entgegen. Der niemals erklärte Krieg fand ein jähes Ende. Im Reich der Braven und in der übrigen Welt herrschte eitel Freude. Endlich gab es einen dauerhaften Frieden. Niemand musste sich mehr vor der Zukunft fürchten. Und so begannen glückliche Jahre.

Leider währte das Glück nicht sehr lange im Reich der Braven. Die Handwerker, die bis dahin die Waffen anfertigten und gut davon lebten, hatten plötzlich keine Arbeit mehr. Ebenso erging es den Geschäftsleuten, die dem Militär all die Waffen verkauften. So zogen sie zusammen zum Schloss des Königs. Sie verlangten nach einem neuen Krieg, damit sie wieder Taler verdienen konnten. König Georg I. – der zu der Zeit das Reich der Braven regierte – war kein sehr weiser Mann. Aber er hatte reiche Freunde. Die hoben ihn einst auf den Thron. Einige von denen verdienten ebenfalls viele Taler an dem lange währenden Krieg, der niemals ausgebrochen war. Auch bei ihnen drohte der stete Strom an Talern zu versiegen.

TinktankIn ihrer Not gingen sie zu dem bösen Zauberer Tinktank und trugen ihm ihre Sorgen vor. Tinktank musste nicht lange nachdenken. Er sagte: »Nun; wenn ihr den alten Feind verloren habt, der euch einträglich verdienen ließ, dann müsst ihr einen neuen schaffen. Einen den man nicht mehr so leicht verlieren kann. Der neue Feind muss sein wie ein Geist. Sichtbar und unsichtbar zugleich. Greifbar und doch niemals fassbar. Überall und nirgendwo«.

Es gingen Jahre ins Land und die Regierung der Braven gab sich redlich Mühe, einen Feind zu schaffen wie Tinktank ihn beschrieben hatte. Doch so recht wollte es ihr nicht gelingen. Niemand glaubte wirklich an die Schreckgespenster, die ihnen die Braven vorführten. Inzwischen ging es der Wirtschaft immer schlechter. Ein neuer König versuchte sein Glück mit einer völlig neuen Art von Ökonomie. Und er scheiterte ebenso, wie Georg I. mit seinem Popanz. Die Taler, mit denen die Braven überall in der Welt bezahlten, waren unterdes immer weniger wert. Denn sie waren schon lange nicht mehr von Gold oder Silber, sondern aus schnödem Papier.

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Jubel, Trubel, Heiterkeit

Samstag, 07. Mai 2011

Ein anderer Junge zu klein Mäxchen: »Was soll das heißen, dein Opa ist tot? Er saß doch vorhin auf eurem Balkon«. Meint klein Mäxchen: »Ja, wir setzen ihn ab und zu raus damit man ihn sieht. Dann können wir wenigstens noch einmal seine Rente kassieren«.

Montag früh um sechs Uhr weckte mich das Meisterwerk Taiwanesischer Uhrmacherkunst auf meinem Nachttischchen mit der Nachricht: »Osama bin Laden ist tot«. Ach was, dachte ich schlaftrunken, das ist doch ein alter Hut. Wenig später, mit einer Tasse Kaffee in der einen und einer Zigarette in der anderen Hand, musste ich im Internet lesen dass die United States Navy SEALs Osama bin Laden in Pakistan aufgestöbert und bei der Gelegenheit gleich erschossen hätten. Ja, so kennen und lieben wir die Seals. Erst schießen dann fragen.

Ersten Meldungen zufolge waren die Seals in der Nacht zum 2. Mai mit drei Hubschraubern in Abbottabad (Pakistan) gelandet und hatten mit bin Ladens Al-Kaida-Leuten ein heftiges Feuergefecht. Am Ende soll ein schwer bewaffneter bin Laden noch eine seiner Frauen als menschlichen Schutzschild missbraucht haben. Was ihm aber nicht mehr viel nutzte. Nach zwei Schüssen ins Auge und in die Brust brach er tot zusammen. Im Anschluss identifizierten die Seals bin Laden mit einer ausgeklügelten Gesichtserkennungstechnik, sowie einem DNA-Test und transportierten ihn etwa 1.200 Kilometer zu einem Kriegsschiff im Arabischen Meer. Von wo er dann eilig auf hoher See bestattet wurde. Denn man wollte einerseits die Gefühle der Muslime nicht verletzen, nach deren Regeln ein Toter Moslem innerhalb 24 Stunden beigesetzt sein muss. Andererseits ging es darum, an Land keine Pilgerstätte für Terror-Fans zu schaffen. US-Präsident Barack Hussein Obama, der die Geschehnisse zusammen mit US-Außenministerin Hillary Clinton per Videoübertragung mitverfolgte, trat danach stolz vor die Fernsehkameras und verkündete den Sieg über Amerikas Staatsfeind Nummer Eins.

So jedenfalls die erste Propagandaversion. Steffen Seibert, Sprecher des regierenden Hosenanzugs in Berlin, brachte am Montag auf Twitter eine halbamtliche Verlautbarung mit den Worten: »#Kanzlerin: Obama verantwortlich für Tod tausender Unschuldiger, hat Grundwerte des Islam und aller Religionen verhöhnt«. Für sich alleingestellt wäre der Satz sicher nicht grundfalsch. Aber dann käme er wohl kaum von einem bundesdeutschen Regierungssprecher. Das würde er nicht im Traum wagen. Deshalb, lieber Herr Seibert, hier eine kleine Hilfestellung: Obama, das ist der mit der getürkten Geburtsurkunde. Osama, das ist der mit dem getürkten Sterbedatum.

Verschwörungstheorie? Falsch! Bin Laden ist bereits seit Jahren tot. Je nach Quelle starb er am 13. oder 16. Dezember 2001. Er litt am Marfan-Syndrom und an einer schweren Nierenerkrankung, war von regelmäßiger Dialyse abhängig. Eine denkbar schlechte Ausgangslage wenn man sich im Höhlensystem von Tora-Bora versteckt halten muss. Die USA suchten ihn wegen der angeblichen Planung der Anschläge vom 11. September 2001. Abgeschnitten von moderner medizinischer Versorgung konnte bin Laden nicht lange überleben. Letztendlich wurde sein Tod von Lungenkomplikationen verursacht.
Siehe: Report: Bin Laden Already Dead (engl.) vom 26. Dezember 2001

Zu Lebzeiten hat bin Laden öffentlich bestritten, er wäre in die Ereignisse vom 11. September 2001 verstrickt. Nach den Anschlägen sagte bin Laden in einem Interview mit dem Arabischen Nachrichtensender Al Jazeera: »Ich möchte der Welt versichern dass ich die kürzlich erfolgten Anschläge, welche anscheinend von Leuten aus persönlichen Gründen geplant wurden, nicht geplant habe«. Und weiter: »Ich lebe im Islamischen Emirat von Afghanistan und befolge die Regeln der Regierung. Der gegenwärtige Führer würde es nicht gestatten, eine solche Operation auszuführen«.
Siehe: Bin Laden says he wasn’t behind attacks (engl.) vom 17. September 2001

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Hilfe! Laserdrucker!

Montag, 01. November 2010

Vor etwa drei Jahren habe ich meinem Tintenstrahldrucker entnervt den Laufpass gegeben. Bei dem Volumen, das ich pro Jahr drucke, wurden die Tintenpatronen niemals leer. Nein, die Düsen vertrockneten und verstopften aus Langeweile. Und wenn ich das Teil dann doch mal brauchte, stand ich prompt mit Tintenpatronen, Feuerzeugbenzin oder Spiritus in der Küche und habe versucht, die Düsen an den Patronen wieder flott zu kriegen. Mit wechselndem Erfolg. Deshalb habe ich damals die Flucht nach vorne angetreten und mir einen Farblaserdrucker gekauft. Denn das Tonerpulver, das da drin Verwendung findet, kann nicht vertrocknen. Das ist schon trocken. Jeder andere Zustand wäre unerwünscht.

Was ich zu jener Zeit natürlich nicht ahnen konnte, wurde mir erst aus den Nachrichten der letzten Tage klar. Menschenskinders, Tonerpulver! Wo stammt das Zeugs eigentlich her? Sofort habe ich meinen Drucker aufgemacht und die vier Tonerkartuschen genauer unter die Lupe genommen. »Made in Japan« steht drauf. Nochmal Glück gehabt. Denn wenn da »Made in Yemen« aufgedruckt gewesen wäre, dann hätte ich stante pede die Polizei angerufen und gebeten, mir schnellstens ein Bombenräumkommando vorbei zu schicken. Was viele Menschen – meine Wenigkeit eingeschlossen – bisher vermutlich gar nicht wussten, ist der Umstand, dass der Jemen offenbar ein großer Lieferant von Laserdruckern und Tonerkartuschen ist. Aber irgendwie auch logisch, denn in der trockenen Luft dort kann man Tonerpulver sicherlich besonders gut lagern und verarbeiten.

Tonerkartusche mit PETNGenau diesen Umstand, nämlich dass der Jemen wohl ganz ganz viele Laserdrucker in die Welt versendet, soll sich die Al Kaida – manche nennen sie auch die »Al CIA da« – zu Nutze gemacht haben wollen. Sie präparierten die jemenitischen Tonerkartuschen, indem sie das Tonerpulver gegen ein Sprengpulver austauschten und bauten ein Handy in den Laserdrucker ein. Reichlich perfide, sowas. Das Sprengpulver in den jemenitischen Kartuschen soll übrigens Nitropenta (PETN) sein, in etwas anderer Form auch als Semtex bekannt. PETN – da fällt einem doch gleich wieder dieser Unterhosenbomber vom letzten Dezember ein. Der hatte sich die Grundsubstanz von PETN in seine Unterhose eingenäht und als er daraus Sprengstoff machen wollte, seinen Schnippel verbrutzelt. Aber ob Schnippel angesengt oder nicht, Nitropenta scheint recht beliebt in »Al CIA da«-Kreisen zu sein. Alte Deutsche Wertarbeit eben. Zugleich ist PETN das meisteingesetzte gefäßerweiternde Mittel in der Medizin weltweit. Zum Beispiel zur Behandlung von Angina Pectoris. Getreu dem Spruch von Paracelsus: »All Ding‘ sind Gift und nichts ohn‘ Gift; allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist«.

Als Toner für einen Laserdrucker ist Nitropenta indes völlig ungeeignet. Wer druckt schon weiß auf weiß? Aber das hatten diese ominösen Druckerbomber ja auch nicht vor, wenn man der Story Glauben schenkt. Wir erinnern uns an die Sau mit der merkwürdigen Terrorbedrohung, die vor wenigen Wochen durch unser globales Dorf getrieben wurde. Vollkommen ohne jede Substanz, weswegen man schnell von einer abstrakten Terrorgefahr sprach, die irgendwo im luftleeren Raum der Hirngespinste auf uns lauerte. Es schien, als wollte jemand einen Popanz aufbauen. Und den haben wir nun in Form von explosiven Laserdruckern.

Jetzt stellen wir uns einmal vor, wir wären Terroristen. So welche von der ganz üblen Sorte. Wir sitzen im Jemen, haben Nitropenta in rauen Mengen (den Sprengstoff, nicht das Medikament), wir haben Zünder, Handies mit freigeschalteter SIM-Karte für US-Netze und natürlich Laserdrucker. Letztere präparieren wir in der oben beschriebenen Weise und schicken sie mit UPS-Luftfracht an jüdische Einrichtungen in den USA. Dann müssen wir nur noch in regelmäßigen Abständen auf der UPS-Internetseite nachschauen, wann unsere Pakete endlich ihre Adressaten erreichen. Zuletzt rufen wir die eingebauten Handies in den Laserdruckern an. Bumm. Rest in pieces.

Genial, oder? Vor allen Dingen so glaubhaft. Eifrige Kinogänger und Fernsehzuschauer würden einem diesen Plott kritiklos abkaufen. In der Realität wäre aber im Jemen kein Mensch derart bemoost, eine Paketbombe an eine jüdische Einrichtung in den USA zu senden. Wenn es einen Adressaten in den USA gibt, der sofort zutiefst misstrauisch würde sobald unerwartet ein Paket aus einem muslimischen Land einträfe, dann sind das jüdische Einrichtungen. Das Bombenräumkommando wäre schneller vor Ort als die im Jemen die Telefonnummer eintippen könnten. Hinzu kommt, dass die Paketverfolgung auf der UPS-Internetseite nicht besonders zeitnah aktualisiert wird. Fazit: Blöder Plan.

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Carolus und die Taliban

Dienstag, 13. Juli 2010

Osama bin ShoppinHeute schon einen Taliban gesehen? Nicht? Seltsam, dabei müsste es von denen hier nur so wimmeln. Jedenfalls gemessen an dem Aufwand und den Kosten die uns unsere so genannte politische Elite mit der Bekämpfung der Taliban beschert. Ein ehemaliger Kollege mit »südländischer Herkunft« bezeichnete die Taliban einmal als einen Haufen Hinterwäldler. Vermutlich hat er recht. Niemand sonst würde ein ganzes Volk in ein religiöses Korsett zwingen, das es mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt. Außer vielleicht … aber das ist schon über 1200 Jahre her, die Geschichte mehrfach korrigiert und damals gab es ja noch keine Menschenrechts-Charta. So können sich heutige Politiker des Beifalls gewiss sein, wenn sie von Karl dem Großen als erstem echten Europäer schwafeln. Oder sich gebauchpinselt fühlen, wenn sie mit dem Karlspreis der Stadt Aachen behängt werden. Winston Churchill bekam ihn 1956 verliehen als »Hüter menschlicher Freiheit – Mahner der europäischen Jugend«. Ein kurzer Blick in die Geschichte genügt, um den Witz zu verstehen.

Carolus Magnus, wie Karl der Große auf Latein heißt, war ganz sicher nicht von einem europäischen Geist beseelt. Er war machtbesessen und folgte egoistischen Motiven. Schlachtete die damals heidnischen Völker mit päpstlichem Segen ab, wenn sie sich partout nicht zum Christentum bekehren lassen wollten. Vernichtete Ethnien und Kulturen. Wofür ihn Papst Leo III. am Weihnachtstag des Jahres 800 mit der Kaiserkrone belohnte. Fragt sich nur, mit welchem Recht. Leo III. berief sich auf die »Konstantinische Schenkung«, in der der römische Kaiser Konstantin I. um das Jahr 315 unserer Zeitrechnung religiöse und teilweise politische Hoheit an Papst Silvester I. und all seine Nachfolger abtrat. Nun war diese Schenkung jedoch nichts weiter als eine Behauptung der Kirche. Eine diesbezügliche Urkunde wurde nebst Konstantins Glaubensbekenntnis erst knappe 500 Jahre später um die Zeit von Karls Kaiserkrönung angefertigt. Und bereits im späten Mittelalter war die Fälschung als solche entlarvt. Was lernen wir daraus? Die ganze europäische Geschichte basiert auf Lug und Trug und Eigennutz. Ist bis in die jüngste Zeit davon durchwachsen. Angeblich große Staatsmänner gerieren zu leibhaftigen Schweinen die man nur in feines Tuch gehüllt hat, wenn ein wenig von dem Lack abgekratzt wird.

Karl der Große und Ludwig der FrommeVor diesem Hintergrund betrachtet stellt sich für einen halbwegs logisch denkenden Menschen die Frage, wie wir dazu kommen unsere ach so hehren Werte anderen Völkern aufs Auge drücken zu müssen. Heute ist es natürlich verwerflich, wildfremden Menschen den rechten Glauben mit Feuer und Schwert einzubläuen. Immerhin genießen laut Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen alle Menschen Glaubensfreiheit. Das heißt, solange sie sich dabei immer auch brav Gott Mammon unterwerfen und die Allmacht der USA anerkennen. Tun sie es nicht, werden sie wie zu Zeiten Karls des Großen missioniert. Nicht mehr plump mit Feuer und Schwert. Das Arsenal an Tötungswerkzeugen wurde in 1200 Jahren deutlich erweitert. Raketen, Bomben, Kanonen, Granaten, Mörser, Maschinengewehre. Der neueste Schlager sind ferngesteuerte Flugzeuge, mit denen der Unterwerfungsunwillige per Knopfdruck vom Leben zum Tode befördert wird. Ein weiteres modernes Instrument ist die so genannte »Freie Presse«, die uns die Verbrechen unserer »Freiheitlich Demokratischen Grundordnung« schön schreibt. Nicht zu vergessen willfährige Politiker die nicht müde werden zu versichern, dass es ganz wichtig sei, wenn eben erwähnte Grundordnung am Hindukusch verteidigt würde.

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Bin wer bitte?

Sonntag, 24. Januar 2010

FBI - Most Wanted Terrorists: Usama bin LadenEs gibt Nachrichten, die treffen einen unvorbereitet und so heftig, dass man fast aus dem Sessel kippt. Vor Lachen. Hier kommt’s – gut festhalten: Osama bin Laden hat sich zu dem Terroranschlag von Detroit bekannt. Jener Anschlag des Unterhosenbombers Abdulmutallab, der buchstäblich in die Hose ging. Die Aktion geriet zu einer Blamage für den nigerianischen Möchtegernterroristen, die CIA und für alle Sicherheitskräfte. Als ob der Umstand nicht schon schlimm genug wäre, dass die CIA lange zuvor bereits vor Abdulmutallab gewarnt war und Letzterer trotzdem ohne Reisepass an einem Interkontinentalflug in die Staaten teilnehmen konnte. Nun holen die auch noch den Osama aus der Kiste. Damit ist die Komödie perfekt. Die könnten glatt Eintritt dafür verlangen.
Siehe: Neue Audiobotschaft: Bin Laden bekennt sich zu Detroit-Anschlag

Man ist mittlerweile ja viel gewohnt. 9/11, Vogel- und Schweinegrippe, Klimaschwindel und was die sonst noch alles aufbieten. Da verliert auch der aufmerksamste Beobachter mit der Zeit den Überblick. Doch hat bin Laden im Jahre 2010 natürlich eine besondere Qualität. Vor allem eingedenk dessen, dass er vermutlich schon seit Dezember 2001 im Dschihad-Paradies an seinen verheißenen 72 Jungfrauen rumschraubt.

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Haltet den Reisenden

Samstag, 23. Januar 2010

Bombenalarm am Münchener Flughafen. Alles war da. Ein Flughafen, die Polizei, Sicherheitsangestellte, mögliche Opfer. Was man so für einen zünftigen Bombenanschlag braucht. Halt nein, nicht alles war da. Was fehlte? Richtig, ein Bombenleger und die unvermeidliche Bombe. Die waren nicht da. Und ohne geht’s nicht. Gut, Bombenalarm geht natürlich immer. Aber kein Bombenanschlag, wenn Akteur und Betriebsmittel fehlen.

Es ist immer wieder das gleiche Prozedere. Man kommt im Terminal an die Sicherheitsschleuse. Packt seinen Laptop aus und legt ihn in ein Plastikbehältnis, das sogleich in einen Detektor-Tunnel wandert. Laptoptasche hinterher. Dann kommen in einen weiteren Behälter der Mantel, gegebenenfalls das Sakko, Mobiltelefon, Feuerzeug, Schlüssel, alle Utensilien die eventuell Metall enthalten könnten. Je nach Flughafen muss der Gürtel abgelegt werden. Wenn’s blöd läuft auch die Schuhe, wie in den USA gerne praktiziert. Danach spaziert man durch ein Scanner-Portal und falls man irgendetwas in der Hosen-, Hemden- oder Werweißwas-Tasche vergessen hat, macht es piep oder bing. Woraufhin der Betreffende mit einem Metalldetektor abgetastet und auch noch mit Händen betätschelt wird. Doch selbst wenn sich das Portal nicht meldet, ist man den gleichermaßen mies bezahlten wie mies gelaunten Sicherheitsmitarbeitern ausgeliefert. Vorletzten Montag, vor dem Flug nach Amsterdam, griff mir so ein Ferkel sogar vorn und hinten in die Hose. Wenn ich an dieser Stelle beiläufig erwähne, dass Flugreisen nicht gerade auf der Hitliste meiner liebsten Erfahrungen stehen, wird sich jeder denken können warum.

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Die Idioten sterben nicht aus

Samstag, 26. Dezember 2009

Heute fühlte ich mich an ein Zitat aus einem Rambo-Movie erinnert: »Gott muss die Verrückten lieben. Er macht so viele davon«. An jedem neuen Tag werden Millionen von unschuldigen Flugreisenden mit lästigen Sicherheitsüberprüfungen drangsaliert. Anlass waren die Ereignisse von 9/11 und als abschreckendes Beispiel der durchgeknallte Attentäter, der damals im Flugzeug Sprengstoff in seinem Schuh zünden wollte. Seitdem die vermeintlichen Flüssigsprengstoff-Bomber in London verhaftet wurden, sind auch Getränke, Cremes, Shampoos und so weiter an Bord von Flugzeugen streng reglementiert. Und so mancher musste sicher schon die Erfahrung machen, dass ihm sein harmloses Taschenmesser abgenommen wurde. Ich selbst habe am Flughafen Washington Dulles beim Umsteigen ein Dupont-Feuerzeug eingebüßt, das ich in München ohne Beanstandung mit an Bord nehmen durfte. In den USA ist die Paranoia besonders groß. Warum? Weil sie selbst Schuld daran sind.
Siehe: Vereiteltes Flugzeugattentat: Brüssel überprüft Sicherheitsregeln in Europa

Doch wird sich bei aller Paranoia immer wieder ein Depp finden, der eine gefährliche Substanz an Bord schmuggelt. Und wenn es nur eine entzündliche Flatulenz ist. Schien mit dem Schuhbomber von damals schon der Gipfel der Idiotie erreicht, setzte der heutige Hosenbomber einen neuen Meilenstein der Dämlichkeit. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn einer seine Hose anzündet während er sie noch an hat? Bei allem was sich die Sicherheitsexperten auch ausdenken, sie werden nicht verhindern können dass jemand der verrückt genug ist sich selbst nebst allen anderen Flugpassagieren in die Luft zu jagen an Bord kommt. Nach dem heutigen Anschlagsversuch wird man sich neue Schikanen für die Millionen Fluggäste ausdenken. Wir dürfen gespannt sein. Vermutlich werden künftig auch Tic Tac und saure Drops auf der Verbotsliste stehen. Und natürlich Mentos. Schließlich weiß jeder, welch explosive Kraft Mentos in Verbindung mit Cola entwickeln können.

Was mich betrifft: Ich vermeide Flugreisen schon seit langer Zeit wo es nur geht. Nicht weil ich Angst vor einem Schuh- oder Hosenbomber hätte. Die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden ist vermutlich höher als die mit einem solchen Zeitgenossen in einem Flugzeug zu reisen. Aber mir gehen diese lästigen und erwiesenermaßen nutzlosen Sicherheitskontrollen tierisch auf den Zeiger.

Nachtrag 27. Dezember 2009
Geht schon los. Die Bundespolizei rät, wegen pingeliger Kontrollen früher am Flughafen einzutreffen. Denn man nehme den Attentatsversuch zum Anlass, den »hohen Sicherheitsstandard zielgerichtet durch zusätzliche Kontrollmaßnahmen zu ergänzen«. In den Nachrichten heißt es, dass Flugreisende in die USA eine Stunde vor der Landung keine persönlichen Gegenstände mehr auf dem Schoß haben und nicht mehr an ihr Handgepäck dürfen. Pech nur, wenn die Nase läuft und die Tempotücher sind in der Laptoptasche. Blöder geht’s immer.
Siehe: Anschlag auf Jet: USA-Reisende müssen mit längeren Wartezeiten rechnen

Ich finde sowieso, dass die Sache viel zu lasch gehandhabt wird. Meiner Ansicht nach müsste jeder einzelne Flugpassagier nackt ausgezogen, mit verplombten Stöpseln in allen größeren Körperöffnungen, in künstlichem Koma und in einem bombensicheren Container transportiert werden. Dann könnten nur noch Geheimdienste richtige Terroristen das Flugzeug sprengen. So wie im Lockerbie-Fall.

Nachtrag 30. Dezember 2009
Jetzt muss ich mich erstmal selbst korrigieren. Das war gar kein Hosenbomber, sondern ein Unterhosenbomber. Umar Faruk Abdulmutallab hatte die Grundsubstanz für den Sprengstoff Nitropenta (PETN) dort in die Unterhose eingenäht, wo sich der Pimmel befindet. Ist ja genital. Hoffentlich ist ihm sein Schnippel weggebrutzelt, damit sich dieser Vollidiot für alle Zeit aus dem Genpool verabschiedet.

Laut CNN-Angaben soll sein Vater – ein reicher Bänker und ehemaliger nigerianischer Wirtschaftsminister – bereits vor geraumer Zeit die CIA über die schrägen Ansichten seines Sohnes informiert haben. Die CIA hatte die Kenntnis nur nicht weitergeleitet, sonst wäre der Spinner gar nicht erst an Bord eines Flugzeuges in die USA gelangt. Stellt sich, wie üblich in solchen Fällen, die Frage nach dem cui bono. Wer hat einen Nutzen? Die Al Kaida? Lächerlich. Nein, es sind die üblichen Verdächtigen. Leute, die gerne einen Polizeistaat mit jeglicher Unterdrückung von Freiheit haben wollen. Leute, die an Sicherheitsmaßnahmen und -einrichtungen verdienen wollen. Leute, die den Krieg auch in andere Länder tragen und daran verdienen wollen.

Mit solchen Gedanken im Hinterkopf wird verstehbar, warum man es bei der CIA offensichtlich »vergessen« hatte, die Warnung weiterzuleiten. Das mit den Nacktscannern wird sicher ein Riesengeschäft. So wie der Deal mit der Schweinegrippe™.
Siehe: Fall Abdulmutallab: Obama räumt Fehler vor vereiteltem Flugzeug-Anschlag ein

MfG
Hans